Eine Tragödie ebnete den Weg für ein NFL-Märchen
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George Karlaftis gehört bei den Kansas City Chiefs in der NFL zu den größten Stars. Eine Tragödie verhalf dem gebürtigen Griechen zum großen Märchen.
George Karlaftis ist bei den Kansas City Chiefs mit seinen Witzen auch für die gute Laune zuständig. Immer wieder veröffentlicht die NFL-Franchise lustige Videos des Stars. Doch was kaum einer weiß: Die Karriere des 25-Jährigen gleicht einem Märchen, dessen Weg ausgerechnet ein tragischer Verlust ebnete.
Denn der Sohn eines Griechen und einer US-Amerikanerin hatte in seiner Kindheit in Athen mit seinen drei jüngeren Geschwistern nichts mit Football zu tun. In einer Medienrunde gab er auf SPORT1-Nachfrage zu, mit 13 Jahren nicht einmal die Regeln der Sportart gekannt zu haben. „Wie viele meiner großartigen Landsleute kannte ich den Unterschied zwischen American Football und Rugby nicht. Ich glaube, viele Europäer können die beiden Sportarten auch heute noch nicht unterscheiden.“ Sein Vater Mathióng hatte zwar an der University of Miami Football gespielt, doch davon bekam Sohnemann George nichts mit.
Karlaftis-Kindheit endet mit Tragödie
Und so war eine Profikarriere des heutigen NFL-Stars in anderen Sportarten deutlich wahrscheinlicher. Karlaftis spielte als Torwart Wasserball in der U-Nationalmannschaft. In der Leichtathletik machte er als Staatsmeister im Kugelstoßen auf sich aufmerksam. „Meine beiden Eltern waren wirklich große Sportfans. Beide liebten Sport über alles. Natürlich lieben wir Sport auch. Meine Eltern haben mich nie zu irgendetwas gedrängt. Sie sagten, ich solle alles ausprobieren.“ In Athen gehörte so auch der Basketball zur großen Leidenschaft, ebenso spielte er mit seinem Bruder Tennis und Volleyball. Karlaftis ging zum Judo, lernte Surfen und Segeln. Und Football? Das tauchte im Kopf des Jugendlichen nie auf. Schließlich entschied sich Karlaftis eigentlich für den Wasserball.
Doch dann erschütterte eine Tragödie die Familie. Vater Mathióng starb mit nur 44 Jahren an einem Herzinfarkt. George Karlaftis war da erst 13 Jahre alt und auf einmal als ältester Sprössling der Herr im Hause. Seine Mutter Amy entschied sich, zurück nach Indiana in die USA zu ziehen, um dort mehr familiäre Unterstützung zu bekommen – und so platzte für George auch der Traum von einer Laufbahn im Wasserball.
„Mein Vater sagte immer, ich solle bei jeder Sportart mein Bestes geben, meine Liebe finden und dann dabei bleiben“, so Karlaftis auf SPORT1-Nachfrage. „Im Mittleren Westen der USA gibt es aber kein Wasserball. Ich habe also diesen Ansatz, verschiedene Sportarten auszuprobieren, wieder aufgegriffen und mich in Football verliebt – und das war einfach der größte Segen.“
Der Sport gab auch großen Halt in der schwersten Phase seines Lebens. „Ich hatte gerade meinen Vater verloren, und wir waren in die USA gezogen. Dieser Übergang war wirklich, wirklich schwer, während ich gleichzeitig mit so viel Trauer zu kämpfen hatte.“ Zudem fiel dem Schüler die Umstellung auf das neue Leben alles andere als leicht.
Karlaftis durchlief tiefes Tal
„Im Französischunterricht machte ich mir alle Notizen auf Griechisch. Dann musste ich es erst ins Englische und dann ins Englische übersetzen. Ihr könnt euch vorstellen, dass das ziemlich anstrengend war“, erzählt er und lacht.
Auch die Stimmung in den Sportarenen kam dem riesigen Fan von den Euroleague-Basketballern von Panathinaikos Athen komisch vor. „Die Menschen in Griechenland sind die leidenschaftlichsten Fans der Welt. Ich bin in die USA gekommen und habe mir ein paar Spiele angesehen. Ich dachte mir, dass irgendwas nicht ganz richtig ist.“
Nach den harten Monaten änderte sich alles. Karlaftis wuchs zu einem Hünen heran und ging auf die Purdue University. Schließlich drafteten ihn die Kansas City Chiefs 2022 und gewannen auch dank Karlaftis direkt in seinen beiden ersten Spielzeiten die Meisterschaft.
„Ich hatte einen großartigen Trainer, der mir gesagt hat, ich solle immer wie ein Boxer mit den Schlägen umgehen. Egal, was das Leben einem auch entgegenwirft – man muss einen Weg finden, wieder aufzustehen und weiterzumachen“, erinnert sich der Star an den Start des Märchens.
Mega-Vertrag: Karlaftis verrät kuriosen Moment
Seit der Ankunft in der NFL ist er den Chiefs treu und inzwischen einer der großen Stars der Franchise. So unterschrieb der Athener im vergangenen Jahr auch einen Mega-Vertrag. Bis 2030 bringt ihm das Arbeitspapier bis zu 93 Millionen US-Dollar ein, weit mehr als 60 Millionen werden garantiert ausgezahlt.
Auf SPORT1-Nachfrage erinnert sich der Profi an einen kuriosen Moment. „Der Tag, an dem ich meinen Vertrag unterschrieben habe, war der erste Tag des Trainingslagers. Ich habe dort unterschrieben und bin direkt mit der Mannschaft laufen gegangen. Ich hatte eigentlich gar keine Gelegenheit, irgendetwas zu tun, was Spaß gemacht hätte“, schmunzelt Karlaftis. „Ich verbrachte den Tag mit meinem Team, und das passte sehr gut.“
Seit der Unterschrift kann der Grieche durchatmen. Er und seine Familie sind dank des Mega-Vertrags finanziell abgesichert. Karlaftis kann ihnen alles ermöglichen. Hat dieses Wissen auch Einfluss auf ihn als Spieler?
„Ich hatte dieses Gespräch mit meinem Agenten. Oft sieht man, wenn jemand einen großen zweiten Vertrag unterschreibt, wirklich, ob er den Football liebt oder nicht. Jetzt, wo der finanzielle Aspekt wegfällt, spielst du aus Leidenschaft und aus Liebe zu diesem Team, dieser Organisation und deinen Teamkollegen“, sagt er auf SPORT1-Nachfrage. Zudem wolle er allen Kritikern nun umso mehr zeigen, „dass ich es verdient habe“.
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Nun will Karlaftis mit den Chiefs die dritte Meisterschaft holen. Das Team befindet sich auf Playoff-Kurs. Dabei hoffen durchaus viele Football-Fans, dass das „Chiefs Kingdom“ bald untergeht. „Wir können mit dem Team so weit kommen, wie wir wollen. Wir haben unser Schicksal in der Hand. Aufgrund meiner Erfahrungen weiß ich: Wenn man anfängt, Siege zu sammeln und sich als Team und als Abwehr zu verbessern, kann man Außergewöhnliches leisten.“ Ein weiterer Sieg im Super Bowl wäre jedenfalls das nächste Kapitel in einer märchenhaften Geschichte mit tragischen Anfängen.