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Derrick Williams (r.) ließ es mächtig krachen
Derrick Williams (r.) ließ es mächtig krachen © Imago
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München - Derrick Williams gibt sein Debüt für den FC Bayern Basketball - und lässt es krachen. Geschäftsführer Pesic schwärmt, mahnt aber auch zu Geduld.

Nach sechs Minuten war es am Dienstagabend endlich so weit.

Ex-NBA-Star Derrick Williams betrat beim Coup gegen Panathinaikos Athen (80:79) erstmals für den FC Bayern München das Parkett.

Knapp zwei Wochen nach der Verpflichtung gab der athletische Forward sein mit Spannung erwartetes Debüt – und benötigte nur zweieinhalb Minuten, um nachhaltig für Eindruck zu sorgen.

Williams startet mit Monster-Dunk

Im Low Post bekam er im Duell mit Deshaun Thomas den Ball, drehte sich über die rechte Schulter Richtung Korb und ließ es mächtig scheppern - Fans und Teamkollegen staunten. "Der lässt sich sehen als erster Korb in Europa, das kann man mal machen", sagte Kapitän Danilo Barthel, mit zwölf Zählern zweitbester Werfer des Teams, nach der Partie.

Und auch Geschäftsführer Marko Pesic schwärmte: "Man hat an dieser Aktion gesehen, dass er auf einem ganz anderen Level spielt."

Insgesamt standen für Williams in 14:31 Minuten Einsatzzeit am Ende "nur" fünf Punkte, zwei Rebounds und ein Assist zu Buche, dennoch machte der erste Einsatz Lust auf mehr.

Barthel: "Wie ein Tiger, der aus dem Käfig gelassen wurde"

"Man hat ihm heute angesehen, dass er endlich aufs Spielfeld wollte. Er war mit 120 Prozent Energie da war. Ein bisschen wie ein Tiger, der aus dem Käfig gelassen wurde", beschrieb Barthel Williams' ersten Auftritt.

Besonders physisch ist Williams eine Hausnummer. Es gebe "vielleicht ein bis zwei Spieler in Europa", die dieses Niveau hätten, meinte Pesic. Williams sei nochmal "zwei Stufen athletischer" als Guard Jared Cunningham, der im Vorjahr in München abhob.

Pesic über Williams: "Er braucht Zeit"

Pesic mahnte aber zu Geduld. "Er muss lernen, die kleinen Sachen gut zu machen. Deswegen braucht er Zeit, um seine Qualität auszuspielen", erklärte Pesic: "Die Qualität ist immens."

Das betonte auch Dejan Radonjic. "Er hatte erst wenige Trainings. Mit dem ersten Spiel bin ich zufrieden. Jetzt hoffe ich, dass er noch fitter wird und dann erwarten wir viel von ihm."

Barthel: Williams toller Teamkollege

Der erste Eindruck ist allerdings vielversprechend – auch als Teamkollege. "Ich habe selten so einen neuen Spieler in der Mannschaft gehabt, der so offen ist, viel redet, lernen will und bereit ist, Vollgas zu geben", so Barthel. Der Kapitän war beim überraschenden Sieg gegen den griechischen Topklub einer der Erfolgsgaranten.

Matchwinner waren aber Nihad Djedovic, der mit 19 Zählern zum Topscorer avancierte, und Vladimir Lucic, der neun Sekunden vor Schluss zum 80:77 traf und in der Schlusssekunde mit einem Steal einen möglichen Gamewinner der Gäste verhinderte.

Nichtmal 48 Stunden nach dem Ende der Partie gegen einen der heißesten Titelanwärter müssen die Münchner bereits zum Auswärtsspiel beim FC Barcelona (Donnerstag, 21.00 Uhr) antreten. Beim Auftakt gegen den türkischen Spitzenklub Anadolu Istanbul hatten die Münchner nach einem schwachen Auftritt noch 71:90 verloren.

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