FC Bayern: Vielsagende Geste von Karl

Effe knöpft sich Ballack wegen Karl vor
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Effe knöpft sich Ballack wegen Karl vor

Bayern-Youngster Lennart Karl lupft die Münchner in Madrid in Führung. Anschließend sorgt er mit einer vielsagenden Geste für Aufsehen. Mats Hummels übt Kritik. Manuel Neuer spricht ein Machtwort.

Bayern-Youngster Lennart Karl hat mit einer vielsagenden Geste für Aufsehen gesorgt. Der 18-Jährige traf im Champions-League-Spiel bei Atlético Madrid (2:0) zur 1:0-Führung für den deutschen Rekordmeister, indem er Keeper Jan Oblak überlupfte (54.) – und wandte sich kurz darauf mit zwei unmissverständlichen Handzeichen an seine Kritiker.

Nachdem seine Mannschaftskollegen ausgelassen mit ihm gefeiert hatten, drehte sich Karl noch einmal in Richtung des Publikums und formte mit seinen Händen den sprechenden Mund dicht an seinen Ohren. Die Bewegung ist als „Bla-Bla-Geste“ zu deuten und auf die jüngsten Entwicklungen um seine Person zurückzuführen.

Lennart Karl mit vielsagender Geste
Lennart Karl mit vielsagender GesteLennart Karl mit vielsagender Geste© IMAGO/Ball Raw Images

„Lenny ist ein ganz wichtiger Teil der Mannschaft. Er ist Bestandteil der Gruppe und deshalb freuen wir uns mit ihm. Wir wünschen ihm immer das beste Spiel und tolle Leistungen. Das hat er heute wieder unter Beweis gestellt“, betonte Kapitän Manuel Neuer nach dem Spiel.

Das Machtwort des 40-Jährigen im Streitfall Karl: „Da gibt es nichts zu diskutieren und auch nichts zu thematisieren.“

Hoeneß tritt Karl-Diskussion los

Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte sich unlängst in einem Interview kritisch zum öffentlichen Auftritt des Offensiv-Juwels geäußert und angekündigt, mit Karl „ein ernstes Gespräch“ zu führen.

Während Sportvorstand Max Eberl die Formschwäche des Bayern-Juwels zuletzt noch als normalen Entwicklungsprozess bezeichnet hatte, sprach er vergangene Woche ebenfalls von dem „einen oder anderen Fehltritt“ in Karls Außendarstellung.

Michael Ballack, Berater des Bayern-Spielers und Experte bei DAZN, verteidigte wenig später seinen Klienten und schoss zugleich gegen Hoeneß. Eberl stellte anschließend Ballacks Eignung als Experte im Fall Karl infrage.

Karl-Jubel: Eberl gibt sich unwissend

Angesprochen auf besagten Jubel, gab sich Eberl unwissend: „Ich hab’s ehrlicherweise gar nicht gesehen, weil ich mich auch gefreut habe, und dann schaue ich nicht, was die da machen. Freut mich für ihn, dass wir ein Tor geschossen haben.“

Der 53-Jährige machte deutlich: „Lennart Karl ist für uns ein wichtiger Spieler. Das haben wir nie in Abrede gestellt und er hat heute genauso mitgearbeitet, ist unfassbar fleißig gewesen und dann belohnt er sich mit dem Tor.“

Ob er die Bedeutung der Geste kenne? „Nein“, erklärte Eberl kurz.

Karl war am Dienstag durch die jüngste Verletztenmisere in die Startelf der Bayern gerutscht. Einige Minuten nach seinem Treffer wurde er für Nathaniel Brown ausgewechselt (68.).

Hummels kritisiert Karls Jubel

Ex-Bayern-Star Mats Hummels gefiel Karls Geste weniger: „Den Jubel sehen wir heute viel zu oft. Das stört mich sehr. Kritik gehört zum Fußball dazu. Das geht leider schon so weit, dass ich diese Jubel jetzt sogar schon bei meinem Sohn im Jugendfußball sehe.“

Karl hatte einen schläfrigen Moment in der Madrider Defensive ausgenutzt und den Ball von Robin Le Normands Füßen weggespitzelt. In einer flüssigen Bewegung lupfte er die Kugel anschließend über den herauseilenden Oblak ins Tor.

„Das ist das Schöne im Fußball. Das gehört dazu. Für den Jungen freut es mich. Er arbeitet hart und heute hat er sich belohnt – mit so einem Arbeitertor gefühlt. Kommt da noch mal zurück, erobert sich einen Ball und haut ihn dann irgendwie rein“, sagte Konrad Laimer.

Zugleich mahnte der Österreicher zur Geduld: „Der ist jung, der muss noch lernen, der muss noch einen Schritt machen, aber er ist auf einem super Weg. Das freut mich riesig für ihn und er wird noch eine große Karriere vor sich haben.“