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TimKalation im großen Interview über FIFA 20
TimKalation im großen Interview über FIFA 20 © TimKalation / EA Sports
Lesedauer: 19 Minuten
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Früher Unternehmensberater, heute hauptberuflicher Twitch-Streamer. TimKalation kennt sich besonders in FIFA gut aus und hat im Interview mit SPORT1 seine Gedanken zum aktuellen Teil preisgegeben.

Im ersten Teil des Interviews liegt der Fokus auf seinem Werdegang und der Situation im FIFA eSports.

Kurz zu dir – wie sah dein Lebensweg vor den Streams und dem FIFA-Content aus und wo siehst du dich und deine Online Präsenz in fünf Jahren?

Vor den Streams war ich zehn Jahre selbständiger Unternehmensberater für Business Development und Unternehmensphilosophie und habe in den ersten drei Jahren dieser Tätigkeit auch als Sachverständiger für IT und Elektronik gearbeitet. Im Endeffekt bin ich zum Streamen gekommen, weil ich schon mit sechs Jahren bereits Gamer war. Ich habe so gut wie alle Konsolen mitgenommen und war immer Nintendo- und Playstation-Kind. Also war ich dem Gaming schon immer verbunden. Im Rahmen der Unternehmensberatertätigkeit habe ich zufällig die Ur-Initiatoren von bPartgaming kennengelernt – Malte, Benny und Georg – und hatte dann die Gelegenheit Gründungsmitglied von bPartgaming zu sein.

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Irgendwann habe ich mir gesagt 'eigentlich, wenn du sowieso immer spielst, kannst du es auch streamen. Könnte ja lustig sein, mit anderen Leuten das zusammen zu erleben und sich auszutauschen über das Spiel.' Das war anfänglich nebenbei, sofern es die Zeit zuließ. Der Stress in diesem Job war natürlich krass. Dann wurde der Stream immer größer und überraschend erfolgreich, sodass ich irgendwann gesagt hab 'ich habe das jetzt zehn Jahre gemacht als Unternehmensberater, das nutzt du jetzt mal als Gelegenheit und nimmst eine Auszeit von dem Job und machst das Streamen als Fulltime-Job' - wobei der Verdienst natürlich nicht ansatzweise zu vergleichen war, aber ich habe die Leidenschaft quasi zum Beruf gemacht. Jetzt sind mittlerweile seit dem ersten Stream fast vier Jahre vergangen und ich bin drei Jahre Twitch-Partner. Es macht weiterhin sehr große Freude.

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Wo sehe ich mich – das ist eine interessante Frage und auch sehr schwierig zu beantworten. In meinem früheren Job ging es immer darum, Unternehmen, sei es Dax-Größe oder Startups, in ihrer Entwicklung zu begleiten. Das habe ich auch ganz gut gemacht – glaube ich. Man muss ja vorsichtig sein, es hat sicher nicht alles immer geklappt und nicht jeder Kunde war super zufrieden, das wäre ja vermessen, aber die meisten sehr. Aber auf mich selbst bezogen bin ich sehr, sehr passiv. Also ich entwickle mich sehr langsam weiter und pushe mein eigenes Wachstum eigentlich gar nicht, obwohl mir das immer nahegelegt wird. Mir ist es sehr zuwider mich anzubiedern und Kontakte zu knüpfen, bei denen es nur um das Networking geht, um irgendwie zu profitieren, das ist überhaupt nicht meine Mentalität. Nur ist das in diesem Business sehr wichtig, um wachsen zu können.

Es ist kontinuierliches Wachstum da, das freut mich sehr. Ich habe eine extrem treue Community. Das sagt man ja gerne so als Streamer, aber es ist wirklich Fakt bei mir und das ist das, wo ich die Motivation sehe weiterzumachen.

Also wo sehe ich mich – weiß ich nicht. Ich glaube, was clever wäre, auch aus persönlicher Sicht heraus, wenn ich mehr abseits des Gamings mache, mehr Talk, mehr Moderation, mehr Interviews auch Live, so Markus Lanz-mäßig vielleicht. Natürlich nicht derselbe Stil, aber so in diesem Bereich, weil ich da meine Stärken habe. Ich bin nicht der Gameplay Profi, vielleicht auch nicht der Lustigste, aber ich glaube diese Talk-Geschichten wären gut.

