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München - Willi Orban hat bei RB Leipzig einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Bei SPORT1 spricht der Kapitän des Überraschungsteams über seine neue Rolle bei den Sachsen.

Als sich Willi Orban im Sommer 2015 für einen Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zu RB Leipzig entschloss, war das Echo kein gutes. Jedenfalls das aus der Pfalz.

Die Fans nahmen ihrem Eigengewächs die Entscheidung übel. Verbessern wollte sich Orban, den nächsten Schritt gehen, sagte er damals.

Dennoch fühlten sich die Anhänger der Roten Teufel irgendwie verschaukelt, wechselte Orban doch innerhalb der Zweiten Liga zu einem direkten Rivalen um den Aufstieg.

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Inzwischen Kapitän bei RB Leipzig

Doch anderthalb Jahre später weiß Orban, dass er alles richtig gemacht hat. Mit den Roten Bullen belegt er nach 14 Spieltagen Platz zwei - wohlgemerkt in der Bundesliga.

Und nachdem der eigentliche Kapitän Dominik Kaiser aktuell kein Stammspieler mehr ist, ist Orban der neue Spielführer der Sachsen.

"Es war definitiv die richtige Entscheidung nach Leipzig zu wechseln. Ich war schnell von der Philosophie und dem Weg, den der Verein mit jungen, talentierten Spielern geht, überzeugt", sagt Orban zu SPORT1.

"Ich habe mich hier in den letzten anderthalb Jahren fußballerisch in allen Bereichen weiterentwickelt und bekomme viel Vertrauen geschenkt. Ich fühle mich in Leipzig sehr wohl."

Orbans Anfänge als Profi

Der in Kaiserslautern geborene Orban begann mit dem Fußballspielen 1997 in der FCK-Jugend. Unter dem damaligen Trainer Marco Kurz wurde er in der Saison 2011/12 zum Profi.

Im November 2014 feierte er dann sein Debüt in der U21-Nationalmannschaft. 2014/15 war er Mannschaftskapitän der Roten Teufel.

Der anschließende Wechsel nach Leipzig war für Orban ein wichtiger Karriereschritt. "Jeder Sportler reift mit den Jahren und mit einem Vereinswechsel sicher auch als Mensch. Natürlich habe ich mich persönlich noch einmal weiterentwickelt, auch weil ich das erste Mal dauerhaft meine Heimat verlassen habe", erklärt er.

"Ordne alles dem Sport unter"

Trainer Ralph Hasenhüttl hält menschlich wie sportlich große Stücke auf seinen Abwehrchef. Und wenn Orban über seinen Beruf redet, versteht man schnell, warum.

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"Seit ich Profi bin, begreife ich das Fußballspielen als meinen Beruf und lebe diese Einstellung auch, ordne alles dem Sport unter", betont der Innenverteidiger: "Es ist demnach auch meine Verantwortung mir persönlich und meiner Mannschaft gegenüber, so hart und professionell wie möglich an mir zu arbeiten."

Und was sagt Orban umgekehrt über den Erfolgscoach Hasenhüttl, der im vergangenen Sommer als Nachfolger seines heutigen Vorgesetzten Ralf Rangnick kein leichtes Erbe angetreten hat?

"Er ist ein klasse Trainer und ein sehr sympathischer Mensch. Er weiß, wie er mit uns als Team und dem Einzelnen umgehen muss, findet die richtigen Worte und die entsprechende Ansprache", erklärt er.

Details und Hinweise

Hasenhüttl achte "sehr auf Details, gibt manchmal auch nur kleine Hinweise, die einen schnell besser machen können. Die Art, wie er Fußball spielen lässt, setzt perfekt auf das auf, was wir schon in der letzten Saison hier gespielt haben. Wir haben diese Spielweise als Mannschaft und in den einzelnen Mannschaftsteilen bereits verinnerlicht, arbeiten aber jeden Tag daran, unser Spiel immer weiter zu verbessern und zu synchronisieren."

Was seinen Trainer immer wieder verblüfft, ist Orbans Coolness am Spieltag - doch für den Kapitän ist dies gar nichts Besonderes. "Jeder Spieler wählt seine Art und Weise für eine optimale Spielvorbereitung", meint Orban nur.

Er sei "einfach eher ein ruhiger Typ, mir hilft es deshalb, wenn ich vor dem Spiel innerlich zur Ruhe komme - daraus schöpfe ich Kraft und kann mich auf diesem Weg am besten auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren und fokussieren".

Rehabilitation für Ingolstadt

Die nächste Aufgabe für die Sachsen heißt am Samstag nun Hertha BSC (ab 15.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER). Zuhause wollen sich Orban und Co. unbedingt für die erste Saisonpleite am vergangenen Wochenende beim FC Ingolstadt (0:1) rehabilitieren.

Selbstzweifel scheinen beim Aufsteiger nach dem ersten kleinen Rückschlag aber ohnehin nicht aufgekommen zu sein.

"Die Niederlage hat uns keineswegs in unserem Selbstbewusstsein beeinträchtigt", sagt Orban forsch und kündigt an: "Wir haben die Fehler aus dem Spiel in Ingolstadt analysiert und aufgearbeitet und werden daraus viel lernen."

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