Negativrekord droht: Der FC Schalke und die große Harmlosigkeit

Sturm-Krise? Terodde hat eine klare Botschaft
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Sturm-Krise? Terodde hat eine klare Botschaft

Lange ist es her, dass die Schalker Tormusik in der Bundesliga zu hören war. Genauso wenig hört man beim harmlosesten Team der Liga jedoch die Alarmglocken schrillen. Die sportliche Lage ist allerdings bedrohlich.

Intern scheint es beim FC Schalke weiterhin perfekt zu harmonieren. Das werden die Verantwortlichen zumindest nicht müde, zu betonen. Doch auch das jüngste Treuebekenntnis von Sportvorstand Frank Baumann zu Trainer Miron Muslic kann die sportliche Misere nicht schönreden. Die Schalker warten nun schon seit vier Spielen auf einen Treffer.

Adrian Gantenbein war am 11. Oktober der bislang Letzte, der sich in Schalkes kurze Torschützenliste dieser Saison eintragen konnte. In der 30. Minute traf der Außenverteidiger bei der 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg am fünften Spieltag zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Die restlichen Ligatore erzielte Königsblau allesamt beim bisher einzigen Saisonsieg gegen Union Berlin (3:1). In sechs von acht Partien stand die Null, nur eben auf der falschen Seite.

Der Blick geht nach unten: Schalke steht aktuell auf Platz 17
Der Blick geht nach unten: Schalke steht aktuell auf Platz 17Der Blick geht nach unten: Schalke steht aktuell auf Platz 17© IMAGO/RHR-Foto

Schalke hinten stabil, vorne harmlos

Auf ein Heimtor in der ersten Liga wartet der Aufsteiger seit dem 20. Mai 2023. Sollte auch beim nächsten Spiel in der Veltins Arena kein Treffer gelingen, würde man den Negativrekord des FC St. Pauli einstellen, der mit fünf Heimspielen ohne eigenen Treffer den in dieser Hinsicht schlechtesten Bundesligastart der Geschichte hinlegte.

Insgesamt ging den Fans in dieser Spielzeit seit 420 Minuten kein Torschrei mehr über die Lippen, beim Pokal-Aus gegen Zweitligist Dynamo Dresden setzte es sogar demonstratives Schweigen aus dem Block. Doch komplett verheerend sind die Leistungen zumeist nicht.

Denn mit vier Toren stellt Schalke zwar die schlechteste Offensive der Liga, mit elf Gegentoren aber auch die drittbeste Defensive. Nur der FC Bayern und Dortmund kassierten weniger Tore. Ein Konzept, das sich in der vergangenen Saison noch bewährt hat.

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In der zweiten Liga wurde die stabile Defensive in Verbindung mit Effizienz vor dem gegnerischen Tor zum Erfolgsrezept und mündete schließlich im viel umjubelten Aufstieg. Doch in der ersten Liga gilt: Während das Abwehrbollwerk weitgehend noch intakt ist, wird die Torgefahr mittlerweile gänzlich vermisst.

Große Verletzungssorgen

Schuld daran ist auch die Personalsituation. Moussa Sylla fehlt aufgrund einer Beinverletzung seit Wochen, der letzte Torschütze Gantenbein plagt sich mit muskulären Problemen herum, Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi brauchen nach ihren Kopfverletzungen infolge ihres schweren Zusammenpralls gegen den 1. FC Köln noch Zeit. Bei der 0:2-Pleite gegen RB Leipzig musste Muslic auf insgesamt neun Spieler verzichten.

Doch nicht nur die fehlenden Spieler bereiten den Fans Sorge. Edin Dzeko, vergangene Saison noch als Galionsfigur gefeiert, zeigt mit seinen 40 Jahren logische Anfälligkeiten und tut sich mit dem an Ballbesitz armen Spiel der Schalker schwer. Der Bosnier wartet wie alle anderen Stürmer im Kader noch auf sein erstes Saisontor. Drei der vier Tore wurden von Verteidigern erzielt. Mit Adil Aouchiche war bisher zumindest ein offensiver Mittelfeldspieler erfolgreich.

„Natürlich ist es ein Thema, auch medial, dass noch kein Stürmertor gefallen ist“, analysierte Ex-Schalker Simon Terodde am SPORT1-Mikrofon am Rande der Icon League. Helfen soll gegen diese Harmlosigkeit nun eine Systemumstellung. Gegen die Leipziger setzte Muslic erstmals in dieser Saison auf eine Viererkette. „Um vorne wieder einen Spieler mehr zu haben, auch in der gegnerischen Box“, erklärte Terodde.

„Zwischen Muslic und die Mannschaft passt kein Stück Papier“

Für den einstigen Torjäger die richtige Entscheidung: „Dann werden die Tore fallen. Aber es war klar, dass es nur gegen den Abstieg gehen kann. Wichtig ist einfach, dass das Tor fällt, dass die Stürmer ein gutes Gefühl haben und dann werden sie auch punkten.“ Erstmal sei es wichtig gewesen, „dass man ein bisschen mutiger spielt. Das haben sie umgesetzt.“

Generell scheint das Binnenklima, insbesondere das rund um Muslic, unter der sportlichen Durststrecke wenig zu leiden. „Ich finde es sehr gut, wie er mit der Situation umgeht. Er arbeitet sehr akribisch, ist klar und offen für Impulse. Wir sind von seiner Arbeit und unserem Weg absolut überzeugt“, stärkte Frank Baumann dem 44-Jährigen zuletzt den Rücken. Zufrieden sei man mit dem Saisonstart zwar keineswegs, „wir verfallen nach einem Viertel der Saison aber auch nicht in Panik“.

Besonders ein Plus sieht Terodde bei seinem Ex-Klub: „Zwischen Miron Muslic und die Mannschaft passt kein Blatt Papier. Das ist ganz entscheidend, dass du einen Weg verfolgst. Das machen sie, da wird keiner nervös. Einfach dran glauben. Ein Dreier würde ihnen jetzt mal guttun.“

Ähnlich hatte sich auch Identifikationsspieler Timo Becker nach dem Leipzig-Spiel geäußert. Wie strapazierfähig diese Beziehung ist, kann Schalke am Sonntag (19.30 Uhr) erneut unter Beweis stellen, dann ist Königsblau auswärts bei der TSG Hoffenheim gefordert.

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