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Dortmunds Youssoufa Moukoko avanciert im Derby der A-Junioren zum Matchwinner - wird aber rassistisch beleidigt. Kurz darauf meldet er sich bei Instagram zu Wort.

Wenige Stunden nachdem er rassistischen Beleidigungen über sich ergehen lassen musste, meldete sich der 15 Jahre alte Youssoufa Moukoko via Instagram zu Wort - und zwar auf emotionale Art und Weise:

"Liebe Fußballfans! Ich bedanke mich für eure ganzen netten Worte und Kommentare. An diesem Punkt möchte ich sagen, dass es keinen Platz für Rassismus im Fußball und auch auf menschlicher Ebene geben sollte! Das hat auch gar nichts mit Schalke zu tun, denn das sind keine Fußballfans, sondern Menschen, die Hass verbreiten wollen. Ein Derby ist immer emotional für Spieler und Fans, aber am Ende sollte der Sport uns verbinden und Spaß machen und keine Grenzen zwischen uns setzen.

Wir sind zwar Gegner auf dem Platz, aber in der Sache sind wir vereint, vergesst nicht, dass wir alle die Liebe zum Fußball teilen. Gott hat uns alle schön gemacht, wir sind alle besonders, denn egal, ob arm, reich, schwarz, weiß, am Ende des Tages bluten wir alle gleich. Jeder, der was anderes sagt, ist einfach neidisch und Neid ist bekanntlich die höchste Form der Anerkennung. Lasst euch von niemandem davon abbringen, das zu tun, was ihr liebt.

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Ich stehe weiterhin mit einem Lachen auf dem Platz, ich mache weiterhin mein Ding, das ist meine Leidenschaft, das ist, was mir Spaß macht, egal, was jemand sagt, das macht mich nur stärker. Ihr könnt mich hassen und beleidigen, aber ihr werdet mich niemals unterkriegen, denn was ich liebe, werde ich immer tun, und das ist Fußball spielen und Tore schießen. Wir sagen NEIN zu Rassismus, es gibt genug Hass in der Welt, lasst uns zusammenhalten. Black lives matter!"

Moukoko schoss U19 des BVB zu Derbysieg

Der Torjäger hatte die U19 von Borussia Dortmund in der A-Junioren-Bundesliga mit drei Treffern zum 3:2-Derbysieg gegen den FC Schalke 04 geschossen. Über den Livestream der Partie auf dfb.tv war dabei zu vernehmen, wie Moukoko rassistisch sowie als "Hurensohn" verunglimpfte wurde und sich wahlweise "verpissen" oder gar "ins Grab legen" solle.

Schalke reagierte kurze Zeit später bei Twitter und entschuldigte sich bei Moukoko für die Verunglimpfungen. "Bei allen Emotionen im Derby - solche Beleidigungen verurteilen wir aufs Schärfste und lehnen sie ausdrücklich ab", schrieben die Knappen. Man werde die "notwendigen Maßnahmen gemeinsam einleiten". Auch Jochen Schneider und Manuel Baum äußerten sich klar.

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Schneider suchte den direkten Kontakt zum BVB. "Sportvorstand Jochen Schneider hat sich bei mir entschuldigt. Das war sehr anständig", sagte der Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem SID am Montag: "Schalke wird das weiter verfolgen. Ich habe die Entschuldigung angenommen."

Prominente Unterstützung erhielt das Mega-Talent außerdem von den BVB-Stars Dan-Axel Zagadou und Manuel Akanji, sowie von Jerome Boateng (FC Bayern) und Antonio Rüdiger (FC Chelsea). Der DFB hat außerdem angekündigt, dass er Ermittlungen aufnimmt.

"Der Deutsche Fußball-Bund duldet grundsätzlich keinerlei Rassismus auf seinen Plätzen und tritt jeglicher Form davon entschieden entgegen", sagte der im Ausschuss für die A-Junioren-Bundesliga zuständige Thomas Bergmann. Er wolle den Vorfall "Anfang der Woche" untersuchen lassen. 

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