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München - Die Entscheidung über die Zukunft von Trainer Pep Guardiola beim FC Bayern soll schon sehr bald fallen - und auf der größtmöglichen Bühne verkündet werden.

Von Sven Becker und Christian Ortlepp

Verlängert Pep Guardiola oder nicht? Welche Kriterien sind für ihn ausschlaggebend? Was können wir noch alles in den Ring werfen? Was müssen wir noch tun, damit er endlich Ja sagt?

Diese Fragen bewegen die Bayern-Bosse seit Wochen. Jetzt soll das Warten auf die Entscheidung des Katalanen ein Ende haben. Nach SPORT1-Informationen soll bis zum 27. November die Entscheidung gefallen sein - bis zum Tage der Jahreshauptversammlung des FC Bayern.

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Es wäre die ganz große Bühne, perfekt für die wohl wichtigste Entscheidung in jüngster Vergangenheit.

Die Verkündung vor tausenden Mitgliedern im Audi Dome wäre ein echter Knalleffekt - und der große Triumph für Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der als bekennender Guardiola-Fan gilt.

Große Bühne für wichtige Entscheidungen

Die Mitgliederversammlung - sie ist die Veranstaltung für ganz große Entscheidungen. Der Rekordmeister vermeldete bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Mai 2014 die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Manuel Neuer.

Bei der Jahreshauptversammlung im November 2014 gab Klub-Präsident Karl Hopfner bekannt, dass der Münchner Vorzeigeklub Benfica Lissabon als mitgliedsstärksten Verein der Welt abgelöst hat.

Und unter tosendem Applaus wurde einst auch auf dem Münchner Nockherberg die Rücknahme des Vertragsangebots für Michael Ballack bekanntgegeben. Ballack hatte zuvor wochenlang mit den Bayern-Bossen gepokert.

Der Geduldsfaden riss, Rummenigge erhob sich und teilte mit: "Wir hatten vereinbart, dass er sich entweder bis heute entscheidet oder wir aber unser Angebot zurückziehen."

Rekorde en masse

Am Samstag feierte der FCB nun seinen 1000. Sieg im 1714. Bundesligaspiel - ein weiterer Rekord für die Münchner. Es war der zehnte Sieg im zehnten Saisonspiel - natürlich auch ein Rekord. Zudem stehen nach zehn Runden bereits 33 Tore auf dem Konto - auch das, natürlich, eine Bestmarke.

Sportlich gesehen herrscht beim amtierenden Deutschen Meister also eitel Sonnenschein. Dennoch hält sich Guardiola bei Fragen nach seiner Zukunft seit Monaten bedeckt.

Deshalb unternehmen die Bayern alles Menschenmögliche, um ihren Coach zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen - neben dem sportlichen Aspekt gehören jede Menge warmer Worte dazu. Es werden im Tagesrhythmus rote Teppiche ausgerollt.

Team will mit Guardiola weitermachen

Nach dem 4:0-Sieg gegen den 1. FC Köln unterstrich Kapitän Philipp Lahm im SPORT1-Gespräch, "dass wir gerne mit ihm zusammenarbeiten". Und offenbarte dann das Geheimnis, dass er dem Coach in einem Vier-Augen-Gespräch schon mitgeteilt habe, dass die Mannschaft sich seinen Verbleib wünschen würde - ein für den Bayern-Kapitän höchst ungewönliches Vorgehen.

Arjen Robben ging ebenfalls verbal für Guardiola in die Offensive. "Er ist ein super Trainer. Wir hoffen, dass er noch lange bleibt", schwärmte der Niederländer bei SPORT1 nach seinem starken Comeback von seinem Chef.

Beckenbauer bemüht die Bibel

Klub-Idol Franz Beckenbauer bemühte zuletzt sogar die heilige Schrift. "In der Bibel heißt es: Was zusammengehört, soll man nicht trennen. Ich habe ihm gesagt, dass ich froh wäre, wenn er bleibt", sprach sich Beckenbauer für eine Fortsetzung der Beziehung aus.

Es passe "einfach zusammen. Er ist sehr gesprächig, witzig. Sein Training ist eine Show. Die Spieler könnten auch mit verbundenen Augen den Mitspieler finden", schwärmte der "Kaiser".

Guardiola schwärmt über Klub und Spieler

Und siehe da, es scheint zu fruchten: In jüngster Vergangenheit häufen sich auch Guardiolas "Liebesbekundungen" zum FC Bayern.

"Das ist überragend. Ich bin sehr stolz, Trainer von Bayern München zu sein. Der Verein ist immer ein Teil meines Lebens", sagte der 44-Jährige nach dem historischen Sieg gegen Köln. Und auch seine Spieler hob der Spanier zuletzt überschwänglich in den Himmel.

"David Alaba ist unser Gott. Er hat schon fast alle zehn Positionen gespielt", lobte Guardiola den Österreicher. Die Chemie zwischen Spielern und Trainer passt also.

Ancelottis Name schwirrt durch die Medien

Dennoch schwirrte zuletzt der Name Carlo Ancelotti als möglicher Guardiola-Nachfolger durch die Medien. Der Italiener reagierte in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport aber eher zurückhaltend auf die Gerüchte - und äußerte sich ein wenig überraschend.

Der Fußball in Deutschland sei ihm aufgrund der Bayern-Dominanz manchmal nicht spannend genug: "Der FC Bayern wird die Bundesliga gewinnen, ohne die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen", sagte er.

Dennoch weiß Ancelotti, dass er der mögliche Nachfolgekandidat Nummer eins ist - was ihm wohl auch schon Giovanni Branchini mitgeteilt haben dürfte.

Branchini lockte schon Stars wie Franck Ribery oder Luca Toni zum FC Bayern. Zudem ist Branchini ein enger Rummenigge-Vertrauter.

Doch so weit soll es nicht kommen. Die Entscheidung pro Guardiola soll nicht erst zum Jahresende, sondern spätestens am 27. November fallen.

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