Das letzte große Hurra von NFL-Legende Aaron Rodgers

Quarterback-Legende schreibt Geschichte
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Quarterback-Legende schreibt Geschichte

Aaron Rodgers erlebt bei den Pittsburgh Steelers einen zweiten Frühling. Der Altstar führt plötzlich eines der besten Teams der NFL an. Ist der große Coup möglich?

Viele hatten Aaron Rodgers längst abgeschrieben. Nach schwierigen Jahren und immer wieder aufkommenden Rücktrittsdebatten schien die Karriere des Star-Quarterbacks ihrem Ende entgegenzulaufen. Spätestens nach dem Achillessehnenriss 2023 wurde der Abgesang immer lauter.

Doch ausgerechnet in seiner letzten NFL-Saison sorgt Rodgers bei den Pittsburgh Steelers noch einmal für positive Schlagzeilen. Die Steelers gehören in dieser Spielzeit zu den stärksten Teams der Liga und haben sechs ihrer acht Spiele gewonnen. Rodgers steht dabei zwar weiterhin im Mittelpunkt, doch sein Umfeld trägt entscheidend zum Erfolg bei.

Aaron Rodgers (l.) und die Steelers werden wieder gefeiert
Aaron Rodgers (l.) und die Steelers werden wieder gefeiertAaron Rodgers (l.) und die Steelers werden wieder gefeiert© IMAGO/ZUMA Press

Vor allem das Laufspiel funktioniert auf höchstem Niveau. Running Back Jaylen Warren, jahrelang nur die Nummer zwei, hat den Sprung in die absolute NFL-Spitze geschafft. Mit seinen kombinierten Rushing- und Receiving-Yards gehört er zu den produktivsten Offensivspielern der Saison.

NFL: Warren und die O-Line entlasten Rodgers

Dass Pittsburgh offensiv deutlich gefährlicher geworden ist, liegt auch an einer bemerkenswerten Entwicklung der Offensive Line. Nach Jahren mit großen Problemen zählt die Einheit inzwischen zu den besten der NFL. Das kommt neben Warren auch Rodgers zugute, der die ganze Last längst nicht mehr alleine auf seinen Schultern tragen muss.

Gegen die Cleveland Browns musste der viermalige MVP zuletzt kaum das Risiko suchen, weil die Running Backs das Spiel kontrollierten. Seine Zahlen wirken dabei teilweise unspektakulär. Der Einfluss des Quarterbacks auf die Offense geht jedoch deutlich über die Statistik hinaus.

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Mit seinen 42 Jahren kann Rodgers in seiner 22. Saison die Mannschaft führen wie kaum ein Zweiter und für den Erfolg des Teams auch selbst zurückstecken.

Da macht es ihm bisher auch wenig aus, dass er über weite Strecken der Saison bisher alles andere als perfekte Bedingungen im Zusammenspiel mit seinen Receivern hatte. Der große Star DK Metcalf kämpfte wiederholt mit Fangfehlern, Michael Pittman Jr. musste verletzungsbedingt längere Zeit passen. Trotz dieser Probleme hält der Routinier die Offense zusammen.

Hitziges Wortgefecht mit McCarthy hat keine Konsequenzen

Dabei wurde auch schon deutlich, wie schwer Rodgers bei Misserfolg zu händeln sein kann. Am vierten Spieltag gab es gegen die Cleveland Browns ein 24:27. Während des Spiels kam es zu überraschenden Szenen. Der Spielmacher schrie in Richtung Seitenlinie, weil Headcoach Mike McCarthy offenbar die Spielzüge nicht schnell genug ansagte.

Der Trainer wiederum, das zeigten TV-Bilder deutlich, nannte seinen QB daraufhin ein „verdammtes Arschloch“. Später sagte McCarthy: „Was negative Äußerungen meinerseits angeht, wünschte ich mir, ich hätte diese Worte nicht verwendet.“

Aaron Rodgers (r.) und Mike McCarthy arbeiteten schon bei Green Bay erfolgreich zusammen
Aaron Rodgers (r.) und Mike McCarthy arbeiteten schon bei Green Bay erfolgreich zusammenAaron Rodgers (r.) und Mike McCarthy arbeiteten schon bei Green Bay erfolgreich zusammen© IMAGO/UPI Photo

Das Duo kann sich die Meinung geigen und danach wieder zusammen feiern. Bereits von 2006 bis 2018 arbeiteten die beiden bei den Green Bay Packers zusammen und wurden 2010 gemeinsam Meister. Niemand kann Rodgers, der bereits mit Verschwörungstheorien, alternativen Heilmethoden und spirituellen Themen in Verbindung gebracht wurde, ansatzweise so gut zähmen wie McCarthy. Diese Symbiose erfrischt nun die Steelers in der ersten Saison des neuen Coaches in der Offensive.

Steelers-Defense liefert dank Watt

Noch beeindruckender ist allerdings die andere Seite. Die Steelers investieren seit Jahren enorme Summen in ihre Defense, angeführt von Superstar T. J. Watt. In dieser Saison zahlt sich das aus. Immer wieder ist deshalb im TV zu sehen, wie Rodgers bei gegnerischem Ballbesitz auf der Bank sitzt und lächelt.

Mit 26 Sacks stellt Pittsburgh den Bestwert der Liga. Die Verteidigung setzt gegnerische Quarterbacks konstant unter Druck und gehört zu den wichtigsten Faktoren für den Erfolg des Teams. Gemeinsam mit dem effizienten Laufspiel bildet sie das Fundament, auf dem Rodgers seine Abschiedstour aufbauen kann.

Wird Rodgers noch einmal NFL-Champion?

Ganz sorgenfrei verläuft die Saison dennoch nicht. Trotz der starken Offensive Line musste Rodgers bereits 23 Sacks hinnehmen und gehört damit zu den meistgesackten Quarterbacks der Liga. Das zeigt, dass Pittsburgh auch weiterhin nicht perfekt ist.

Doch unabhängig davon steht fest: Rodgers hat allen Zweiflern noch einmal eine Antwort gegeben. Statt eines leisen Abschieds erlebt die NFL-Legende bei den Steelers ein letztes großes Hurra. Sogar sein zweiter Titel nach 2010 scheint für das zukünftige Mitglied der Hall of Fame möglich.