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Dortmund - Nach der Niederlage im Millionenspiel gegen Borussia Dortmund geben die Hoffenheimer Verantwortlichen dem Schiedsrichtergespann eine Mitschuld.

Die TSG Hoffenheim fühlt sich nach dem 1:2 (0:1) im "Endspiel" um die direkte Champions-League-Qualifikation gegen Borussia Dortmund klar von Schiedsrichter Felix Brych benachteiligt.

"Wir haben eine Verantwortung. Wir erzählen uns das Woche für Woche. Deswegen will ich das so explizit nicht sagen. Aber es hat ja jeder gesehen, was in den ersten 45 Minuten passiert ist", sagte Sportdirektor Alexander Rosen bei Sky:

"Es hat nur noch gefehlt, dass ein Loch ins Tornetz geschnitten und da einer reingepfiffen wird. Das war die einzige Entscheidung, die nicht gegen uns gefallen ist."

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Mehrere Fehlentscheidungen

Brych hatte in entscheidenden Szenen falsch gelegen. Marco Reus stand beim Dortmunder 1:0 in der 4. Minute deutlich im Abseits, der Handelfmeter für den BVB in der 14. Minute war unberechtigt. Pierre-Emerick Aubameyang verschoss.

Zudem hätte Hoffenheim in der 40. Minute einen Elfmeter bekommen müssen, als der Dortmunder Verteidiger Sokratis seinem Gegenspieler Sandro Wagner bei einem Eckball fast das Trikot ausgezogen hätte.

Der Traum von Mehrheitseigner Dietmar Hopp von Real Madrid muss vorerst zurückgestellt werden. Denn da Hoffenheim noch nie in der Champions League gespielt hat, würde in den Playoffs ein Hochkaräter warten.

Nagelsmann: "Das hat jeder gesehen"

Julian Nagelsmann war vor allem wegen des frühen Tores verärgert. "Dass das Abseits war, hat jeder gesehen", sagte der 1899-Trainer, der die Leistung der eigenen Mannschaft als "gut" bezeichnete:

"Besser als die von Dortmund, und besser als die vom Schiedsrichter. Heute haben wir gegen ein bis zwei Mann mehr gespielt."

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Mit Blick auf die anderen Szenen sagte Nagelsmann: "Das nennt man wohl Murphys Gesetz."

Seine erste Kritik am vierten Offiziellen, der aus seiner Sicht hätte Brych auf Reus' Abseitsstellung aufmerksam machen müssen, nahm Nagelsmann dagegen zurück: "Das war ein Missverständnis, das tut mir leid." 

Bei Sky hatte Nagelsmann zuvor zur Abseitsszene gesagt: "Ich frage den vierten Offiziellen: 'Berührt Gonzalo Castro den Ball oder nicht?'. Wenn er sagt 'Nein', ist es kein Abseits. Wenn er sagt 'Ja' ist es Abseits. Und er sagte 'Ja, klarer Kontakt von Gonzalo Castro'. Dann sage ich 'Warum sagen Sie nichts?'...Und er 'Ja joa ja'."

Nagelsmann weiter: "Wenn er mir das bestätigt, dann kann er auch dem Felix Brych das Abseits bestätigen. Das hat er nicht gemacht. Für mich ist das die falsche Art, den vierten Offiziellen einzusetzen. Ich würde mir wünschen, dass der vierte Offizielle den Schiedsrichter unterstützt und nicht nur die Trainer einfängt."

Doch offenbar hatte der vierte Offizielle eine andere Frage verstanden, weswegen sich Nagelsmann auf der Pressekonferenz entschuldigte.

Auch Rudy meckert

Auch Sebastian Rudy ärgerte sich über die Fehlentscheidungen. "Ich weiß nicht, ob der Schiedsrichter das nicht genau gesehen hat. Zwei Fehlentscheidungen am Anfang, das ist natürlich schwer, wenn man durch sowas 0:1 in Rückstand gerät", sagte der zukünftige Bayern-Profi bei SPORT1:

Allerdings nahm Rudy Brych auch in Schutz. "Er macht das ja nicht mit Absicht. Da müssen wir jetzt drüber weg sehen."

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Sogar Dortmunder unzufrieden mit Brych

Selbst von Dortmunder Seite kam Kritik. "Der Schiedsrichter hat den Zeitpunkt verpasst, seine Linie durchzuziehen. Er ist sehr schwammig geworden, hat kleinlich gepfiffen, dann viel laufen lassen. Am Ende sind die Spieler beider Teams clever genug, sowas auszunutzen", sagte Gonzalo Castro, der mit seinem Anspiel für Reus' Abseitsposition gesorgt hatte, bei SPORT1.

Sein Trainer sprach allerdings davon, dass man zumindest bei der Führung "klar profitiert" habe - und machte sich für den Videobeweis stark.

"Natürlich gehen wir durch ein Abseitstor in Führung. Wir wissen alle, dass ich ein Verfechter davon bin, alle Tore zu überprüfen", meinte Thomas Tuchel.

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