Am liebsten säße ich in fünf Jahren immer noch auf diesem Stuhl auf dem ich streame, mit wachsender Community – aber wir werden sehen.

Ich wirke immer sehr offensiv und selbstbewusst in dem was ich mache. Ich bin auch selbstbewusst wie ich mich sehe, ich weiß genau worin ich sehr gut bin, ich weiß aber auch worin ich sehr schlecht bin. Ich bin also sehr aufgeräumt in meiner Selbstwahrnehmung. Aber ich bin überhaupt nicht dieser „wo steht das Klavier“-Typ, auch wenn ich extrovertiert bin, ich bin auch sehr nachdenklich. Und was andere immer an mich herangebracht haben ist, dass sie mich im Fernsehen sehen. Und das sind Dinge, wo ich dann zurückschrecke und denke 'Ich?!' – ich nehme mich dann sehr zurück und sage nicht 'Klar! Da gehöre ich hin! Wo ist die Bühne?' So ein Selbstverständnis habe ich nicht. Aber ich fände es tatsächlich sehr spannend, so etwas mal zu machen. Aufgrund der möglichen Weiterentwicklung und auch um zu sehen wie ich mich da fühle und wie ich da angenommen werde. Aber wie kommt man dahin, vor allem wenn man so passiv ist wie ich, dann wird das schwierig.

Viele Youtuber und Streamer machen riesige Packopenings und sind damit ein „schlechtes“ Beispiel für viele Jugendliche. Worin liegen dabei Probleme?

Ich habe vieler diese Leute kritisiert, die so große Packopenings machen auf Youtube, weil sie eben Vorbild sind für viele junge Leute, die sich dann schlecht fühlen. Viele Leute wenden sich an mich, was sehr schön ist aber auch belastend natürlich. Wenn mir da zehn-, elf-, zwölf-jährige sagen, dass sie fast schon gehänselt werden in der Schule, weil sie nur für 50 Euro Packs öffnen - das muss man sich mal vorstellen. Weil im Freundeskreis eben viel mehr geht. Und dann wird sich immer mehr zurückgezogen und mit diesen Vorbildern begründet, die eben tausende Euro reinstecken und dann so krasse Teams haben.

Da steht dann tatsächlich so ein Druck da, mithalten zu müssen und auch ein mittzwanzigjähriger, der unter einen Beitrag auf Twitter gepostet hat, dass er bei Tisi Schubech jahrelang zugeschaut hat und eine Phase hatte, wo er in jeder Lightning Round von diesen Events quasi parallel mit Tisi jedesmal auch 100 Euro verzogen hat. Und zwar in jeder Lightning Round. Das sind an so einem Standard-Abend dann 300 Euro. Und wenn dieses Event dann mehrere Tage geht, dann bist du da bei über 1000 Euro. Einfach weil er dieses Gefühl haben wollte, mit denen das gleiche zu machen und gleichzeitig, ihnen nachzueifern. Und das als mittzwanzigjähriger.

Also in allen Altersgruppen haben Leute diese Vorbilder und ob das jetzt gut ist oder schlecht, sie eifern ihnen nach. Es sind eben nicht nur die, die ihr Leben nicht im Griff haben, weil das immer das erste Argument ist, das kommt. "Die sind alt genug und sind selbst verantwortlich. Wenn die so doof sind, sind sie selber schuld." Das ist ein bisschen zu einfach.

Du bist seit Jahren Teil der FIFA Szene und spielst nicht nur aktiv selbst, sondern gibst auch Trading Tipps in deinen Streams. Kannst du gewisse Eckpunkte nennen, die für den Markt besonders einschneidend sind?

Einschneidend ist der Release, bei dem bestimmte Kartenpreise eine erste Basis erhalten, eine grundsätzliche Preisstruktur, wo man einen ersten Eindruck gewinnen kann, welche Karten wie oft vorkommen und wie beliebt sie in der Community sind. Und dann sind es die Events, bei denen neue Kartentypen auf den Markt kommen. Diese Events beeinflussen den Markt immer sehr, was bestehende Karten betrifft und auch was die Bereitschaft der Spieler beeinflusst, Geld zu investieren.

