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Der 1. FC Nürnberg benennt im Fall Bakery Jatta einen Kronzeugen. Dieser soll Licht in die ungeklärte Situation um die Identität des HSV-Profis bringen.

Auch drei Wochen nach Aufkommen schlägt der Fall Bakery Jatta weiter hohe Wellen.

Die durch Medienberichte aufgeworfene Frage lautet: Spielt der Profi des Hamburger SV unter seinem richtigen Namen und Alter in Deutschland und ist die auf ihn ausgestellte Spielerlaubnis damit gültig?

Daher haben mit dem VfL Bochum, dem Karlsruher SC und dem 1. FC Nürnberg bereits drei Vereine Einspruch gegen die Wertung ihrer Partien gegen den HSV eingelegt, in welchen der Spieler zum Einsatz kam.

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1. FC Nürnberg benennt Kronzeugen im Fall Jatta

Nun haben die Nürnberger nach SPORT1-Informationen gegenüber dem DFB einen Kronzeugen benannt, der im Verfahren aussagen soll. 

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Genauer wollte sich der Club aufgrund der "Sensibilität des Themas" auf SPORT1-Anfrage allerdings nicht dazu äußern, da man sich in einem laufenden Verfahren befinde.

Zunächst hatte bereits die Sport Bild vom Einsatz des Kronzeugen berichtet und dabei namentlich Seydou Sané, Präsident des senegalesischen Erstligisten Casa Sports, genannt, welcher angeblich Beweise liefern könne, dass es sich bei Jatta in Wahrheit um seinen Ex-Spieler Bakary Daffeh handeln soll.

Bericht über Identitätsschwindel schlägt hohe Wellen

Anfang des Monats hatten Bild und Sport Bild einen Bericht veröffentlicht, in welchem die Behauptung aufgestellt wurde, bei Bakery Jatta würde es sich in Wahrheit um den zuvor in Afrika aktiven Profi Bakary Daffeh handeln. Dieser soll im Jahr 2015, kurz bevor Jatta aus seiner Heimat Gambia nach Deutschland kam, spurlos verschwunden sein.

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Auch soll der Spieler nach Recherchen des Blatts bei seiner Einreise ein falsches Geburtsdatum angegeben und bereits 23 Jahre - und nicht wie angenommen erst 21 Jahre - alt sein.

Konfrontiert mit den Berichten hatte Jatta nach SPORT1-Informationen damals jegliche Vorwürfe gegenüber seines Arbeitgebers abgestritten, der sich seitdem schützend vor den Offensivspieler stellt und diesen auch weiter in Pflichtspielen einsetzte.

HSV-Sportvorstand Boldt fordert schnelle Entscheidung

Erst in der Vorwoche hatte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt eine schnelle Entscheidung der DFL in der ungeklärten Situation um die Spielberechtigung Jattas gefordert. "Ich erwarte diesbezüglich auch den Schutz des Spielers und unseres Klubs durch den DFB und die DFL, zum Beispiel durch eine zeitnahe Entscheidung über den Einspruch des 1. FC Nürnberg", sagte er. 

An der Position und Haltung des HSV gegenüber Jatta hatte sich laut Boldt dennoch nichts verändert. "Wir stehen weiterhin voll und ganz hinter unserem Spieler und Mitmenschen Bakery Jatta." Man sehe weiterhin keinen Grund dafür, den Mittelfeldspieler im Ligabetrieb nicht mehr einzusetzen."

Konfrontiert mit den neusten Entwicklung reagierte Thomas Bliwier, Anwalt des Spielers, dennoch ruhig. "Das sehe ich gelassen", sagte er dem SID

Auch Bezirksamt Hamburg-Mitte ermittelt weiter

Neben dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ermittelt auch das Bezirksamt Hamburg-Mitte. Jatta gab am Dienstag über seinen Anwalt die angeforderte Stellungnahme beim zuständigen Welcome-Center ab. "Wir haben die Vorwürfe zurückgewiesen", sagte Anwalt Bliwier. Er sei "natürlich zuversichtlich", dass das Verfahren eingestellt wird.

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Nun ist das Bezirksamt am Zug. Die Aussage Jattas sei "ein kleiner Baustein von vielen", sagte eine Behörden-Sprecherin dem SID. Zur Dauer des Prüfverfahrens wollte sie sich nicht näher äußern. "Es wird auf weitere Informationsquellen zurückgegriffen. Es ist völlig offen, was dabei herauskommt." 

Zwei Szenarien sind möglich: Entweder wird das Verfahren eingestellt oder es kommt zur Einleitung eines Rücknahmeverfahrens. Eine Entscheidung darüber wird nach SID-Informationen aller Voraussicht nach im September fallen.

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