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eSports meets Olympia: Sasha "Scarlett" Hostyn gewann vor den Spielen in PyeongChang © ESL
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Jahrezehntelang kämpft der eSports um Anerkennung. Schon bald könnte er Teil der olympischen Spiele werden. Die Politik und der DOSB geben grünes Licht.

Von Marc Marake & Florian Merz

Durch die zunehmende Professionalisierung und das enorme Wachstum gerät der eSports immer mehr in den Mainstream-Fokus - auch beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Vizepräsident Walter Schneeloch stehe dem Phänomen aufgeschlossen gegenüber.

"Allerdings muss es für eine anerkannte Sportart auch praktikable Lösungen für die - bisher fehlende - Vereinsstruktur geben", sagte der Vizepräsident.

Dachverband gegründet

Diesem Manko wird entgegengewirkt: Ende 2017 hat sich mit dem ESBD der eSport-Bund Deutschland gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem eSport-Organisationen, aber auch Breitensport-Vereine und mit der ESL einen Giganten aus der Games-Branche.

Der ESBD nimmt sich viel vor. "Wir möchten nicht nur eine einheitliche Repräsentation der organisierten Spielerinnen und Spieler gewährleisten, sondern auch eine Plattform schaffen, die Breiten- wie Spitzensport eine positive Weiterentwicklung ermöglicht", sagte der von den Mitgliedern gewählte Präsident Hans Jagnow. 

Damit folgt Deutschland dem Vorbild weiterer Länder. Das populärste Beispiel für einen nationalen Verband ist die KeSPA, die Korean e-Sports Association, in Südkorea. Seit dem Gründungsjahr 2000 verfolgt der Verband das Ziel, eSport zu einem offiziell anerkannten Sport zu machen, mit Erfolg.

Die Politik zieht nach

Der eSports ist auch in der Politik ein diskutiertes Thema. Auch die Große Koaliton hat sich im Koalitionsvertrag dazu geäußert.

So solle eSports als Sport anerkannt werden und laut Dorothee Bär (CSU) endlich den Stellenwert bekommen, den dieser längst haben sollte. eSportlern solle es in Zukunft möglich sein, Vereine und Verbände in Deutschland zu gründen, "um eine olympische Perspektive zu schaffen."

Zitat aus dem Koalitionsvertrag: "Wir erkennen die wachsende Bedeutung der e-Sport-Landschaft in Deutschland an. Da eSport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir e-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen."

2024 auch bei Olympia?

International ist man schon einen Schritt weiter als in Deutschland. Die Organisatoren der Asienspiele haben eSport als offizielle Sportart in das Programm genommen. 2022 wird die neue Sportart erstmals in der chinesischen Stadt Hangzhou teil der Spiele sein. Welches Spiel oder welche Spiele dort im eSports als Disziplinen ausgetragen werden, ist bisher unklar.

Der eSports gehört in Südkorea schon seit mehreren Jahren zur Kultur. Deshalb wurde fünf Spielern der Organisation KT Rolster die Ehre zu Teil, die olympische Fackel zu tragen. Doch könnte das Team schon 2024 selbst am Wettbewerb teilnehmen.

Im Rahmen der Pariser Bewerbung für 2024 möchte das Team eSports-Diziplinen zum Teil des Turnieres machen. Das Programm wird 2019 Form annehmen und nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo bestätigt werden.

Welche Spiele kommen überhaupt in Frage?

Im Vorfeld zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gewann die Kanadierin Sasha "Scarlett" Hostyn das Intel-Extreme-Masters-Turnier in dem Strategiespiel StarCraft II. Das ist insofern bemerkenswert, da sie die erste Frau ist, die ein solches Turnier gewinnen konnte und weil dieses in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) veranstaltet wurde. 

Entsprechend stellt sich die Frage, welche Spiele sich für die Olympischen Spiele eignen würden. StarCraft II wäre aufgrund der jüngeren Vergangenheit und ersten Berührungen zum IOC prädestiniert. League of Legends und Dota 2 sind aufgrund ihrer weltumspannenden Beliebtheit ebenfalls heiße Kandidaten für Olympia. 

Gleiches gilt aber auch für das Fußballspiel FIFA. Der Rasensport ist eine der populärsten Sportarten der Welt und wird auch virtuell von Millionen von Menschen gespielt. Entsprechend wäre auch hier eine Nominierung als Disziplin denkbar.

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