Je besser die Karten sind und je mehr es davon gibt, wird der Wunsch gefördert sie zu besitzen. Wenn es viele Special-Karten gibt, suggeriert es, dass die Chance besonders hoch sei, eine davon zu ziehen. Wenn jetzt nur eine neue Superkarte in den Packs ist, fühlt es sich natürlich unwahrscheinlicher an, als wenn es elf, 15 oder wie viele auch immer sind. Die Realität ist natürlich eine andere. Die Chance so eine Special-Karte zu ziehen ist deutlich geringer als bei der normalen Goldversion.

Es ist ja nicht nur die Chance diese Special-Karte zu ziehen, die in dem Moment neu verfügbar ist im Spiel, sondern das, was man generell rausbekommt.

Man sollte auf keinen Fall Packs mit Coins öffnen. Klar gibt es immer mal jemanden, der das große Los zieht, aber in der Regel verliert man immer Coins. Rund 30.000 aus einem 100k-Pack zu bekommen ist schon gar nicht übel, so traurig es klingt. Das zeigt schon, wie schlecht der Outcome aus so einem Pack ist. Natürlich dürfen aus einem 100k Pack nicht immer 110k kommen, weil dann natürlich unendlich Coins generiert werden könnten, aber wenn sagen wir zehn Stück geöffnet werden, sollte man einen gewissen Gegenwert erwarten können. Du kannst davon 100 öffnen und ziehst nichts wertvolles und jemand anderes öffnet nur eins und zieht einen Messi oder Ronaldo TOTY und macht dann auf einen Schlag mehrere Millionen.

Das ist einfach dieser Glücksaspekt, der dort zu tragen kommt und das Ganze auf mehreren Ebenen so schwierig macht.

In FIFA 20 gibt es eine schier endlose Variation von Kartenrücken. Champions League, Heroes, Recordbreaker, TOTY und Co. Wird das nicht langsam etwas zuviel?

Das ist ein zweischneidiges Schwert und muss aus zwei Sichtweisen gesehen werden. Derjenige der Ultimate Team erfunden hat müsste eigentlich eine Platinstatue vor dem Hauptsitz in Vancouver haben. Ich hoffe für ihn, dass er irgendwie und wenn es nur im Promille Bereich liegt, beteiligt ist. Aber tatsächlich ist es in Unternehmen so, dass das was man während der Arbeitszeit erfindet zu 100 Prozent der Firma gehört. Da gibt’s dann vielleicht einen Strauß Blumen oder so.

Die Erfahrung die EA Sports seit FIFA 09 gesammelt hat und die Entwicklung, die es genommen hat, hat sie lernen lassen, dass Special Karten das Salz in der Umsatzsuppe sind und der Hauptantrieb für die Spieler sind, Geld auszugeben. Um in der Hoffnung so eine Karte zu ziehen oder sie sich mit den durch Packs generierten Coins einfach zu kaufen. Wenn ich sehe, dass immer wenn ich Special-Karten herausbringe, meine Umsätze steigen, dann ist es klar, dass man quantitativ rangeht und immer mehr veröffentlicht.

Aus Spielersicht ist das positive, dass Abwechslung reinkommt und man mehr Möglichkeiten hat Teams zu bauen. Vor einigen Jahren war es tatsächlich so, dass man in zehn Spielen in FUT Online achtmal dasselbe Team gesehen hat. Da waren dann typische Spieler drin, die jeder benutzt hat. Das war sehr sehr unkreativ. Ein weiterer positiver Aspekt für den Spieler an sich ist, dass die Spieler generell, auch starke Spieler, günstiger werden. Wenn mehr Auswahl ist und die Spieler sich an mehr verschiedenen Karten bedienen können, sinkt der Preis natürlich in der Fläche von vielen anderen starken Karten.

Ein weiterer Vorteil für die Spieler ist, dass es in gewisser Weise Spannung und Abwechslung in den Content bringt. Das sind positive Aspekte.

