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München - Er war der "Schweini" und er bleibt einer der "großartigsten Spieler aller Zeiten": Bastian Schweinsteiger - eine Würdigung eines perfekten Spielertypen.

Joachim Löw vermittelte an diesem Frust-Dienstag mit 13 Absagen vor dem überflüssig gewordenen Testlauf gegen eine 1b-Auswahl Argentiniens nur einmal echte Freude: als er über Bastian Schweinsteiger als einen der "großartigsten Spieler aller Zeiten" im deutschen Fußball sprach.

Der deutsche Fußball, die Deutschen und Schweinsteiger - das ist spätestens seit dem WM-Finale am 13. Juli 2014 in Brasilien eine ungebrochene, echte Liebe.

Der blutverschmierte Schweinsteiger, der den Gegner Argentinien verzweifeln ließ. Selten haben wir einen deutschen Spieler für einen WM-Titel so kämpfen und leiden sehen. Das schweißt zusammen.

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Anders als viele Helden ist Schweinsteiger für uns ein Held geblieben. Dass er jetzt mit 35 Jahren aufhört und dem Fußball erhalten bleiben will, ist sehr gut. Wir brauchen ihn am besten hier!

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Eine Würdigung eines perfekten Spielertypen.

Schon zu Beginn seiner FC-Bayern-Zeit hatten wir den halbwüchsigen Bastian ins Herz geschlossen.

Die Geschichte seiner angeblichen Cousine, der er unbedingt nachts das Trainingszentrum und die Badelandschaft zeigen musste - eine schöne Eskapade des Filous Schweinsteiger, der danach Dauerfeuer von seinen Bossen bekam. Weil er gern mal feierte, weil er zwischenzeitlich sein sportliches Potenzial nicht ausschöpfte.

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Insbesondere Uli Hoeneß hatte sich den Ur-Bayer Schweinsteiger mehr als einmal vorgeknöpft. Von Experten wie Günter Netzer gab's Kritik, weil er nicht als filigraner Techniker im Mittelfeld zauberte.

Er war der "Schweini", ein spaßiger Kerl. Und als Bastian Schweinsteiger 2012 einen Elfmeter im Finale dahoam nur an den Pfosten ballerte, der fix eingeplante Champions League-Titel gegen Chelsea damit futsch war – da gab es landesweit Kritik für den mittlerweile erwachsenen Schweinsteiger, der angeblich mal wieder nicht sein Potenzial abgerufen hatte.

Keinen anderen hat dieses verlorene Finale wohl so geprägt wie Bastian Schweinsteiger - Champions League-Sieger in 2013, Weltmeister 2014.

"Schweini" war out, der Fußballer Schweinsteiger ein richtig Großer geworden. Ein Stratege, ein Kämpfer, der unübersehbar bis an die Schmerzgrenze ging.

Freunde bezeichnen ihn abseits der Kampfzone als warmherzigen Menschen und selbst die, die ihn nicht so gut kennen, würdigen seine offene, freundliche Art.

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Unübersehbar war zuletzt, dass Bastian Schweinsteiger sich mit 35 Jahren selbst in der MLS bei Chicago Fire schwerer tat. Wir haben ihm nachgesehen, dass er seine wunderbare Karriere etwas gemütlicher ausklingen lassen wollte, dass er sich gern mit seiner Frau Ana glamouröser ablichten lässt. Wir finden den Zeitpunkt seines Laufbahn-Endes klug gewählt.

Das Beste an der Nachricht zum Rücktritt von Bastian Schweinsteiger ist, dass er dem Fußball erhalten bleiben will. So einen können wir auch an anderer Stelle "dahoam" gut gebrauchen. 

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