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Erstmals in der Geschichte der DEL wird es in diesem Jahr keinen Meister geben. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke bezieht in SPORT1 Stellung zur Absage.

Die Deutsche Eishockey Liga hat die anstehenden Playoffs aufgrund des Coronavirus abgesagt.

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"Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) sieht sich gezwungen, die aktuelle Saison mit sofortiger Wirkung vorzeitig zu beenden. Die anstehenden Playoffs können nicht mehr durchgeführt werden. Grund dafür sind die Verbote diverser Bundesländer, Großveranstaltungen wie Spiele der DEL mit mehr als 1000 Zuschauern stattfinden zu lassen", heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Liga.

Damit wird es erstmals in der 26-jährigen Geschichte der Liga keinen Meister geben. Als Sieger der Hauptrunde vertritt der EHC Red Bull München gemeinsam mit den Adler Mannheim, den Straubing Tigers und den Eisbären Berlin die DEL in der kommenden Champions-Hockey-League-Spielzeit. 

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DEL-Geschäftsführer bezieht bei SPORT1 Position

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke bezog im SPORT1-Fantalk live per Telefon Stellung und verteidigt die Entscheidung als alternativlos: "Wir haben den klaren Standpunkt, dass ein DEL-Spiel ohne Zuschauer kein Eishockeyspiel ist. Wir machen das für die Fans und nicht für 40 Mann. Das ist uns aber verboten worden. Aber ehe wir uns für Geisterspiele entschieden, haben wir beschlossen, die Saison zu beenden", erklärte der seit Mai 2000 als Geschäftsführer amtierende Tripcke.

Zumal Geisterspiele die Playoffs laut Tripcke ad absurdum geführt hätten: "Die Playoffs sind das Highlight. Aber dazu gehören auch die Fans. Die Klubs haben gut reagiert und tragen die Entscheidung mit. Aber eigentlich gab es für uns keine Alternative."

Doch trotz dieser klaren Aussage sei die Absage nicht leicht gefallen, da auch die wirtschaftlichen Konsequenzen berücksichtigt werden mussten. "Erstmal ist der wirtschaftliche Schaden immens. Das wird auch keine einfache Situation für die Klubs", erklärte er.

Dennoch sieht sich die DEL im Vergleich zu anderen Sportarten noch in einer relativ einfachen Situation. "Wir hatten Glück im Unglück, dass die Hauptrunde bereits gespielt ist. Damit haben wir eine reguläre Abschlusstabelle, weshalb wir uns auf der sportlichen Seite schnell zu der Entscheidung durchringen konnten", so Tripcke.

Red Bull München begrüßt Entscheidung der DEL

"Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Clubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid. Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir als DEL stellen die Gesundheit von unseren Fans, Spielern und Mitarbeitern in den Fokus", sagte der DEL-Geschäftsführer.

Zuspruch für die Entscheidung erhielt die Liga vom EHC Red Bull München, der die Entscheidung begrüßte. "Gesundheit und Sicherheit stehen vor sportlichen oder wirtschaftlichen Interessen. Die Absage der Playoffs ist nun die konsequente und vernünftige Umsetzung der Anordnungen des Gesundheitsministeriums bzw. der Empfehlungen vieler medizinischer Institute", schrieben die Münchner auf ihrer Homepage.

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Zum Auftakt hätten die Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg gegen die Grizzlys Wolfsburg und der ERC Ingolstadt gegen die Augsburger Panther ab Mittwoch um die letzten beiden Viertelfinalplätze gespielt. 

Auch die zweite Liga DEL2 beendet die Saison vorzeitig. Meister der Hauptrunde sind die Löwen Frankfurt, einen Absteiger in die drittklassige Oberliga wird es in diesem Jahr nicht geben.

Finanzieller Schaden geringer als bei Geisterspielen

Durch die Entscheidung einer kompletten Absage der Playoffs sind die finanziellen Schäden für die Vereine deutlich geringer, als bei einer Austragung der Spiele ohne Zuschauer. In diesem Fall hätten die Klubs nur Kosten, aber keine Einnahmen gehabt. Allein durch die entgangenen Ticketerlöse wären pro Spiel Bruttoeinnahmen in Höhe von 60.000 bis 200.000 Euro weggefallen.

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"Natürlich zieht das einen Schaden nach sich", sagte Wolfsburgs Manager Karl-Heinz Fliegauf dem SID, "woanders geht es allerdings noch um wesentlich mehr Geld." Zu den Grizzlys kamen in der Vorrunde im Schnitt nur 2888 Fans, bei den Eisbären Berlin (12.901) und den Adler Mannheim (11.891) jedoch mehr als dreimal so viele.

DEB-Verbandspräsident Franz Reindl hatte schon am Montag Kritik am Umgang der Politik mit der Pandemie geäußert. "Es ist wichtig, dass Entscheidungen von den zuständigen Behörden bekannt gegeben werden. Mit Empfehlungen ist im Sport schwer zu arbeiten", sagte er dem SID.

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