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München - Am Samstag startet der FC Bayern II in das Abenteuer 3. Liga. Dabei steht das Team von Sebastian Hoeneß vor einem schwierigen Spagat.

Für Präsident Uli Hoeneß ist die Marschrichtung für das Drittliga-Comeback des FC Bayern II klar. "Wir wollen irgendwie die Klasse halten", sagte er der Abendzeitung.

Nach sieben Jahren in der Regionalliga ist die zweite Mannschaft des deutschen Rekordmeisters wieder in der 3. Liga angekommen. Ein wichtiger Schritt, denn nun bewegt sich die Reserve wieder auf einem Niveau, auf dem auch die Reservisten der Profis, beispielsweise nach Verletzungen, Spielpraxis sammeln können.

Der Aufstieg gebe dem Klub zudem "die Möglichkeit, bessere Spieler zu bekommen, die über die 3. Liga den Sprung schaffen", schwärmte Hoeneß zuletzt.

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FC Bayern sucht den nächsten Alaba

Er bringt die Aufgabe der Reserve auf den Punkt. Sie soll das möglich machen, was den Bayern in den letzten Jahren fehlte: Junge Talente aus den eigenen Reihen sollen wieder eine Chance bei der ersten Mannschaft haben und vor allem auch eine Perspektive beim FC Bayern.

"Wir haben da in den vergangenen Jahren nicht so gut gearbeitet", hatte Hoeneß bereits im August 2017 erkannt.

Der letzte Spieler, der aus der Jugend kommend den Durchbruch beim FCB schaffte, war David Alaba - wenn auch erst nach einer Leihe nach Hoffenheim. Sein Bundesliga-Debüt liegt nun fast zehn Jahre zurück. Der FC Bayern lechzt nach dem nächsten Thomas Müller, dem nächsten Philipp Lahm oder dem nächsten Bastian Schweinsteiger.

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Dazu muss die zweite Mannschaft die Klasse halten. Verantwortlich dafür ist Hoeneß' Neffe Sebastian Hoeneß. Der Sohn von Dieter Hoeneß trainierte zuvor Bayerns U19.

Die Reserve muss schmerzliche Abgänge verkraften

"Wir sind in der Spur – es kann losgehen", gab sich der 37-Jährige am Donnerstag optimistisch. Er hat allerdings keine leichte Aufgabe vor sich, denn sein Team muss zahlreiche Abgänge verkraften.

Woo-Yeong Jeong wechselte für 4,5 Millionen Euro zum SC Freiburg, Maxime Awoudja zum VfB Stuttgart (1,5 Millionen) und Jonathan Meier zum FSV Mainz 05 (1,2 Millionen). Die nächsten drei vielversprechenden Talente, die keine Zukunft beim deutschen Meister sahen.

Hinter dem Torgaranten steht zudem noch ein Fragezeichen. Kwasi Okyere Wriedt schoss die Amateure in der letzten Saison mit 24 Toren in die 3. Liga. In 65 Pflichtspielen kommt der 25-Jährige auf 63 Scorerpunkte und liebäugelt jetzt mit einem Wechsel.

Auch bei ihm geht es um das Thema Wertschätzung, denn Wriedt wurde von Bayern-Coach Niko Kovac trotz seiner überragenden Leistungen nie berücksichtigt. Lediglich 41 Pflichtspiel-Minuten in zwei Spielen bestritt er bei den Profis.

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Nun wird Wriedt mit Werder Bremen in Verbindung gebracht. Sein Abgang wäre ein herber Rückschlag.

Chance für die Youngsters

Allerdings haben sich die "kleinen Bayern" bereits einige interessante Neuzugänge gesichert. Der 18-jährige Leon Dajaku kam für eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart, Sarpreet Singh für rund 650.000 Euro von Wellington Phoenix aus Neuseeland.

Letzterer wird den Amateuren aber zunächst nicht zur Verfügung stehen, da Kovac den 20 Jahre alten Offensivspieler auf die US-Tour der Bayern mitgenommen hat.

Eine wichtige Rolle in Hoeneß' Mannschaft könnte zudem Joshua Zirkzee spielen. Der 18-jährige Niederländer wechselte vor zwei Jahren in die FCB-Jugend und gilt als vielversprechendes Stürmertalent.

Arp könnte als erstes Talent profitieren

Stützen dürften zudem Lars Lukas Mai (19) und Meritan Shabani (20) sein, die beide schon für die Profis aufliefen. Zudem hat Bayern II mit Timo Kern einen Spieler mit Drittliga-Erfahrung geholt. Der 29-Jährige kam für 250.000 Euro von Waldhof Mannheim.

Und dann ist da noch Jann-Fiete Arp, der wie Singh zwar in den USA dabei ist, aber danach Bestandteil der zweiten Mannschaft werden könnte.

Der 19-Jährige könnte als einer der ersten vom Aufstieg profitieren und ist wohl der heißeste Kandidat dafür, den Wunsch von Uli Hoeneß in die Tat umzusetzen: Zunächst bei den Amateuren Spielpraxis sammeln und dann bei den Profis zum Stammspieler reifen.

Die erste Bewährungsprobe für den Bayern-Nachwuchs in der 3. Liga steigt bei den Würzburger Kickers (3. Liga: Würzburg - FC Bayern II, Sa., ab 14 Uhr im LIVETICKER). Beim fränkischen Rivalen startet die doppelte Mission für das Hoeneß-Team. Zum einen soll am Saisonende der Klassenerhalt stehen, zum anderen sollen neue Talente für die erste Mannschaft entwickelt werden.

Der Rekordmeister steht vor einem schwierigen Spagat, sollen die Vorgaben von Hoeneß erfüllt werden.

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