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Sinsheim - Hoffenheim und Dortmund liefern sich einen turbulenten Schlagabtausch ohne Sieger. Die Schiri-Leistung dämpft jedoch beim BVB die Freude über den moralischen Sieg.

Die Wut über die Schiedsrichterleistung war bei Borussia Dortmund größer als die Freude über den moralischen Sieg.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war mit dem 2:2 (1:2) bei der TSG Hoffenheim insgesamt "zufrieden - aber ich rege mich sehr über diese unfassbaren Fehlentscheidungen auf", sagte er bei Sky über die strittigen Entscheidungen des Unparteiischen Benjamin Brand.

Watzke wütet: "Das ist unfassbar"

Sandro Wagner hatte sich vor der zwischenzeitlichen 2:1-Führung der Hoffenheimer (20.) mit einem Schubser gegen Sven Bender Platz verschafft. Bei der gelb-roten Karte gegen Marco Reus (41.) ging das Foul eher von Hoffenheims Nadiem Amiri aus.

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"Das ist eine absolute Frechheit", legte Watzke nach: "Amiri hängt sich fünf, sechs, sieben Meter ins Trikot von Marco rein. Das ist unfassbar. Ich weiß nicht, was der Linienrichter da macht."

BVB-Coach Thomas Tuchel "hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass das Schiedsrichtergespann verunsichert war". Für sein Team hatte Tuchel nur lobende Worte übrig: "Alles, was gegen uns laufen konnte, lief gegen uns. Das machte es noch viel, viel schwerer. Unsere Reaktion darauf war außergewöhnlich."

Wagner gesteht Foul

TSG-Torschütze Wagner reagierte ebenfalls bemerkenswert. Angesprochen auf das vermeintliche Foul vor seinem Treffer sagte der Stürmer: "Das war intuitiv und war mir gar nicht so bewusst. Es war ein Foul."

Hoffenheim, das weiterhin als einziges Team ungeschlagen bleibt, ging zunächst durch Mark Uth (3.) in Führung. Mario Götze (11.) und Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem Jubiläumstor (48.) waren für den BVB erfolgreich.

Die Kraichgauer (27 Punkte) kletterten zumindest vorübergehend auf den dritten Platz. Der BVB (26) ist Fünfter. (Tabelle der Bundesliga)

Dembele muss verletzt raus

Zudem hat Dortmund eine weitere Verletzung zu beklagen. Der überragende Ousmane Dembele, der beide Dortmunder Treffer vorbereitete, musste in der in der 69. Minute vom Feld getragen wurde. Trainer Thomas Tuchel sprach anschließend von einer "schweren Oberschenkelprellung".

Durch das Remis hielten auch weitere Serien: Der Vizemeister hat seit acht Pflichtspielen nicht gegen die TSG verloren. Zudem unterlag der Dortmunder Trainer Thomas Tuchel, einst Mentor seines Hoffenheimer Kollegen Julian Nagelsmann, noch nie im Kraichgau.

Kurz vor der Partie war durchgesickert, dass Nationalspieler Julian Weigl unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung beim BVB steht. Die Unterschrift des 21-Jährigen unter einen neuen Vertrag bis 2021 stehe kurz bevor. Die Einigung werde wahrscheinlich noch vor dem Jahresende besiegelt.

Uth trifft nach 120 Sekunden

Die Hoffnung auf einen offenen Schlagabtausch der beiden offensivstarken Mannschaften erfüllte sich sofort.

Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena sahen schon nach 120 Sekunden die Hoffenheimer Führung. Nach einem Pass von Benjamin Hübner aus der Abwehr heraus sah die komplette Dortmunder Defensive schlecht aus. Uth, der für den zuletzt formschwachen Andrej Kramaric in der Startelf stand, ließ sich die Chance auf sein fünftes Saisontor nicht nehmen.

© SPORT1/iM-Football

Die Gäste, bei denen Torwart Roman Bürki, Sokratis, Weltmeister Erik Durm, Europameister Raphael Guerreiro, Lukasz Piszczek, Gonzalo Castro, Sebastian Rode und Nuri Sahin fehlten, konnten dagegen zwei Möglichkeiten zum schnellen Ausgleich nicht nutzen. Marcel Schmelzer (6.) und Aubameyang (7.) vergaben.

Götze feiert Torpremiere

Kurz darauf machte es Götze nach Vorarbeit von Dembele überlegter. Es war das erste Bundesligator des WM-Final-Helden seit seiner Rückkehr nach Dortmund im Sommer.

Nach 20 Minuten wurden die Gäste für eine Unsicherheit von Roman Weidenfeller bestraft. Der Keeper konnte einen Distanzschuss von Kerem Demirbay nur zur Ecke abwehren (19.). Aus dieser entstand der zweite Hoffenheimer Treffer. Beim 8. Saisontor Wagners machte der Routinier im Dortmunder Tor keine gute Figur.

Im Anschluss lieferten sich beide Teams ein hart umkämpftes Spiel, Schiedsrichter Benjamin Brand (Unterspiesheim) hatte alle Hände voll zu tun. Reus bestrafte er für ein zweites Foul nach einem schwierig zu beurteilenden Zweikampf mit Nadiem Amiri, der den BVB-Star am Trikot gehalten hatte.

Nach dem Seitenwechsel hatte Wagner den dritten TSG-Treffer auf dem Fuß, er traf aber nur den Pfosten (48.). Im Gegenzug spielte Aubameyang nach erneuter Vorarbeit Dembeles wieder einmal seine Schnelligkeit aus. Sein 16. Saisontor war gleichzeitig sein 100. Pflichtspieltreffer für Dortmund. Danach passierte vor den Toren zunächst nicht mehr viel.

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