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Gerwyn Price erklärt seinen Wandel zum "Bad Boy" das Darts und kritisiert die von der PDC aufgebrummte Geldstrafe scharf. Der Waliser verfolgt einen klaren Karriereplan.

Gerwyn Price hat einmal mehr sein gewaltiges Selbstvertrauen zur Schau gestellt - und harte Kritik am Darts-Verband PDC geübt.

"Vor 18 Monaten habe ich mich noch gefragt, ob ich den einen oder anderen überhaupt schlagen kann. Ich wollte nicht auf Spieler wie Gary (Anderson, Anm. d. Red.), Peter Wright, Michael (van Gerwen) oder Dave Chisnall treffen. Heute haben sie mehr Angst vor mir als ich vor ihnen", erklärte der Waliser im Interview mit der Welt. Einzig Weltmeister van Gerwen sei eine Ausnahme.

Der "Iceman" erklärte außerdem mit offenen Worten, dass er keine Freunde auf der Tour habe.

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"Ich reise zusammen mit Freunden. Mein Kumpel John begleitet mich häufig, meine Frau ist oft dabei. Ich bleibe gern bei mir, spiele mein Spiel und ziehe mich dann wieder zurück", sagte Price. "Ich betrachte Darts als meine Arbeit, die anderen Spieler als Arbeitskollegen. Und seien wir ehrlich: Am Ende des Tages geht es doch darum, sich gegenseitig das Geld aus den Taschen zu ziehen."

Pfiffe und Buhrufe behindern Price

Price hatte sich zuletzt als "Bad Boy" des Darts etabliert, mehrmals legte er sich mit Spielern oder Fans bei Turnieren an. Die Pfiffe der Zuschauer machen sich bei ihm besonders beim Auschecken bemerkbar.

"Es ist generell so, dass mich diese Emotionen beim normalen Werfen nicht ablenken. Da habe ich meinen Rhythmus. Da ist es egal. Aber auf den Doppelfeldern zeigt es Wirkung, wenn jemand buht. Da kann es dich richtig herausbringen. Ich mache mir über die Reaktionen wirklich keinen Kopf, aber es beeinflusst mein Spiel letztlich doch."

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Beim Einlauf würde er die negativen Reaktionen sogar genießen, im Spiel habe er dann jedoch Probleme damit.

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Begonnen hatte der Wandel zum Buhmann im vergangenen November: Nachdem er beim Grand Slam of Darts gegen Gary Anderson ausgiebig und provokativ über gute Würfe jubelte und auf der Bühne mit seinem Gegner aneinandergeriet, wurde er von der PDC zu 21.500 Euro Strafe verurteilt.

Harte Kritik an PDC-Strafenkatalog

Price fühlt sich dadurch unfair behandelt und übt offen Kritik an der Darts Regulation Authority.

"Es gibt Spielabsprachen, Gewaltandrohung gegen Schiedsrichter, Spucken in die Kamera und andere schlimme Dinge. Aber schauen Sie sich die Strafen an: 500 Pfund, 1000 Pfund, vielleicht mal 2000. Ich aber habe einen kleinen Jubel hingelegt und werde mit 20 Riesen belangt?" Das sei nicht nur nicht fair, "es ist viel schlimmer als das."

Price will sich aber "niemals ändern. Ich tue das, was ich tun will und werde weiterhin jubeln." Die Reaktionen darauf verfolgt er nicht mehr. Von den sozialen Netzwerken "und der ganzen Negativität dort" habe er sich abgekoppelt, sein Twitter-Account wird von seiner Frau verwaltet.

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Price will auswandern

Der frühere Rugby- und passionierte Snooker-Spieler hat zudem einen klaren Karriereplan, den er verfolgt. "Ich werde mit 50 Jahren aufhören und in der Sonne leben." Der 34-Jährige will dann nach Florida oder Australien auswandern und investiert bereits jetzt sein Preisgeld in Immobilien.

"Ich habe jetzt vier Häuser in Wales und versuche so viel Geld zu erspielen, dass jedes Jahr ein paar weitere hinzukommen. Als nächstes möchte ich Ferienhäuser kaufen und sie vermieten. Die Rechnung geht so: Wenn ich jedes Jahr zwei Häuser kaufe, ist es mir völlig egal, wo ich in 16 Jahren in der Weltrangliste stehe. Dann ist an meinem 50. Geburtstag Game Over."

Bei dem am Donnerstag beginnenden World Cup of Darts ist Price Teil des walisischen Teams, schied jedoch schon in der 1. Runde aus. SPORT1 begleitet das Event in Hamburg via LIVETICKER.

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