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Torsten Frings ist nicht länger Trainer bei Drittligist SV Meppen
Torsten Frings ist nicht länger Trainer bei Drittligist SV Meppen © SPORT1-Grafik/Imago
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München - Torsten Frings muss beim SV Meppen nach ausbleibenden Ergebnissen gehen. Das liegt auch an den gewaltigen Fußstapfen seines erfolgreichen Vorgängers.

Früh in der Saison habe ich meine Meinung in unserem Podcast "Audiobeweis" positioniert und Torsten Frings beim SV Meppen keine gute Perspektive prognostiziert.

Als langjähriger Nationalmannschaftsreporter habe ich ihn in der Mixed-Zone nach Länderspielen immer wieder knurrig, mürrisch und eben nicht wirklich kommunikationsfreudig erlebt. In meinen persönlichen Eindrücken sah ich da nicht die Ausstrahlung, um eine Mannschaft erfolgreich zu führen. 

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Frings trat ein schwieriges Erbe an

Frings kamen meine Worte aus dem Podcast zu Ohren und er fand sie - verständlicherweise - nicht so prickelnd. Monate später trafen wir uns in Köln beim Meppener Spiel gegen die Viktoria und ich sprach ihn an. Ich traf auf einen sehr dialogbereiten, sich selbst reflektierenden Frings, der auch seine gerne mal etwas unoffene Art humorvoll bestätigte. Ich dachte mir: "Vielleicht passt das ja am Ende doch noch mit ihm und Meppen."

Klar war aber immer, dass Frings nach sieben so erfolgreichen Jahren des Aufstiegstrainers Christian Neidhart in Meppen ein unglaublich schwieriges Erbe angetreten hatte. Sportlich und auch als Typ.

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Neidhart war keineswegs ein Strahlemann, aber er lebte die Nähe zum Verein und seinen Fans. Und, na klar, er hatte Erfolg. Die Rückkehr in den Profi-Fußball mit dem Aufstieg 2017 im Elfmeter-Drama gegen Waldhof Mannheim hat Neidhart in Meppen unsterblich gemacht.

Meppen ist ein wunderbarer Fußball-Standort. Mit ganz, ganz viel Herz und Nähe leben die Fans in der Kreisstadt im Emsland ihren Fußballverein. Und sie sind kommunikativ, auch gerne mal mit uns Berichterstattern. Und so erfuhr ich schon früh in der Saison vom Unmut im Umfeld.

SV Meppen stürzt in die Abstiegsregion ab 

Die Kritikpunkte: Spielweise zu passiv, zu defensiv, mit viel zu vielen langen Bällen und Fußball der Marke "einfach mal nach vorne". Es gäbe keine Spielkultur und der Trainer transportiere keine Ausstrahlung auf die Mannschaft, war mancherorts zu hören.

Hinzu kamen die zunehmend schlechten Ergebnisse als nackte Fakten und der tabellarische Absturz in die Abstiegsregion, die sie in Meppen unter Christian Neidhart so gar nicht kannten.

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Schon vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern vor gut drei Wochen wurde die Luft sehr dünn für Frings, aber Stefan "Putti" Puttkammer rettete mit seinem ersten Doppelpack dem SV Meppen drei Punkte - und Torsten Frings zumindest erst mal den Job.

Nun folgten zwei Niederlagen und die Vollbremsung durch die Meppener Vereinsführung. Fünf Zu-Null-Niederlagen aus den vergangenen sieben Spielen und drei heftige Einbrüche in den Heimspielen gegen Dresden, Uerdingen und Wiesbaden waren letztlich zu viel. 

Neidharts Fußstapfen waren für Frings zu groß 

Und so liegt das Fazit auf dem Tisch. Neidharts Fußstapfen waren für Frings zu groß. Frings und Meppen - das hat nicht gepasst.

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Jetzt übernimmt kommissarisch Co-Trainer Mario Neumann. Der passt wie eine Eins, wird die richtige Emotion reinbringen, hat aber nicht die erforderliche Lizenz und kann deshalb nur kurzfristig einspringen. Und wer kommt dann?

Aus Meppener Fan-Kreisen höre ich den Namen Stefan Emmerling. Der ist derzeit mit Kickers Emden vom Spielbetrieb befreit, kennt die 3. Liga und ist ein prima Typ. Eine durchaus denkbare Option, die diesmal passen könnte.

Markus Höhner, der Autor dieses Textes, wechselte 2003 von ran SAT1 Fußball zum damaligen DSF. Er kommentierte viele Jahre die Montagsspiele der zweiten Liga und war über zehn Jahre Nationalmannschafts-Reporter. Für SPORT1 kommentierte er die Spiele der UEFA Europa League, aktuell kommentiert er die Bundesliga-Zusammenfassungen und die Livespiele des DFB-Pokals. Höhner kommentiert zudem die Spiele der 3. Liga für MagentaSport und ist Teil des Podcasts "Audiobeweis - der 3. Liga Podcast".

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