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Vor allem gegen Ende von FIFA 19 wurden die kritischen Stimmen immer lauter. Fehler, Gameplay-Mechaniken und eindimensionale Verläufe auch in FIFA 20?

Wie in jedem Jahr wirft EA Sports einen neuen FIFA-Ableger auf den Markt. Wie immer soll alles besser, schöner und realistischer werden - so die Werbebotschaft. Das System dahinter ist über die Jahre aber immer gleich geblieben. 

Kann FIFA 20 wirklich einen Schritt nach vorne machen?

Kritik von allen Seiten

Schon in der laufenden Saison des Vorjahres gab es reichlich Kritik von Amateuren und Profis, die mit FIFA 19 so ihre Probleme hatten. Auf der Liste standen zu starke Gameplay-Mechaniken wie das Timed-Finishing, das - sofern man es beherrschte - einen echten Unterschied machte. Zu Beginn wenigstens. Nach einigen Patches und Abschwächungen sollte die Abschlussoption weniger stark werden, was nicht so recht funktionierte.

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Stattdessen fanden auf einmal schlechte Abschlüsse (rot bis orange) den Weg ins Tor, während die perfekt ausgeführten Schüsse zum Teil an Aluminium oder Torwart scheiterten. 

Hinzu kam die regelrechte Kartenflut, die EA über die Spieler hereinbrechen ließ. Zum Team der Woche gesellten sich schier unzählige Spezialkarten, Tauschkarten und Events. Der in den Vorjahren so berechenbare Markt wurde damit ein ganzes Stück instabiler. Außerdem waren für vergleichbare Squad Building Challenges nicht zu erklärende Aufwandsunterschiede enthalten.

Bekam man im ersten Monat Lucas Moura (86) noch für ein Butterbrot hinterhergeworfen, musste man für Marco Reus (88) wenig später fast schon eine Niere opfern. Für seine folgenden Spieler-des-Monats-Karten war übrigens die vorherige zwingend notwendig. 

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Durch regelmäßige Patches war EA Sports bemüht, FIFA 19 zu verbessern. Nicht selten sorgte ein solches Update aber zunächst für Unmut in der Community. Es scheint wohl nicht besonders einfach zu sein, eine Sportsimulation zu balancieren, ohne grundlegende Abläufe zu verändern. Beispielsweise beim späten Januar-Patch beschwerte sich Proownez, Profi im Dienste des Fokus Clans, dass auf einmal nur noch Kopfballtore fielen.

Immer das Gleiche

Auch in den Jahren zuvor kristallisierte sich ein gewisses Schema heraus. Demo? Gut! Release? Nicht übel! Nach einer Woche? Beschwerden aus der Community, das Spiel sei zu schwer. Nach zwei Wochen? Patch!

Und auf einmal fühlte sich das neue FIFA wieder wie ein altes an. 

Mittlerweile haben sich viele Profis und Influencer, die bereits Zugriff auf das Spiel haben, sehr positiv über FIFA 20 geäußert und das schwerere, aber deutlich belohnendere Verteidigen gelobt. 

Auch der amtierende Weltmeister MoAuba sprach im Rahmen des Release-Events im Interview sehr positiv über FIFA 20.

Angst und Hoffnung

Allerdings schwebt erneut die Angst im Raum, EA könnte in wenigen Wochen wieder an gewissen Schrauben drehen, um der breiten, mittelmäßigen Masse entgegenzukommen. Da es in FIFA und insbesondere in Ultimate Team um ein großes Geschäft geht, ist eine Anpassung im Sinne des Mainstreams nicht unwahrscheinlich.

Aus wirtschaftlicher Sicht sind also vereinfachende Patches, massenhaft Spezialkarten und jede Menge Pack-Aktionen zu erwarten. Die Hoffnung ist, dass sich zumindest das Gameplay im Verlauf der Saison nicht maßgeblich ändern wird und sowohl sporadische Spieler, als auch eSportler an dem Spiel wachsen können und dürfen.

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