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Derzeit gibt es heftige Diskussionen um den "Salutier-Jubel" der türkischen Nationalmannschaft. Beim Jubeln gibt es allgemein viele Grauzonen. SPORT1 zeigt, was erlaubt ist.

Türkische Fußballer salutieren beim Torjubel, um sich mit den Soldaten der türkischen Transferoffensive in Syrien zu solidarisieren. Die UEFA ermittelt, da sie politische Statements grundsätzlich nicht erlaubt. Auf den deutschen Fußballplätzen sind am Wochenende Nachahmungstäter zu erwarten. Wie ist mit ihnen umzugehen? Es handelt sich um eine Grauzone innerhalb der Regularien.

Im offiziellen Regelwerk des DFB heißt es: "Spieler dürfen nach einem Tor jubeln, solange sie es nicht übertreiben." Eine gewisse Willkürlichkeit der Bestrafung ist somit durchaus gegeben. 

Gelbe Karte für provozierenden Jubel

Demnach gibt es aber auch explizit aufgelistete Arten des Jubels, die von einem Schiedsrichter zwingend mit einer Verwarnung, also einer Gelben Karte zu ahnden sind:

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- "am Zaun hochklettern, oder sich den Zuschauern auf eine Weise nähern, die zu einem Sicherheitsproblem führt"

- "den Kopf oder das Gesicht mit einer Maske oder Ähnlichem bedecken"

- "das Trikot ausziehen oder über den Kopf ziehen"

- "mit provozierenden, höhnischen oder aufhetzenden Gesten oder Handlungen jubelt".

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In letztere Kategorie kann wohl auch der "Salutier-Jubel" der türkischen Nationalmannschaft eingeordnet werden. Aber auch hier gibt es keine klare Definition. Aufgrund dieses "Graubereich-Denkens" hat der Bayrische Fußballverband eine klare Anordnung für künftige Vorfälle veröffentlicht.

Kein vorgegebenes Strafmaß

In dieser heißt es: "Spieler, die den Fußball für politisch motivierte Provokationen missbrauchen, können sich der Diskriminierung gemäß Paragraf 47 a der Rechts- und Verfahrensordnung schuldig machen und müssen mit empfindlichen Strafen rechnen."

Eine persönliche Strafe in Form einer Gelben oder Roten Karte ist somit nicht zwingend notwendig, umso mehr aber eine Meldung durch den Schiedsrichter im Spielbericht. Verbandsspielleiter Josef Janker teilte außerdem mit, dass man von der vorgegeben "Linie der Null-Toleranz-Politik bei gewalttätigen oder diskriminierenden Vorfällen auch keinen Millimeter" abweicht.

Spieler, Offizielle und die Vereine müssen also mit erheblichen Strafen durch das Sportgericht rechnen. Ein genauer Strafrahmen ist bis jetzt aber nicht bekanntgegeben worden.

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