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München und Paris - Wie schon das Siegtor gegen Albanien feiert die Türkei auch den Ausgleich in Frankreich mit einem Militärgruß - trotz drohender Sanktionen durch die UEFA.

Die türkische Nationalmannschaft hat beim EM-Qualifikationsspiel in Frankreich erneut mit einem Militär-Jubel für einen Aufreger gesorgt.

Nach dem Kopfballtreffer von Düsseldorfs Kaan Ayhan zum 1:1-Endstand in der 82. Minute stellten sich wie schon beim 1:0 gegen Albanien am vergangenen Freitag mehrere Spieler am Spielfeldrand auf und salutierten in Richtung Tribüne. Nach dem Abpfiff wiederholte ein Großteil der Mannschaft die Geste.

Nach dem Abpfiff salutierte die türkische Nationalmannschaft erneut auf dem Rasen des Stade de France
Nach dem Abpfiff salutierte die türkische Nationalmannschaft erneut auf dem Rasen des Stade de France © Getty Images

Nach der Partie gegen Albanien hatten die türkischen Spieler erklärt, sie hätten damit auf den einige Tage zuvor gestarteten Angriff der türkischen Truppen auf die Kurdengebiete in Syrien aufmerksam machen und ihre Unterstützung zeigen wollen.

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Wirbel auch um Gündogan und Can

Die UEFA kündigte im Anschluss an, eine Untersuchung der Geschehnisse einleiten zu wollen. "Ich persönlich habe die Geste nicht gesehen. Nichtsdestotrotz könnte es eine Provokation gewesen sein. Verbietet die UEFA-Verordnung politische und religiöse Botschaften? Ja, und ich kann garantieren, dass wir die Situation untersuchen werden", erklärte Philip Townsend im Namen des Europäischen Fußballverbandes.

Auch in der deutschen Nationalmannschaft sorgte die Geste vor dem Qualifikationsspiel in Estland für Wirbel: Ilkay Gündogan und Emre Can hatten auf Instagram einen Post ihres Freundes Cenk Tosun gelikt, das den Militärjubel zeigte, dies jedoch später wieder rückgängig gemacht.

Unterdessen stellte Zweitligist FC St. Pauli am Montagnachmittag seinen Spieler Cenk Sahin vorerst frei, weil dieser auf Instagram die Militäraktion der Türkei in Syrien gutgeheißen hatte.

Türkei auf bestem Weg zur EM 2020

Auch Ayhans Verein Fortuna Düsseldorf äußerte sich am Wochenende in einem Statement zu den Vorkommnissen rund um Ayhan und dessen Fortuna-Kollegen Kenan Karaman. Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zeigte sich darin "überzeugt, dass ihnen nichts ferner lag, als ein politisches Statement abzugeben. Beide Spieler stehen für die Werte, die unser Verein lebt."

Die Düsseldorf-Profis gehörten nicht zu den Spielern, die nach Ayhans Tor im Stade de France an der Eckfahne den Militärgruß zeigten.

Mit dem Militärgruß feierten die türkischen Nationalspieler an der Eckfahne den Ausgleich in Frankreich © Getty Images

Rein sportlich ist die Ausgangslage für die Türkei auf dem Weg in Richtung EM 2020 glänzend: Weil Ayhan die französische Führung durch Olivier Giroud (76.) konterte, winkt den Türken (19 Punkte) vor den letzten beiden Qualifikations-Spieltagen aufgrund des gewonnenen direkten Vergleiches mit den Franzosen sogar der Gruppensieg.

Der Vorsprung auf die Isländer auf Platz drei, der das Aus für die EM bedeuten würde, beträgt vier Punkte. Im direkten Duell mit Island können die Türken Mitte November vorzeitig die EM-Teilnahme perfekt machen.

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