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Moritz Seider ist das neueste Toptalent aus Deutschland. Bei der WM soll das Adler-Juwel für Deutschland glänzen. Beim NHL-Draft gilt er als Top-10-Kandidat.

Die Namen Willie Huber und Uli Hiemer sagen wohl nur den größten Eishockey-Fans in Deutschland etwas.

Huber hält mit Position neun im Draft (1978/Detroit Red Wings) den Rekord für die beste Position eines deutschen Verteidigers. Allerdings verbrachte er die meiste Zeit seiner Eishockey-Ausbildung in Kanada.

Hiemer hingegen verbrachte seine Jugend in Deutschland und wurde 1981 an 48. Position von den Colorado Rockies gedraftet - Rekord für die beste Position eines in Deutschland ausgebildeten Verteidigers.

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Seider gilt als Top-20-Pick für NHL-Draft

Aber nun macht sich ein junger Mann auf, zumindest den Rekord von Hiemer zu pulverisieren: Moritz Seider. Viele Experten haben ihn als Top-20-Pick auf der Rechnung, bei einigen schnuppert er sogar an den Top 10.

Bei der Eishockey-WM vom 10. bis 26. Mai in der Slowakei (LIVE im TV auf SPORT1) kann er seine Draft-Platzierung weiter verbessern. DEB-Trainer Toni Söderholm nominierte den Jungstar für den WM-Kader.

Sollte er dort erfolgreich spielen, dürfte das Interesse an Deutschlands Top-Verteidigertalent beim NHL Draft 2019 nur noch größer werden. Und wer weiß - vielleicht knackt er dann sogar Hubers Draft-Position neun.

Nur Goc war bei DEL-Debüt noch jünger

Doch wer ist dieser Seider eigentlich? Bereits mit 16 Jahren gab er sein Debüt in der DEL und kam auf immerhin vier Spiele. Den Rekord als jüngster DEL-Spieler verfehlte er damit nur knapp. Sein Adler-Kollege Marcel Goc war bei seinem Debüt ein halbes Jahr jünger.

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Nun hat Seider gerade seine erste vollständige Saison in der DEL absolviert und mit seinen mittlerweile 18 Jahren schon für ordentlich Furore gesorgt. 29 Spiele absolvierte er für die Adler Mannheim in der Hauptrunde. Dabei erzielte er zwei Tore und gab vier Assists für den Deutschen Meister.

In den Playoffs legte der Youngster aus Zell an der Mosel nach: In 14 Spielen verbuchte er fünf Assists. Mit diesen Leistungen verdiente er sich den Titel "Rookie der Saison". Kein Wunder also, dass auch die Scouts aus der NHL auf das deutsche Verteidiger-Talent aufmerksam geworden sind.

"Bei jedem Spiel sind eigentlich immer drei bis vier Teams anwesend und verfolgen das Spiel. Aber das kriege ich zum Glück immer erst hinterher gesagt. Dann wird sich nach dem Spiel kurz ausgetauscht, man lernt sich kennen und erfährt etwas über die Organisation", sagte Seider in der SPORT1-Doku N.I.C.E - Goldis Eishockey Welt.

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Seider: Die NHL ist das Ziel

Eine Tatsache, über die sich Seider freut. "Natürlich ist das (der NHL-Draft, Anm.d.Red.) ein Ziel. Wer will nicht als Eishockeyspieler irgendwann einmal in der besten Eishockey-Liga der Welt spielen? Das wäre falsch, wenn man das nicht behaupten würde."

Doch trotz seines jungen Alters kann er die Dinge richtig einordnen: "Ich weiß auch, dass der Schritt so riesengroß ist und ich im Moment noch weit davon entfernt bin, irgendwann mal gegen die großen Leute zu spielen. Da brauch ich noch ein paar Jahre dafür. Aber wir sind auf einem guten Weg."

Ein Weg, der bis jetzt stets nach oben gegangen ist. Bei der U20-Division 1A World Junior Championship führte er als 17-Jähriger die deutsche Auswahl als Kapitän aufs Eis. Mit einem Tor und sechs Assists war er maßgeblich am Aufstieg in die Top-Division beteiligt. Auch seine im Schnitt zwölf Minuten Eiszeit in der DEL sind für einen so jungen Rookie außergewöhnlich.

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"Träumen tut man davon schon ganz gern mal und stellt sich so einiges vor, wie das ablaufen soll. Aber dass das jetzt am Ende doch so viel wird, dass ich so viel eingesetzt werde, auch in Unterzahl, bedeutet mir schon viel. Auch das Vertrauen von den Trainern zu bekommen, ist unglaublich schön", zog er bei SPORT1 ein positives Fazit seiner ersten DEL-Spielzeit.

"Schauen, was in der großen Welt so passiert"

Trotz aller Erfolge ist er im Grunde immer noch ein junger Kerl, der auch mal den Schalk im Nacken hat. "Als junger Spund muss man natürlich auch ab und zu die Truppe zum Glühen bringen oder auch mal den ein oder anderen Gag machen mit den Jungs. Das gehört auch schon dazu."

Alle Vorschusslorbeeren interessieren Seider wenig: "Ich würde mich doch noch als sehr ruhigen und bescheidenen kleinen Jungen bezeichnen, der erst einmal schauen muss, was in der großen Welt so passiert und wie das Profi-Eishockey aufgebaut ist. Ich bin erst in meinem ersten Jahr und da sollen noch viele kommen."

Jetzt zählt aber erst einmal nur das erste große Highlight in seiner Eishockey-Laufbahn: die WM in der Slowakei mit Deutschland.

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