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So verführerisch - natürlich schmackhaft, aber auch das reinste Hüftgold. Pommes sind eine schöne Sache, müssen aber auch fleißig wieder abtrainiert werden
So verführerisch - natürlich schmackhaft, aber auch das reinste Hüftgold. Pommes sind eine schöne Sache, müssen aber auch fleißig wieder abtrainiert werden © Haenel, Paul
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Pommes sind das liebste Kartoffelprodukt der Deutschen. SPORT1 hat den Überblick, wie viel Sport notwendig ist, um die frittierte Sünde wieder abzutrainieren.

Im Schwimmbad, an der Autobahnraststätte oder einfach wenn der kleine Hunger kommt - Pommes sind das liebste Kartoffelprodukt der Deutschen.

Obwohl es sich bei der goldenen Knolle um ein Gemüse handelt, sind Pommes alles andere als gesund. SPORT1 wirft einen genaueren Blick auf die frittierten Kartoffelspalten und klärt auf, wie viel Sport nötig ist, um eine Portion Pommes wieder zu verbrennen.

Aus was bestehen Pommes?

Pommes oder Pommes frites bestehen aus Kartoffeln, die längs in Stäbchen geschnitten und anschließend in Pflanzenöl oder Rindernierenfett zweimal frittiert werden: Beim ersten Mal werden die Fritten bei einer Temperatur von 140 bis 180 Grad gegart, beim zweiten Mal bei etwa 190 bis 200 Grad. Der Grund für das zweifache Frittieren: Würde man die Pommes nur in einem Durchgang zubereiten, wären sie innen nicht gar oder außen zu dunkel.

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Während Pommes im Original - aus Belgien stammend - nur aus diesen wenigen Zutaten zubereitet werden, steckt in den Kartoffelsticks einiger Fast-Food-Ketten viel mehr drin. Die Pommes-Rezeptur von McDonalds ist beispielsweise vollgestopft mit Zusatzstoffen. Dazu gehören unter anderem Tertiär-Butylhydrochinon (TBHQ), Polydimethylsiloxan (PDMS) und Dinatriumhydrogenphosphat.

Die Zusatzstoffe sind zwar erlaubt und gelten in geringen Maßen als unbedenklich, sollten aber trotzdem nicht in hohen Dosen konsumiert werden. Auch natürliches Rindfleischaroma ist in Pommes zu finden, - zumindest in den USA - wodurch sie als Burger-Alternative für Vegetarier und Veganer wegfallen. Es wird verwendet, um den Geschmack der Fritten beizubehalten, wenn diese in Pflanzenöl statt Rindertalg frittiert werden.

Ein weiterer Faktor ist noch problematischer und wird viel kritisiert: Pommes enthalten Acrylamid. Das entsteht, wenn Stärke oder Zucker und die Aminosäure Aspargin in einem Lebensmittel gemeinsam auf über 120 Grad erhitzt werden. Der Substanz werden einige gesundheitsschädliche Wirkungen nachgesagt. Unter anderem soll es krebserregend sein. Damit die Kartoffelspalten aber knusprig werden, ist Acrylamid quasi unverzichtbar. Es kommt übrigens auch in Chips, Knäckebrot, Kaffee und Keksen vor.

So sind Pommes sogar gesund

Werden Pommes selbst zubereitet, können sie sogar richtig gesund sein.

Dazu müssen zuerst die Kartoffeln geschält und in Pommesform gebracht werden. Anschließend werden die Kartoffelstifte mit Salz,Pfeffer und Paprikapulver gewürzt. Verzichtet man auf die Fritteuse und bereitet die Fritten stattdessen im Backofen zu, spart man sich schon einen Haufen Kalorien, da sie weniger Fett enthalten. Es reicht, die Pommes mit einem Schuss Pflanzenöl wie Rapsöl einzustreichen.

Ein weiterer Tipp: Je dicker die Pommes frites, desto langsamer entsteht Acrylamid. Zudem sollte die Temperatur 180 Grad nicht überschreiten, da die Acrylamidbildung dann plötzlich um ein Vielfaches steigt.

Warum sind Pommes als Dickmacher so gefährlich?

Pommes sind wahre Kalorienbomben. Auf 100 Gramm frittierte Kartoffelsticks kommen circa 320 Kalorien. Zum Vergleich: 100 Gramm rohe Kartoffeln haben gerade einmal 80 Kalorien. Übrigens stecken in einer kleinen Portion Pommes bei MCDonalds rund 80 Gramm, in der großen Tüte circa 110 Gramm.

Aber damit nicht genug. In den meisten Fällen werden Pommes nicht einfach so gegessen - sondern zuvor in leckere, aber genauso fettige und ungesunde Soßen getaucht, die eine Menge an Zusatzkalorien liefern. Eine Portion Ketchup (20 ml) hat 25 Kalorien, eine Portion Mayonnaise schlägt sogar mit rund 150 Kalorien zu Buche.

Die große Gefahr liegt aber darin, dass es so schwer fällt, wieder mit dem Essen aufzuhören. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: In der Lebensmittelindustrie findet ein festes Verhältnis aus Kohlenhydraten und Fetten häufig Anwendung. Wenn ein Produkt zur Hälfte aus Kohlenhydraten und zu circa 35 Prozent aus Fett besteht, spricht man von der sogenannten "Naschformel".

Der Mensch springt auf diese Formel besonders stark an, da solche Lebensmittel in der Natur nicht vorkommen, und es fällt deutlich schwerer, mit dem Essen aufzuhören. 

Wie viel Sport, um eine Portion Pommes abzubauen?

Mit ausreichend Bewegung kann man kleine Sünden auch wieder ausgleichen. SPORT1 fasst zusammen, wie lange Sie trainieren müssen, um eine Portion Pommes (100 g) zu verbrennen:

  • 30 Minuten Joggen
  • 60 Minuten spazieren gehen
  • 40 Minuten Krafttraining
  • 45 Minuten Fahrradfahren
  • 40 Minuten Schwimmen (Brust)
  • 25 Minuten Squash

Natürlich kommt es dabei immer auf Alter, Gewicht, Größe und Geschlecht einer Person sowie die Intensität beziehungsweise Geschwindigkeit der Tätigkeit an. Es handelt sich also nur um Richtwerte, die sich auf einen etwa 70 Kilogramm schweren Esser beziehen.

SPORT1-Tipp: Auch wenn Pommes nicht die beste Mahlzeit für eine schlanke Figur sind, dürfen Sie sich ruhig mal etwas gönnen. Besonders wenn Sie die Mayo weglassen und stattdessen zum kalorienärmeren Ketchup greifen. Optimaler ist es, die Pommes selbst zu machen - und zwar im Ofen. Dann können Sie mit ruhigem Gewissen genießen.

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