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München - José de Sousa sorgt mit dem Finaleinzug beim Grand Slam für Furore. Der Portugiese legt einen phänomenalen Aufstieg hin. Eine Schwäche könnte noch fatale Folgen haben.

Als José de Sousa bei der European Championship im Oktober für einen Neun-Darter sorgte, hatte es sich schon angedeutet: Von diesem Portugiesen wird man noch hören.

"Den Neun-Darter auf der Bühne zu werfen, ist eine große Sache. Etwas, was große Spieler tun", sagte der 46-Jährige, nachdem ihm das seltene Kunststück gelungen war. Zu diesen "großen Spielern" darf er sich nun selbst zählen.

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Mit dem Einzug ins Endspiel beim Grand Slam of Darts (Finale heute ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) hat sich de Sousa einen Traum erfüllt und seinen vorläufigen Karrierehöhepunkt erreicht. Es ist das erste Mal, dass der Südeuropäer bei einem Major-Turnier im Finale steht.

Aber damit nicht genug: Auch in der Weltrangliste hat de Sousa schon jetzt riesige Sprünge gemacht. 14 Plätze machte er dank seiner starken Auftritte im englischen Coventry gut und katapultierte sich damit in die Top 20. Sollte er James Wade bezwingen, wäre er sogar die Nummer 15 der Welt.

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Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er erst seit weniger als zwei Jahren eine PDC-Tourcard besitzt. Damals gab de Sousa seinen Job als Küchenschreiner auf, nun steht er kurz davor, einen 125.000-Pfund-Titel zu gewinnen.

De Sousa leistet sich Rechenfehler

"The Special One" - in Anlehnung an seinen Landsmann und Fußballtrainer José Mourinho - ist bekannt für seine teils kuriosen Finish-Wege und hat sich damit seinen Spitznamen redlich verdient. Allerdings fällt de Sousa auch immer wieder durch eklatante Rechenschwächen auf.

Auch im Halbfinale gegen Whitlock leistete er sich mal wieder einen Patzer. Beim Stand von 8:8 hatte de Sousa noch 126 Punkte Rest. Offenbar dachte er, er stünde bei 136 Punkte. So spielte er zweimal Triple-20 und Doppel-8 für das Checkout - als der Caller "No Score" in sein Mikrofon tönte, blickte de Sousa verdutzt drein und bemerkte erst dann seinen Fauxpas. Der Fehler blieb allerdings unbestraft und er gewann das Leg trotzdem.

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Bei den Danish Open 2019 gegen Daryl Gurney sorgte er ebenfalls für Belustigung. Bei einem Rest von 39 setzte de Sousa seinen ersten Pfeil in die Single-5. Danach checkte er die verbliebenen 34 Punkte jedoch nicht mit Doppel-17 aus, sondern zielte erfolgreich auf die Doppel-16. Mit einem Treffer auf die Doppel-1 konnte er seinen Fehler noch ausgleichen.

Es geht aber noch kurioser: Beim European Darts Grand Prix im Oktober, den er sensationell gewann, hatte de Sousa gegen den Deutschen Ricardo Pietreczko noch 40 Punkte übrig. Anstatt das Leg über Tops auszumachen, warf der Portugiese auf die Doppel-18, dank eines erfolgreichen Versuchs auf die Doppel-2 blieb sein Missgeschick aber folgenlos.

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In anderen Fällen wurde ihm seine Unaufmerksamkeit jedoch zum Verhängnis - nicht auszudenken, wenn ihm das im entscheidenden Moment eines großen Spiels passieren sollte.

Stärkeres Darts-Interesse in Portugal dank de Sousa

Matheschwäche hin oder her - seinem Erfolg hat das bislang keinen Abbruch getan. Auch für den Darts-Sport in seiner Heimat Portugal ist de Sousas Durchbruch etwas Besonderes.

"Alle Menschen in Portugal und Spanien haben mich unterstützt, und ich bin sehr stolz darauf", sagte de Sousa, der von Portugal nach Spanien ausgewandert ist, nach dem Einzug ins Grand-Slam-Finale.

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Dass sein Erfolg auch Auswirkungen in seiner Heimat haben könnte, erklärte Portugals Darts-Star bereits nach seinem Neun-Darter bei der EM. "Ich denke, dass ich mehrere Menschen in Portugal, aber auch in Spanien, damit inspiriert haben werde."

Der einzige portugiesische Tourcard-Inhaber, der erst seit August 2020 einen Ausrüstervertrag hat und davor alles aus eigener Tasche bezahlen musste, führt weiter aus: "Es gibt bei uns zahlreiche talentierte Spieler, aber sie müssen hart arbeiten. Ich habe lange gewartet, um hier zu sein. Aber wenn ich hier bin, können andere das auch schaffen."

De Sousa kämpft im Finale gegen Wade um Major-Titel

Angefangen hat für de Sousa alles, als er vor 27 Jahren "mit Freunden in eine Bar" ging.

"Ich fing an, es mehr und mehr zu mögen. Eines Tages, bei einer Spielshow in Santarem, wusste ich, dass es eine nationale Liga gab, und ich ging hin, um sie auszuprobieren", erzählte der Grand-Slam-Finalist einst.

Von den fünf nationalen Titeln, um die es in dem Wettbewerb, konnte er alle gewinnen. "Alle waren erstaunt, sogar ich", erinnerte sich de Sousa.

Heute bewegt er sich in anderen Sphären des Pfeilewerfens und hat im Grand-Slam-Finale gegen Wade die Möglichkeit, zur absoluten Darts-Elite aufzuschließen.

Und wenn er dann noch seine Fehleranfälligkeiten im Rechnen auf die Reihe bekommt, steht auch weiteren Titeln nichts mehr im Weg.

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