Es gibt aber auch negative Aspekte. Und das sieht man in FIFA 20 so extrem wie nie zuvor. Mit jeder neuer Special-Karte die eine gewisse Stärke hat, fällt der Preis vorangegangener Spezialkarten. Weil sich Spieler von den „alten“, die teilweise nur ein bis zwei Wochen alt sind, trennen, um sich diese neuen Karten leisten zu können. Das ist für die Besitzer der vormals besten Karten sehr unangenehm, weil sie durch den Wertverlust effektiv Coins verlieren. Klar, wenn alles fällt, ist die Kaufkraft des Spielers am Ende des Tages dieselbe, das stimmt. Aber effektiv gehen auf jeden Fall coins und direkte Werte verloren. So kann man im Endeffekt nie sein Ultimate Team wirklich bauen, weil das immer nur zwei Wochen das Ultimate Team ist und dann kommt irgendwas neues krasses. Diesen Ablauf haben die Spieler beim Bau ihres Teams immer im Hinterkopf. Das erzeugt natürlich Druck und Unbehagen.

Jugendliche sind dafür durchaus anfälliger, weil sie charakterlich noch nicht so gefestigt sind, immer möglichst coole neue Karten haben zu müssen und die müssen ja auch irgendwie finanziert werden. Selbst der Durchschnittsspieler fühlt sich immer so ein bisschen getrieben und gehetzt, weil ständig neue Special-Karten kommen, sich Gedanken um sein Team zu machen. Ein gutes Team unterstützt schon bei den Erfolgen die man erzielen kann. Das befeuert diesen stressigen Aspekt an FIFA. 

Wenn Profis bei großen Turnieren mithalten wollen, müssen sie in FIFA Points investieren, Packs öffnen und traden. Damit ist abseits des eigentlichen Gameplays ein unglaublicher Aufwand zu betreiben. Wie stehst du dazu, dass es für eSportler keine Partner-Accounts gibt?

Der FIFA eSports hat ein sehr großes Problem was sein generelles Standing angeht. Es gibt kaum eine Entscheidung seitens EA Sports, die in meinen Augen förderlich dafür ist, dass der FIFA eSports anerkannter wird. Und die kleinen Entscheidungen, die auf dieses Konto einzahlen würden, erstrecken sich über einen viel zu langen Zeitraum. Ich kenne jetzt sicherlich nicht jeden eSports-Titel auf diesem Planeten, aber dass es eine Grundvoraussetzung ist, sich ideale Spielvoraussetzungen verschaffen zu müssen, um keinen spielerischen Nachteil zu haben, also dass man mehrere tausend Euro dafür ausgeben muss, um mit auf Augenhöhe mitmischen zu können ist für mich einmalig. Das gibt es sonst nirgendwo.

In Hearthstone in gewisser Weise, weil du diese Packs erstmal haben musst. Du kannst sie erspielen, das geht in FIFA zwar auch, aber in FIFA ist das was du dir erspielst in einem viel schnelleren Rhythmus wieder weg und wird einmal im Jahr auf komplett Null gesetzt. Während du bei Hearthstone zwar auch Karten hast die rausrotieren, aber in einem überschaubaren Zeitraum. Und du bekommst für die auch noch was zurück. Das ist für mich einmalig, dass du zum Jahresstart erstmal mehrere tausend Euro investieren musst, um keinen spielerischen Nachteil zu haben, dass dir das Thema nicht im Weg ist. Normalerweise sollte es so sein, um wirklich als eSports-Ttitel anerkannt zu sein, dass einzig und allein deine spielerischen Fähigkeiten ausschlaggebend sind und nicht das was dir dein Geldbeutel an Werkzeug zur Verfügung stellt – oder sehr großes Glück. Das ist schon eine absolute Kernproblematik.

Du hast die Accounts angesprochen, die man ja stellen könnte seitens EA, das wäre ein gangbarer Weg, dass man sagt: Die Profis und wer auch immer, Streamer, Youtuber bekommen einen Account, bei dem immer automatisch alle Spieler zur Verfügung stehen, wie auch bei den Turnieren vor Ort. Damit dort der Pay-to-win-Aspekt rausfällt. Da gibt es aber auch Probleme. Zum einen wird die Schere zwischen bestehenden und noch-nicht-Profi-Spielern nochmal größer. Wo setzt du die Grenze? Ab wann bist du qualifiziert, jedes Jahr von EA einen solchen Account zu bekommen. Wenn du der Champion bist? Wenn du unter den Top 10 im ganzen Jahr gewesen bist, wenn du dich einmal für ein Offline-Event qualifiziert hast?

