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Markus Höhner (v.) traut Marco Antwerpen den Klassenerhalt mit dem 1.FC Kaiserslautern zu
Markus Höhner (v.) traut Marco Antwerpen den Klassenerhalt mit dem 1.FC Kaiserslautern zu © SPORT1-Grafik: Imago/SPORT1
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Der 1. FC Kaiserslautern verpflichtet in Marco Antwerpen einen zuletzt streitbaren Trainer. Eine gute Entscheidung, findet SPORT1-Kommentator Markus Höhner.

Nun ist er schon wieder da. Viele haben sich sehr gewundert, dass der 1. FC Kaiserslautern Marco Antwerpen als neuen Trainer und Nachfolger von Jeff Saibene präsentiert hat.

Wohl kein anderer Trainer hat nämlich in den vergangenen Monaten einen derartigen Imageverlust erlitten wie eben jener Marco Antwerpen. Tatsächlich hat er bei seinen zurückliegenden zwei Stationen Spuren hinterlassen, die auf einen sehr schwierigen Umgang mit dem selbstbewussten Fußball-Trainer hindeuten.

Im Sommer war Antwerpen mit Eintracht Braunschweig der Aufstieg in die Zweite Liga gelungen. Doch trotz dieses Erfolges wollte die Eintracht zur Verwunderung vieler mit dem Aufstiegs-Trainer nicht weiterarbeiten.

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Schnell sickerte durch, dass sich Antwerpen im Klub auf verschiedensten Ebenen zerstritten hatte und dass die Eigenenergie der Mannschaft mit ihren erfahrenen Leadern wie Bernd Nehrig, Marc Pfitzner und Stephan Fürstner viel mehr der Schlüssel zum Aufstieg war als die Handschrift des Trainers.

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Aber schnell war Antwerpen wieder da, weil er in der Szene den Ruf eines guten Trainers behielt. Was dann aber in Würzburg geschah, war eine völlige Bruchlandung.

Antwerpen in Würzburg nach 42 Tagen gefeuert

Dort für den von Magath geschassten Aufstiegs-Trainer Michael Schiele installiert, flog Antwerpen nach nur 42 Tagen und fünf sieglosen Zweitligaspielen wieder raus. Das Verhältnis zur Mannschaft sei zerrüttet, hörte man aus Würzburg. Und Felix Magath machte die Entlassung mit bissigem Zynismus für Antwerpen zum totalen Imageschaden: "Er kann ja in Ruhe weiterarbeiten - nur halt woanders!"

Seit Monaten zanken wir uns humorvoll im "Audiobeweis - der 3. Liga Podcast" über Marco Antwerpen. Ist seine Art in der Zusammenarbeit nicht tragbar, oder ist er doch der charismatische Macher, wie man ihn aus Münster kennt?

Denn dort dreht sich seine Referenz zum Guten, resultierend aus der Saison 2018/19. Antwerpen übernahm die Preußen im Winter in der Abstiegszone, sorgte im ganzen Klub für Euphorie und führte die Mannschaft mit Leidenschaft auf einen starken 8. Platz. Ich selber habe ihn, seine gute Ausstrahlung und seinen erfolgreichen Fußball mehrfach als Berichterstatter aus nächster Nähe mitverfolgt.

Antwerpen in Münster sehr geschätzt

Wegen mangelnder Perspektive verließ er dann selbständig den Verein. Aus Münster wird noch heute sehr positiv über Antwerpen gesprochen. Und schließlich gab es ja auch Gründe, warum sich Klubs wie Braunschweig und Würzburg mit großen Zielen für ihn entschieden.

In Kaiserslautern ist die Situation nun exakt vergleichbar mit der in Münster einst im Winter. Der FCK entscheidet sich mit ihm für einen resoluten Typ, der aber weiß, wie es geht. Ich glaube, dass Marco Antwerpen genau das Temperament mitbringt, was dem Verein und der Mannschaft in den vielen vergangenen Monaten all zu sehr gefehlt hat, um sich aus dem Keller zu retten.

Dass das Potenzial eines guten Kaders nicht abgerufen wurde, lag für mich auch sehr an der behäbigen Ausstrahlung der sportlichen Leitung, an mutlosen Auswechslungen und emotionslosem Coaching. Ich denke, das wird sich jetzt ändern. Dass dabei Antwerpens erstes Spiel gleich das Derby in Mannheim ist, macht die Sache extrem spannend.

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