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Hamburg - Ein Österreicher in Hamburg. Lukas Hinterseer ist beim HSV im Sturm gesetzt. SPORT1 hat mit ihm über die Topspiele gegen Stuttgart und Trainer Hecking gesprochen.

Vorhang auf zum Spitzenspiel!

Der Hamburger SV führt mit 21 Punkten die Tabelle der 2. Bundesliga an. Am Samstag kommt es zum Kracher-Duell mit dem Tabellenzweiten VfB Stuttgart (20 Punkte). (2. Bundesliga: Hamburger SV - VfB Stuttgart ab 13 Uhr im LIVETICKER)

Mittendrin: HSV-Torjäger Lukas Hinterseer, der im Sommer vom VfL Bochum zum Traditionsverein aus Hamburg kam.

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SPORT1 hat den Österreicher zum Exklusiv-Interview getroffen. Hanburgs neuer Mittelstürmer verrät, was den HSV derzeit so stark macht und warum er Fußballer statt Skifahrer wurde.

SPORT1: Herr Hinterseer, das Topspiel gegen den VfB Stuttgart steht an. Kann hier schon eine Vorentscheidung fallen?

Hinterseer: Das würde ich so nicht sagen. Wir haben ein Drittel der Saison absolviert und können sagen, dass wir durchaus gut gestartet sind und nicht umsonst an der Spitze stehen. Am Wochenende erwartet und hier ein volles Haus, wir freuen uns riesig auf das Spiel. Wenn wir gewinnen sollten, sind wir allerdings noch nicht aufgestiegen. Genauso andersrum: Wenn wir verlieren sollten, ist auch noch nichts entschieden.

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SPORT1: Am Dienstag treffen Sie im Pokal gleich nochmal auf Stuttgart. Welches Spiel ist wichtiger?

Hinterseer: Die Partie am Samstag ist natürlich erstmal am wichtigsten. Dass es dann ein paar Tage später gegen den gleichen Gegner im Pokal geht, ist schon etwas interessant. Das hatte ich so auch noch nie. Generell würde ich im Pokal mal gerne etwas weiterkommen, da bin ich bislang kein wirklicher Experte. Bislang war immer in der 2. Runde Schluss. Wir spielen zu Hause, daher wollen wir das natürlich unbedingt gewinnen.

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SPORT1: Mario Gomez sagt, dass der VfB beide Spiele gewinnt…

Hinterseer: Ok, das ist seine Meinung. Das wollen wir auch! (lacht)

Hinterseer: "Im Training lässt sich keiner hängen"

SPORT1: Was ist beim HSV passiert, dass das Team derzeit so gefestigt wirkt?

Hinterseer: Die großen Vergleiche kann ich nicht machen, ich bin ja auch erst seit diesem Sommer hier. Aber der Trainer sorgt schon für ein großes Gemeinschaftsgefühl. Die Qualität im Kader ist sehr hoch, jeder hat den Wunsch zu spielen, das setzen wir um, um uns gegenseitig zu pushen. Uns zeichnet zurzeit aus, dass auch die Spieler, die zunächst nur auf der Bank sitzen, wenn sie dann reinkommen, auch nochmal richtig Schwung bringen. Im Training lässt sich auch niemand hängen und bringt sich voll ein. Genauso sollte es sein. Es macht Riesenspaß hier mit den Jungs zu zocken.

Hinterseer: Hecking gibt uns Kraft

SPORT1: Coach Dieter Hecking hat Sie zuletzt öffentlich kritisiert, es wurde von einem "Warnschuss" geschrieben. Brauchen Sie das?

Hinterseer: Ich habe das gar nicht so mitbekommen, weil ich bei der Nationalmannschaft war. Ich weiß aber auch selbst, dass ich die vergangenen beiden Partien vielleicht nicht so gut gespielt habe, wie das eigentlich kann. Der Trainer hat natürlich mit Bobby Wood und Martin Harnik weitere Alternativen, umso glücklicher bin ich, dass er trotzdem auf mich gesetzt hat und ich das Vertrauen mit einem Treffer zurückzahlen konnte. Wer mich kennt der weiß, dass ich mich auf dem Platz immer für die Mannschaft zerreißen werden. Manchmal gibt es eben solche Phasen, wo es nicht so läuft. Gegen Greuther Fürth bin ich elf Kilometer gelaufen und hatte gefühlt keinen Ballkontakt, das mache ich aber gerne, wenn ich so der Mannschaft helfen kann. 

SPORT1: Ist Hecking der richtige Trainer für den HSV?

Hinterseer: Er ist natürlich nicht umsonst so lange im Geschäft. Er weiß genau, wie er mit den Spielern umzugehen hat. Er hat einfach eine Menge Erfahrung. Seine Ruhe und Souveränität gibt er an uns weiter und das wiederum spüren wir natürlich. Das gibt uns Kraft.

"Sowas kann doch nur negativ enden"

SPORT1: Vier Tore für Sie persönlich bislang. Hatten Sie vor der Saison eine Zahl im Kopf?

Hinteresser: Nein, nein! Das mach ich nie. Sowas kann doch nur negativ enden (lacht). Ich bin froh über jeden Treffer, den ich mache. Wichtig ist, dass wir nach jedem Spiel den Dreier einfahren. Dann sind alle happy – und ich auch.

SPORT1: Was sind Sie für ein Typ: Sie wohnen im eher ruhigen Hamburger Westen. Warum?

Hinterseer: Mit zwei Hunden bietet sich das natürlich an. Die brauchen nämlich ziemlich viel Auslauf und ich habe anschließend meine Ruhe auf der Couch. Ich genieße die Natur und die Auszeiten mit meinen Hunden. Stress habe im Stadion genug (lacht). Manchmal gehe ich aber auch gerne in die Stadt, zum Beispiel, um mal schick Essen zu gehen. 

Ski-Vergangenheit: "War einfach nicht gut genug"

SPORT1: In ihrer Jugend sind Sie auch Ski-Rennen gefahren. Ihr Opa Ernst Hinterseer wurde 1960 in Squaw Valley Olympiasieger im Slalom. Wieso eigentlich Volksparkstadion und nicht Val d’Isere oder Streif?

Hinterseer: Ich war einfach nicht gut genug. (lacht) Also im Vergleich zu meinen jetzigen Mannschaftskollegen schon, aber im Skisport ist die Dichte viel größer. Zudem hat mit Fußball irgendwann einfach mehr Spaß gemacht.

SPORT1: Wie fand das die Familie?

Hinterseer: Super! Denen war das eh viel zu gefährlich. Die sind glücklicher, wenn ich über den Rasen renne als mit 180 km/h die Streif runterschieße… (lacht)

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