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Hamburg - Der Beachvolleyball-WM in Hamburg bleibt der krönende Abschluss verwehrt. Im Finale unterliegen Julius Thole und Clemens Wickler einem russischen Team.

Julius Thole und Clemens Wickler tauchten in einer laut jubelnden Menge aus Familienmitgliedern, Freunden und Fans ab.

Mit der Silbermedaille um den Hals konnten die deutschen Beachvolleyball-Shootingstars für das letzte Foto ihrer sensationellen Heim-WM in Hamburg schon wieder lachen.

"Silber kann sich sicher sehen lassen. Wir sind sehr stolz, was wir in den vergangenen Tagen geleistet haben. Es ist ein bisschen schade, aber wir müssen akzeptieren, dass die Russen besser waren", sagte Thole schon kurz nach dem Finalkrimi gegen Oleg Stojanowskij/Wjatscheslaw Krasilnikow. 

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Herausragende Turnierleistung

Die 1:2 (21:19, 17:21, 11:15)-Niederlage war letztlich verdient, die Gegner der Deutschen konnten in der entscheidenden Phase noch zulegen.

Die verpasste Krönung im Hexenkessel vom Rothenbaum änderte jedoch nichts an einer herausragenden Turnierleistung des aufstrebenden deutschen Duos.

"Wir haben vielleicht etwas über unserem Niveau gespielt. Auf jeden Fall an der oberen Grenze", sagte Wickler. Zumindest haben der 24-Jährige und sein Partner die Latte für künftige Aufgaben wie Tokio 2020 sehr hoch gelegt.

Thole/Wickler liefern harten Fight im Finale

Auch im Finale lieferten sie dem starken Gegner einen harten Fight. Thole fand zu Beginn ebenso wie sein Partner die richtige Mischung aus harten Angriffen und taktischer Finesse. Wickler sorgte mit einem Ass für die Satz-Führung.

Doch im zweiten Durchgang kam Stojanowskij besser in die Partie. Der 22-Jährige brachte die Deutschen mit seinen teils über 100 km/h schnellen Aufschlägen in Bedrängnis. Krasilnikow spielte beeindruckend seine Erfahrung aus.

Am Ende fehlt Thole/Wickler die Kraft

Im Tiebreak fehlte am Ende ein wenig die Kraft. Thole musste sich zwischenzeitlich wegen Nackenproblemen behandeln lassen. Dennoch verwandelten sie einen 4:7-Rückstand in eine 8:7-Führung. Doch beim 8:12 war die Vorentscheidung gefallen.

"Bei 8:8 fängt der Oleg an Aufzuschlagen wie ein Wahnsinniger und schlägt drei Asse in Folge. Da müssen wir uns bisschen vorwerfen, dass wir den Annahmeriegel nicht früher verschoben haben. Am Ende ist das auch seine Qualität", sagte Thole nach der Partie bei SPORT1.

Neben ihrer ersten Medaille bei einem Großereignis darf sich das deutsche Duo aber mit rund 40.000 Euro Preisgeld und 1440 Weltranglistenpunkten trösten.

Außerdem gibt der gesamte Turnierverlauf eine ordentliche Portion Selbstvertrauen: "Wir freuen uns, einen Teil dazu beigetragen zu haben, Beachvolleyball in der Welt noch größer zu machen. Wir nehmen viel Selbstbewusstsein und mehr Gelassenheit mit für die nächsten Turniere. Die Gegner, die wir in der K.o.-Runde rausgeworfen haben, hatten alle Rang und Namen", sagte Thole.

Durchbruch gelingt ausgerechnet in Hamburg

Im Herbst 2017 hatte der DVV die Weichen für die gemeinsame Zukunft gestellt und die beiden zusammengebracht. Der Start war nicht einfach, bei den ersten Turnieren mussten die hochtalentierten Youngster viel Lehrgeld zahlen.

Im Mai 2018 beendeten sie erstmals ein Turnier auf der World Tour unter den Top Ten.

Der internationale Durchbruch gelang ihnen ausgerechnet im Hamburg. Beim World-Tour-Finale traten Thole/Wickler mit einer Wildcard an und stürmten bis ins Halbfinale. Am Ende belegten die beiden den vierten Platz. Seitdem geht es ständig aufwärts, auch in der Weltrangliste. Vor der WM lag das Team auf Rang 13, mit Platz zwei macht das Team einen Riesensprung nach vorn.

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Von Spiel zu Spiel gesteigert

Nach holprigem Start in die WM-Gruppenphase verbesserten sich Deutschlands größte Hoffnungen für Tokio von Spiel zu Spiel und wuchsen in den Duellen mit Olympiasieger Alison und Partner Alvaro Filho (Brasilien) ebenso über sich hinaus wie im Viertelfinale gegen Peking-Gewinner Phil Dalhausser und Nick Lucena (USA). Im Halbfinale gegen die Weltranglistenersten Anders Mol/Christian Sorum (Norwegen) lieferten Thole/Wickler eine Weltklasseleistung ab.

Weiter geht es für das deutsche Duo beim Turnier in Gstaad. Mit der Gewissheit im Gepäck, endgültig in der Weltelite angekommen zu sein.

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