Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Die Vereine der 3. Liga sind sich uneins, ob eine Saisonfortsetzung ohne Zuschauer Sinn ergibt. Eine Abstimmung soll am Dienstag Licht ins Dunkel bringen.

Abbrechen oder Weiterspielen? Vor dieser entscheidenden Frage steht die 3. Liga.

Wie SPORT1 erfuhr, hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für Dienstag eine wegweisende Krisen-Konferenz einberufen. Per Videokonferenz sind der "Ausschuss 3. Liga" um den Vorsitzenden Tom Eilers (Präsidiumsmitglied SV Darmstadt 98), DFB-Vizepräsident Peter Frymuth und Manuel Hartmann (Spielleiter 3. Liga) sowie die Geschäftsführer der 20 Klubs zugeschaltet.

Anders als in der Bundesliga und 2. Liga – die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) organisiert werden – liegt die Durchführung der 3. Liga in den Händen des Verbandes.

Anzeige

Nach SPORT1-Informationen wird der DFB den Vereinen am Dienstag in einer umfangreichen Power-Point-Präsentation aufzeigen, welche Auswirkungen ein Abbruch in vollem Umfang haben wird – wirtschaftlich, rechtlich, sportlich.

Geheime Anfrage an alle Klubs

Im Nachgang soll es dann eine geheime und schriftliche Anfrage an alle Vereine geben, welche Position sie letztlich vertreten: Abbruch oder Weiterspielen? Mit diesem Votum wird sich dann der "Ausschuss 3. Liga" befassen, dem neben den DFB-Vertretern auch zwei DFL- und fünf Vereinsvertreter angehören, und eine Empfehlung an die entscheidenden Verbandsgremien aussprechen. Die Entscheidung liegt letztlich beim DFB.

Ein Sprecher teilte auf Nachfrage mit, dass am Dienstag definitiv noch keine Entscheidung gefällt wird. Am Freitag gibt es eine turnusmäßige Präsidiumssitzung, auf der auch die 3. Liga Thema sein wird. In der kommenden Woche soll dann eine erneute Videokonferenz mit den Vereinen zu einer finalen Entscheidung führen. 

Klar ist schon vor dieser Krisen-Konferenz: Die Liga ist so gespalten und zerstritten wie nie zuvor!

Die fünf Bayern-Vertreter 1860 München, Ingolstadt, Würzburg, Unterhaching und Bayern II erklärten schon am Donnerstag, dass sie die Saison unbedingt zu Ende spielen wollen. Ein Verzicht auf Geisterspiele würde die Existenz der ganzen Liga gefährden. Diese Meinung vertreten auch Rostock und Braunschweig. Nach SPORT1-Informationen wird sich auch Uerdingen für ein Weiterspielen aussprechen.

Mannheim, Münster, Magdeburg, Chemnitz, Halle, Zwickau, Jena und Großaspach forderten dagegen schon am Freitag in einem offiziellen Papier das sofortige Saisonende.

MSV, FCK und Köln legen sich nicht fest

Spitzenreiter Duisburg und Viktoria Köln wollen sich vorab nicht auf eine Position festlegen. Man richte sich, so teilten Klub-Sprecher auf SPORT1-Anfrage mit, nach den Vorgaben der Gesetzeshüter und des DFB.

Kaiserslautern hält sich ebenfalls bedeckt: "Wir werden uns zum jetzigen Zeitpunkt an einer öffentlichen Debatte über die Fortführung der Saison nicht beteiligen", betont Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Es ist allerdings zu hören, dass sich der finanziell arg gebeutelte Traditionsklub (rund 20 Millionen Euro Schulden) den Forderungen nach einem Abbruch anschließen will, sollte es drauf ankommen.

Unklar ist einzig, welche Ansicht Meppen trägt.

DFB über Vorpreschen der Vereine verärgert

Die Drittliga-Klubs sind prozentual stärker von Zuschauereinnahmen abhängig als von TV-Geldern. Rund 1,3 Millionen Euro erlösen die Vereine aus der Medienverwertung. Deshalb sprechen sich einige Klubs für den sofortigen Abbruch aus.

Meistgelesene Artikel

Aus DFB-Kreisen ist zu hören, dass man über das Vorpreschen einiger Vereine in der Öffentlichkeit verärgert sei. Ende des Jahres will der Verband nämlich die neue Ausschreibung der Medienrechte starten. Die Verträge laufen aktuell noch bis 2022. Dass die Liga nicht an einem Strang zieht und öffentlich zerspalten ist, ist da nicht gerade hilfreich.

Abbruch oder Weiterspielen? Diese entscheidende Frage wird am Dienstag sicher hitzig diskutiert.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image