Deutsche Tour-Bewerbung soll 50 Millionen Euro kosten
Die Tour 2029 soll in Deutschland starten. Jetzt geht es um die Finanzierung.
Die Initiatoren der deutschen Bewerbung um den Start der Tour de France 2029 kalkulieren mit Kosten von rund 50 Millionen Euro. Dies legte Thomas Hofmann, Vorstandsvorsitzender der Initiative Grand Départ Allemagne, am Mittwoch in einer Fragerunde vor dem Sportausschuss des Bundestages dar. Diese Kosten sollen sich der Bund sowie die am Grand Depart beteiligten Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt in gleichen Anteilen teilen.
„Wir haben mit den Ländern lange zusammengesessen und einen Finanzplan entwickelt“, sagte Hofmann, der um die Unterstützung des Bundes warb: „Für die A.S.O. (Tour-Veranstalter, d. Red.) wäre das ein entscheidendes Zeichen. Das Ganze würde einen entsprechenden Schub bekommen, wenn wir nachweisen können, dass vom Bund der entsprechende Anteil kommt.“
Die A.S.O. entscheidet laut Hofmannn spätestens im Februar 2027 über den Gastgeber des Tour-Auftakts 2029. Die Initiative muss also zeitnah der A.S.O. finanzielle Garantien übermitteln. Während die Gespräche mit Sachsen schon weit fortgeschritten seien, „sind wir mit den anderen Ländern dran“. In Berlin, das 40 Jahre nach dem Mauerfall zum „Kerngebiet“ des Grand Depart werden soll, ist die politische Situation nach den jüngsten Wahlen fragil, die Koalitionsverhandlungen haben noch nicht begonnen.
Kosten für Tour-Bewerbung verdoppeln sich
Im Frühjahr hatten die Organisatoren noch mit 25 Millionen Euro kalkuliert, ein Drittel sollte laut Hofmanns damaliger Aussage mit privaten Sponsoren abgedeckt werden. Nun hofft Hofmann auf „sieben bis zehn Millionen Euro“ von Sponsoren. „Neben den Gesprächen auf politischer Ebene sind wir intensiv in Sponsorengesprächen, die würden den Betrag reduzieren.“
Die Investition öffentlicher Gelder solle sich laut Hofmann aber lohnen: „Es rechnet sich auf alle Fälle. Wir rechnen mit einem Rückfluss von mindestens 150 Millionen, und das ist sehr konservativ gerechnet.“ Wichtig ist dem Vorstandsvorsitzenden dabei: „Wir wollen kein Geld aus der Sportförderung haben, es muss aus anderes Töpfen kommen. Das ist in erster Linie ein wirtschaftlicher Aspekt. Die Tour ist Wirtschaftsförderung pur. Es soll nicht zu Lasten der Sportförderung gehen.“
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Mittlerweile hat die deutsche Bewerbung einen starken Kontrahenten erhalten. Auch Tschechien mit Prag als Zentrum hat seine Bewerbungsunterlagen bereits offiziell übergeben. „Die Bewerbung beruht auf einem ähnlichen Narrativ wie unsere, nämlich dem Fall des eisernem Vorhangs“, sagte Hofmann: „Die haben auch ganz ähnliche Voraussetzungen. Prag ist ähnlich wie Berlin eine Metropole, die vorzeigbar ist. Die Finanzierung scheint auch relativ sicher zu sein. Die machen ziemlich Druck – die A.S.O. war dort auch mehrmals zu Besuch.“