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Das deutsche LoL-Erfolgsteam Euronics Gaming beim ersten Sieg der Premier Tour in Hamburg © Summoner's Inn
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National geht kein Weg am League-of-Legends-Team von Euronics Gaming vorbei. Doch was ist das Geheimnis der Gamer? SPORT1 hat nachgefragt.

Das LoL-Team des Elektronikhändlers Euronics holte seit dem Einstieg in 2015 nahezu alle Titel, die es im deutschsprachigen Raum zu holen gibt.

Im Interview mit SPORT1 verrät die Mannschaft zusammen mit Gründer Kevin Westphal, was das Erfolgsteam vom Rest unterscheidet.

Auch dieses Jahr lief es für die Jungs im blau-gelben Trikot richtig rund. Der Titel in der deutschen ESL Meisterschaft konnte trotz Lineupwechsel verteidigt werden und auch in der Premier Tour brilliert das Quintett.

Alte Hasen bei ESG

Lediglich der 27-jährige ESG-Veteran Daniel "Broeki" Broekmann blieb dem Team seit Beginn des Jahres treu. Allerdings wechselte er zum Start der Sommersaison von der Coaching-Position zurück zu seiner ursprünglichen Spieler-Position.

SPORT1 erklärte er, warum: "Durch die Premier Tour hat die deutsche Szene einen Neustart erfahren, bei dem ich gerne dabei sein wollte. Abgesehen davon hat sich während meiner Coaching-Zeit ein gewisser Hunger nach mehr entwickelt. Wieder als Spieler aktiv zu sein, war somit für mich attraktiver denn je."

Damit ging er bereits auf die diesjährige größte Veränderung der deutschsprachigen LoL-Szene ein. Im Frühjahr kündigte Riot Games in Zusammenarbeit mit Summoner’s Inn die Premier Tour, einer neuen Turnierreihe für die DACH-Region, an.

Dabei werden mehrere Stops durchlaufen, bei denen jeweils das Finale auf einem Live-Event ausgetragen wird. Zu gewinnen gibt es 10.000 Euro für den ersten Platz und Tour-Punkte, um bei den European Masters, der Europa League in LoL, teilzunehmen.

Von solch einer Förderung des eSports in Deutschland hat ESG lange geträumt.

Neue und altbekannte Gesichter in der neuen Aufstellung

Für die Premier Tour stellte das Werksteam ein nicht ganz so neues Roster vor. In der Top-Lane ist nun der Rookie Simon "Ventair" Tschammer zu sehen. Als neuer Jungler wurde der aufstrebende Neuling Muhammad "Agurin" Kocak, der zuvor bei der Konkurrenz BIG spielte, verpflichtet.

Auf die Mid-Lane kehrte der beliebte Streamer Frederik "noway" Hinteregger zurück. Er spielte bereits mehrere Seasons für ESG und war schon damals das Gesicht der Organisation. Auf der Botlane wurden wieder Broeki und ein ebenfalls bekanntes Gesicht von ESG, Yannick "Pandar" Greff, verpflichtet. Trotz dieses Komplettwechsels hielt der Erfolg weiter an.

Diese "besondere Mischung" aus Spielertypen, wie Euronics sich selbst bezeichnet, sowohl auf dem Spielfeld als auch im realen Leben, trägt zum Erfolg für ESG bei: "Wir haben sehr erfahrene Spieler die ihr Wort durchsetzen, aber auch 'junge wilde' Spieler, die viele neue Impulse setzen."

Denn mit diesem Lineup gewannen das Team nicht nur zum wiederholten Male die ESL Meisterschaft im Sommer, sondern auch drei Mal in Folge die Premier Tour und qualifizierte sich so für die European Masters.

Ohne Training zum Erfolg

Auf die Frage, wie das Training für die Wettbewerbe aussah und wie sie sich auf das anstehende europäische Top-Turnier vorbereiten werden, musste das Team zugeben, dass die Vorbereitung überhaupt nicht so intensiv sei.

Trainingsspiele wurden kaum durchgeführt. Ausnahme bildete da die explizite Vorbereitung auf spezielle Gegner. Lediglich die regelmäßig stattfindenden offiziellen Spiele in der ESL Meisterschaft und der Summoner’s Inn League hätten als Vorbereitung auf die Premier Tour gereicht.

"Das sollte gar nicht funktionieren"

Gründer Kevin Westphal findet es erschreckend, dass es funktioniert: "Um ehrlich zu sein, bin ich natürlich extrem stolz auf unsere Leistung, aber sie erschreckt mich auch." Selbst die stärksten Kontrahenten aus der DACH-Szene wie Adhoc, SK Gaming und BIG kommen trotz mangelnden Trainings nicht an sie ran.

Bis zur europäischen Königsklasse EU LCS ist der Sprung aber noch groß: "Es gibt vielleicht einige Talente, die das Potenzial haben in der LCS zu spielen, eine Chance gegen diese Teams haben wir aber vermutlich eher weniger."

Im Bezug auf die European Masters werden sie weiterhin mit der lockeren Strategie fahren: "Wir werden sehen, ob uns die anderen Teams zerstören, oder ob wir sie mit unserem Spielstil fertig machen können. Wir sind definitiv heiß auf die EU Masters und Deutschland zu vertreten. Unser Ziel ist es auf jeden Fall aus der Gruppenphase rauszukommen, wie es dann weitergeht werden wir sehen. Eine Teilnahme an den Offline-Playoffs in Polen wäre natürlich traumhaft."

Vielleicht wird ESG dafür dann ein paar mehr Trainingssessions einlegen. 

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