Wenn ich jetzt theoretisch genauso gut wäre wie ein aktueller Weltmeister und starte aber gerade rein in das Spiel, bin das ultimative Naturtalent, habe aber kein Geld und der bisherige Profi ist dann qualifiziert alle Spieler zur Verfügung zu haben, ist es für mich ungleich schwieriger mit ihm mitzuhalten. Wenn in FIFA zwei Spieler auf Augenhöhe gegeneinander antreten, dann ist das Team ein entscheidender Faktor. Das Spiel ist sowieso sehr Varianz-getrieben. Du kannst mit dem besten Stürmer im Spiel hundertmal die gleiche Torschusssituation haben. Und du hast, wenn du hundertmal exakt dasselbe eingibst nicht hundertmal dasselbe Ergebnis. Das ist eine weitere Kernproblematik die FIFA hat, um als eSports-Titel anerkannt zu werden.

Wenn du in Counter-Strike einen Headshot setzt, ist das ein Headshot. In Fifa ist ein Torabschluss nicht ein Torabschluss. Das ist die Schwierigkeit die EA mit seinem Fußballtitel hat und die generell alle Sportspiele haben, denn du brauchst diese Varianz. Auch im wahren Leben schießt Lionel Messi hundertmal aus derselben Position nicht hundertmal an die selbe Stelle. Du brauchst diese Varianz, damit es sich auch wie Fußball anfühlt. Gerade Ballsportarten leben davon, dass die Ballphysik auch mal zu Dingen führt, die unvorhergesehen sind. Wenn der Ball leicht berührt wird oder Wind im Spiel ist zum Beispiel.

Wenn du jetzt ein Topteam hast und mit Eusebio Prime aufs Tor schießt, dann ist das was anderes, als wenn du mit Lukas Podolski aufs Tor schießt. Da kannst du spielerisch auf Augenhöhe sein, aber wenn der eine mit Podolski aufs Tor schießt und der andere mit Eusebio Prime, dann ist das ein großer Unterschied. Das ist die absolute Kernproblematik, die eben befeuert wird durch "Du kannst Eusebio Prime haben, musst aber vermutlich mehrere tausend Euro ausgeben".

Deswegen wird dieser FIFA eSports immer ein Problem haben, wenn sich daran nichts ändert. Man darf nicht unterschätzen – die meisten Klicks im FIFA Content Bereich haben Packopenings, das heißt die Content Creator und auch die Profis haben dann am meisten Zuschauer, wenn sie viele Packs öffnen. Natürlich haben die Profis auch dann viele Zuschauer, weil die etwas lernen möchten.

Um nochmal zur Vorbildfunktion derer zurückzukommen, die Packs ziehen – wenn die auf einmal alle keine Packs mehr öffnen müssen, weil sie schon das beste Team gestellt bekommen, animieren sie natürlich auch nicht mehr die Zuschauer, selbst Packs zu öffnen. Was dann große Einbußen für die Umsätze bedeutet. Also kann EA gar kein Interesse daran haben, seinen Streitern, seien es Profis oder Content Creator, Accounts zur Verfügung zu stellen, bei denen alle Spieler drin sind.

Also Umsatzeinbruch und fehlende Fairness für Nachwuchsspieler.

Da wird sich nichts ändern, denke ich. Diese Rating Beschränkungen mit 86er overall sind auch Augenwischerei. Man kann absolute Hyper-MetaTeams nahezu vollständig mit 86 overall bauen. Mit ein paar kleinen Einschnitten schon, aber trotzdem. Diese Teams, die du daraus bauen kannst, sind auch krass viel wert.

Auch Regelungen mit einer Maximalzahl an Ikonen am Anfang des Jahres - es sind immer noch so viele erlaubt, dass es für den Normalo auf der Couch, der das Portmonee nicht hat, unerreichbar ist.

Das sieht oberflächlich aus, als würde es in die richtige Richtung gehen, aber wenn du dir das genauer ansiehst, erkennst du genau: Augenwischerei.

>> Hier geht es zu Teil 2 des Interviews <<

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