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Jos Luhukay stieg schon mit Gladbach, Augsburg und Hertha in die Bundesliga auf
Jos Luhukay stieg schon mit Gladbach, Augsburg und Hertha in die Bundesliga auf © Getty Images
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München - Jos Luhukay will St. Pauli noch an die Aufstiegsränge heranführen. In seinem ersten Interview spricht er über den besonderen Reiz des neuen Jobs.

Plötzlich ist Jos Luhukay wieder da. Am Mittwoch gab der FC St. Pauli zur Überraschung vieler die Entlassung von Markus Kauczinski und Sportchef Uwe Stöver bekannt, kurz darauf wurde mit Luhukay schon der neue Cheftrainer präsentiert.

"Der Verein hat mich Anfang der Woche kontaktiert. Ich wollte in jedem Fall zur neuen Saison die nächste spannende Aufgabe übernehmen und musste deshalb nicht lange überlegen, sofort einzusteigen", sagt Luhukay in seinem ersten Interview als Coach der Braun-Weißen bei SPORT1.

In seinem ersten Spiel mit St. Pauli darf Luhukay direkt die besondere Atmosphäre am Millerntor schnuppern: Am Sonntag ist Arminia Bielefeld zu Gast (2. Bundesliga: FC St. Pauli - Arminia Bielefeld ab 13.30 Uhr im LIVETICKER).

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Interimistischer Sportdirektor ist bis Saisonende Andreas Rettig, der ehemalige kaufmännische Geschäftsführer der Hamburger. (Ergebnisse und Spielplan der Zweiten Liga)

Aufstieg mit Gladbach, Augsburg und Hertha

Zweieinhalb Jahre war Luhukay, der mit Borussia Mönchengladbach, dem FC Augsburg und Hertha BSC den Bundesliga-Aufstieg schaffte, weg aus Deutschland. Nach seinem Aus beim VfB Stuttgart brauchte der Niederländer Abstand.

Zur Saison 2016/17 wurde Luhukay von den zuvor in die Zweite Liga abgestiegenen Schwaben verpflichtet. Am 15. September 2016 trat er nach nur vier Saisonspielen zurück. Der Grund waren Querelen mit dem damaligen Sportvorstand Jan Schindelmeiser, man war sich bei der Kaderzusammenstellung uneins. Schindelmeiser und Luhukay - zwei unterschiedliche Welten. Keine schöne Zeit für den Rekord-Aufstiegstrainer.

Nach 16 Monaten Pause startete Luhukay im Januar 2018 ein neues Abenteuer, wurde Trainer beim englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday. Doch es lief nicht wie gewünscht.

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Im Dezember 2018 wurde er dort beurlaubt, nachdem aus den vorangegangenen zehn Partien nur ein Sieg gelang, die Mannschaft mit 24 Punkten nach 22 Spielen im unteren Tabellendrittel stand. Zwischenzeitlich hatte der Klub allerdings auch einen Relegationsplatz zur Premier League belegt.

St. Pauli hat Union Berlin in Reichweite

Das Angebot von St. Pauli kam nicht nur für Luhukay wie aus heiterem Himmel. Der Klub steht immerhin auf Platz sieben und hat mit fünf Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz durchaus noch die Chance, aufzusteigen - zumal die Kiezkicker im Vergleich zum Tabellendritten Union Berlin noch ein Spiel mehr zu absolvieren haben. (Die Tabelle der Zweiten Liga)

Als der Anruf kam, musste Luhukay jedenfalls nicht lange überlegen. "St. Pauli ist in der Zweiten Liga für jeden Trainer ein Wunschverein", sagt der 55-Jährige, der nach SPORT1-Informationen einen Vertrag bis 2021 erhalten hat. "Ich freue mich auf die Atmosphäre am Millerntor, die Mannschaft und die Stadt Hamburg."

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Die aktuelle Lage beim Klub sieht er positiv, er sprüht daher vor Tatendrang.

"Die Hinrunde lief sehr gut, aber zuletzt hat die Mannschaft viele Punkte liegen gelassen", meint Luhukay. Er ist nicht zurückhaltend, sondern zeigt seine unbändige Freude über das neue Engagement ganz offen und lässt die Fans am Millerntor sogar träumen: "Es sind noch sechs Spieltage, wir haben nach unten nichts zu verlieren und können uns die Chance auf Platz drei weiter erarbeiten."

Wozu es am Ende reicht, werde man sehen. "Aber warum sollen wir bei dieser Ausgangslage so tun, als wäre die Saison vorbei?", betont Luhukay: "Außerdem legen wir ab sofort die Basis für die nächste Saison, egal, wie es kurzfristig läuft."

Auslands-Abenteuer für Luhukay

Das Kapitel England war für Luhukay kurz, aber spannend. "Ich wollte nach so vielen Jahren in Deutschland einmal etwas anderes machen, ins Ausland gehen. Die Championship (zweite englische Liga, Anm. d. Red.) hat 24 Mannschaften, die fast alle Investoren gehören. Davon wollen gefühlt, die Hälfte in die Premier League."

Luhukay beschreibt diesen Zustand als "noch viel extremer, als man es in Deutschland kennt."

Er sei froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Als St. Pauli jetzt die Verpflichtung von Luhukay bekannt gab , klingelte sein Handy und sein Ex-Chef meldete sich. "Ich habe mich gefreut, dass der Eigentümer von Sheffield Wednesday (Deiphon Chansiri, Anm. d. Red.) einer der Ersten war, der mir zum neuen Engagement gratuliert hat."

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