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München - Klaus Allofs stärkt in der Wolfsburger Krise Trainer Valerien Ismael den Rücken, muss aber selbst um seinen Job bangen. Julian Draxlers Abschied rückt näher.

Harmlos, zweikampfschwach, ideenlos - die 0:5-Pleite beim FC Bayern offenbarte einmal mehr den desolaten Zustand des VfL Wolfsburg, der sich beim neuen Bundesliga-Spitzenreiter wie ein Absteiger präsentierte.

Nur noch die bessere Tordifferenz trennt die Niedersachsen vom punktgleichen HSV und der Abstiegszone. (Die Tabelle der Bundesliga)

Der Druck auf Geschäftsführer Klaus Allofs und Trainer Valerien Ismael dürfte noch mehr steigen.

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Ismaels haarsträubende Bilanz

"Natürlich hatten wir ganz andere Erwartungen und stehen jetzt mit zehn Punkten da unten, das ist eine außergewöhnliche Situation", analysierte Allofs ehrlich - und stellt offenbar alles in Frage: "Im Misserfolg muss man die Strategie anpassen und die richtigen Entscheidungen treffen."

Fakt ist: Der Trainerwechsel, Pokalsieger und Vizemeister Dieter Hecking musste nach sechs Punkten in sieben Spielen die Koffer packen, ist verpufft - so es denn einen positiven Effekt gegeben hat.

Nachfolger Ismael konnte in seinen sieben Partien lediglich vier Zähler holen und flüchtete sich nach dem Spiel ("die Mannschaft ist verunsichert, wir müssen die Niederlage jetzt irgendwie abschütteln") in Durchhalteparolen.

Kontakte zu anderen Trainern?

Klaus Allofs stellt sich dennoch nach wie vor hinter den Franzosen: "Wir haben vollstes Vertrauen, das haben wir Valerien Ismael ausgesprochen und das ist immer noch so", sagte Allofs auf SPORT1-Nachfrage.

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Nach einem Bericht der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung hält der kriselnde Bundesligist allerdings bereits Kontakt zum früheren Hamburger Trainer Bruno Labbadia, zum Portugiesen Paulo Sousa sowie dem Deutsch-Amerikaner David Wagner, der beim englischen Zweitligisten Huddersfield Town unter Vertrag steht.

Auch Ex-HSV-Coach Mirko Slomka wirft seinen Hut in den Ring: "Ich habe schon das eine oder andere Mal mit Wolfsburg Gespräche geführt vor einiger Zeit. Das ist nicht abwegig, weil ich ja Niedersachse bin und mein Herz natürlich auch ein bisschen für Niedersachsen schlägt“, sagte Slomka bei Sky.

Und weiter: "Ich halte die Mannschaft grundsätzlich für stark genug, um auch eine viel bessere Platzierung zu erhalten. Ich bin aber in keiner Weise in irgendwelche Gespräche involviert. Grundsätzlich ist es eine Mannschaft mit einem riesigen Potenzial."

Die beiden Spiele vor der Winterpause gegen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach darf Ismael wohl noch sein Glück versuchen. Und danach? Ein weiteres Wirken von Ismael scheint zumindest äußerst fraglich.

Allofs spürt Vertrauen vom Vorstand

"Von den Punkten her hat der Trainerwechsel nichts gebracht, da muss ich zustimmen", sagte Allofs: "Ich denke aber schon, dass sich ein paar Dinge weiterentwickelt haben." Welche, das bleibt vorerst sein Geheimnis.

Um seinen eigenen Job bangt der frühere Bremer Manager derzeit, zumindest öffentlich, noch nicht. "Als Geschäftsführer Sport stelle ich mich der Kritik. Ich arbeite mit dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung eng zusammen."

Das Vertrauen sei nach wie vor da, versicherte der 60-Jährige, der neben seiner eigenen und der sportlichen Situation noch weitere Brandherde zu löschen hat.

Umschwenken bei Draxler

Zum Beispiel den Fall Julian Draxler. Der Nationalspieler war nach seinem neuerlichen Wunsch, den Verein im Winter verlassen zu wollen, gar nicht erst im Kader gegen den Rekordmeister.

Bei einem entsprechenden Angebot würde man sich nun aber, im Gegensatz zum letzten Sommer, mit einem Verkauf befassen: "Sollte es ein Angebot geben, werden wir uns damit auseinandersetzen", so Allofs.

Sowieso plant der Geschäftsführer im Winter eine neuerliche Transfer-Offensive, die der Mannschaft wieder Leben einhauchen soll. "Wir wollen schauen, was wir auf dem Transfermarkt machen", sagte Allofs.

Wenn es dann nicht schon zu spät ist.

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