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München - Am Abend kann Dennis Endras mit den Adler Mannheim den DEL-Titel klar machen. Im SPORT1-Interview spricht der Torhüter über die Playoffs, den EHC und seine Zukunft.

Am Abend geht es in der SAP-Arena in Mannheim um Alles. Im fünften Spiel der DEL-Finalserie empfangen die Adler Mannheim den Titelverteidiger aus München (Eishockey, DEL-Playoffs ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Gewinnen die Adler, ist ihnen der fünfte Titel der Vereinsgeschichte nicht mehr zu nehmen. Nach seinen starken Leistungen in den Spielen zuvor steht Mannheim-Torhüter Dennis Endras im Fokus.

Mit nur drei Gegentoren in vier Spielen hat er maßgeblich zum Erfolg der Adler beigetragen. Insgesamt beträgt Endras' Gegentorschnitt in den Playoffs bärenstarke 1,42, damit ist er mit Abstand Erster. Auch seine Fangquote ist mit 93.26 Prozent titelwürdig. 

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Im SPORT1-Interview spricht der 33-Jährige über die Playoffs gegen München, die Stimmung in Mannheim und seine Zukunftsplanung.

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SPORT1: Ihre Leistungen und die ihres Teams in den Playoffs sind hervorragend. Sie führen in der Serie mit 3:1 und können am Abend den Titel perfekt machen. Hätten Sie sich die Finalserie schwieriger vorgestellt?

Endras: Es ist extrem schwer gegen München. Wir führen zwar in der Serie, aber jedes Spiel ist hart. Jedes Spiel ist umkämpft und es entscheiden Kleinigkeiten. Es hätte genauso gut andersrum ausgehen können. Aber wir konzentrieren uns auf uns, das machen wir schon die ganzen Playoffs so, damit fahren wir ganz gut.

SPORT1: Sie haben jetzt einige Male zu Null gehalten, was macht Sie so stark?

Endras: Ich glaube, uns als Team macht jeder Einzelne in der Kabine stark, wir haben sehr großen Charakter in der Mannschaft. Jeder kämpft für jeden, die Jungs opfern sich, was das Blocken von Schüssen angeht. In den Zweikämpfen sind wir extrem stark. Wir sind eine große Einheit.

Endras erklärt Mannheims Erfolgsgeheimnis

SPORT1: Ist das ein Erfolgsgeheimnis ihres Teams, dass jeder für jeden kämpft?

Endras: Nur so geht es. Gerade in einer Best-of-seven-Serie entscheidet jeder Zweikampf. Es macht einfach Spaß, wenn man die Jungs vorne sieht, wie sie kämpfen. Das beflügelt jeden anderen, egal ob du gerade auf der Bank sitzt oder mit auf dem Eis stehst. Es macht umso mehr Spaß, wenn man sieht, dass jeder 100 Prozent gibt.

SPORT1: Die letzten drei Spiele waren relativ deutlich. Erwarten Sie ein Aufbäumen von München oder glauben Sie, dass Sie die Meisterschaft entscheiden?

Endras: Ich glaube, die Spiele waren alles andere als deutlich. Es war jedes Mal ein harter Kampf. München hat eine sehr starke und erfahrene Mannschaft. Sie sind enorm gefährlich. Ich bin mir sicher, dass München wie in den Spielen zuvor alles reinhauen wird, wir werden ebenfalls alles reinhauen und am Schluss wird abgerechnet.

SPORT1: Wie haben Sie es geschafft, dass Sie gerade zum Saisonhöhepunkt stark sind?

Endras: Das ist einfach der Geist dieser Mannschaft. Wenn man sieht, wie Cody Lampl im letzten Spiel für den verletzten Sinan Akdag reinkommt und gleich ein Tor macht. Es geht nicht um die einzelnen Personen, es geht um die Adler Mannheim. Wir stehen im Finale und wir haben noch ein paar schwere Spiele vor der Brust, einige schwierige Situationen zu meistern und da gilt es sich zu konzentrieren.

Endras: Beschäftigen uns nicht mit dem Titel

SPORT1: Angenommen, Sie holen die Meisterschaft: Was würde das für ihr Team bedeuten?

Endras: Damit beschäftigen wir uns noch gar nicht. Ich habe gewusst, dass so eine Frage kommt, aber dazu können wir noch nichts sagen. Wir sind noch weit davon entfernt irgendwas zu feiern. München ist sehr stark und wir müssen alles geben und ein gutes Spiel abliefern.

SPORT1: Mit Waldhof Mannheim ist gerade das Fußball-Team ihrer Stadt aufgestiegen und auch Sie sind in einer guten Ausgangsposition. Wie ist die Stimmung in der Stadt?

Endras: Die Stimmung in Mannheim ist immer euphorisch. Die ganze Stadt lebt Eishockey und man freut sich natürlich auch für die Fußballer. Die haben auch schon lange probiert aufzusteigen und haben es jetzt endlich geschafft, das verfolgt man natürlich auch. Ich glaube Mannheim ist aktuell, was Sport angeht, sehr positiv gestimmt.

SPORT1: Bei Olympia letztes Jahr waren sie "nur" dritter Torwart, jetzt kommt die Eishockey-WM. Angenommen, Sie würden die Finalserie gewinnen, hätten Sie auch die Ambition als Torwart Nummer eins in die WM zu gehen?

Endras: Ach, eins, zwei, drei ist mir egal. Ich wäre gerne dabei, mir liegt die Nationalmannschaft sehr am Herzen. Ich war immer überall dabei, habe gerne für die Nationalmannschaft gespielt, es ist eine große Ehre. Wir konzentrieren uns jetzt aber erstmal auf die Finalserie und alles andere wird der Bundestrainer für sich entscheiden.

SPORT1: Sie haben in Mannheim noch einen Vertrag bis 2022. Wie ist ihre Zukunftsplanung?

Endras: Das kann ich selbst nicht beantworten. Mir gefällt es sehr gut in Mannheim, meiner Frau ebenfalls. Der Klub ist mir ans Herz gewachsen. Aber es ist Profi-Sport und da muss man immer im Hier und Jetzt leben.

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