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Thomas Müller bereitete das Siegtor des FC Bayern gegen Köln mustergültig vor
Thomas Müller bereitete das Siegtor des FC Bayern gegen Köln mustergültig vor © Getty Images
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München - Der FC Bayern feiert dank Robert Lewandowski einen Arbeitssieg gegen Kölns Notelf. Thomas Müller räumt anschließend einen Kräfteverschleiß ein.

Herbstmeister Bayern München enteilt in der Bundesliga der Konkurrenz - dank Rekordmann Robert Lewandowski.

Der Top-Torjäger erlöste den dominanten, aber ideenarmen und vor dem Tor ineffizienten Rekordmeister gegen das letzte Aufgebot von Schlusslicht 1. FC Köln mit seinem goldenen Treffer in der 60. Minute zum 1:0 (0:0)-Sieg.

Es war sein 166. Tor in der Bundesliga. Damit zog der Pole mit der Kölner Legende Hannes Löhr gleich und in den elitären Kreis der zehn besten Bundesliga-Torjäger aller Zeiten ein. 

"Robert wäre zu meiner Zeit sicherlich ein Stürmer wie Klaus Fischer oder ich gewesen. Aber nicht so wie Gerd Müller", schwärmte Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach dem Spiel von seinem Goalgetter.

Die Münchner haben nach dem mühsamen Arbeitssieg bereits neun Punkte Vorsprung auf den neuen Zweiten Schalke 04. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Müller: "Nicht genug getan"

Die wackeren Geißböcke stemmten sich verbissen gegen eine höhere Niederlage. Der eingewechselte Münchner Kingsley Coman traf nur die Latte (66.).

"Köln hat sich bis auf die letzten drei Minuten aufs Verteidigen beschränkt. Das war nicht leicht, wir haben aber auch in Halbzeit eins nicht genug getan. Man hat gesehen: Die Mannschaft weiß, dass noch zwei Spiele zu spielen sind. Wir haben nicht so viel Energie in der Hinterhand", sagte Bayern-Kapitän Thomas Müller bei Sky(DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick)

Köln-Keeper Timo Horn meinte: "Uns fehlt zurzeit das Matchglück. Wir haben auch heute alles reingehauen, aber es hat wie so oft nicht gereicht."

Die Bayern waren von Beginn an deutlich überlegen. 12:3 Torschüsse, 9:1 Ecken und 84 (!) Prozent Ballbesitz lautete die Bilanz allein der ersten Halbzeit. Köln, das auf 13 Profis verzichten musste, verlegte sich mit seiner Notelf auf Konter. (DATEN: Der Ticker zum Nachlesen)

Ribery ist Bayerns neuer Rekord-Ausländer

75.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena sahen eine einseitige Begegnung, in der sich die Bayern Chance um Chance erspielten. Die beste der ersten Hälfte vergab Müller (13.) nach genialem Zuspiel von Franck Ribery. Der Franzose lief zum 366. Mal in einem Pflichtspiel für die Bayern auf - häufiger als jeder andere Ausländer.

Erst zum 23. Mal in der Bundesliga durfte FC-Außenverteidiger Lukas Klünter ran, der nach dem kurzfristigen Ausfall von Torjäger Sehrou Guirassy wie zuletzt gegen Freiburg (3:4) stürmen musste.

Er gab auch den ersten Torschuss der Gäste ab (21.) - Torwart-"Rentner" Tom Starke war auf dem Posten. 

Rekordmeister ohne Tempo und Präzision

Dem auf vier Positionen veränderten Rekordmeister fehlten gegen die Schießbude der Liga Tempo und Präzision in der Vorwärtsbewegung, über Außen ging wenig.

Der deshalb aufgebrachte Heynckes trieb seine Mannschaft vergeblich an - und brachte Flügelstürmer Coman sowie James für Arturo Vidal und Corentin Tolisso (46.).

"Wir hätten viel zügiger, schneller, lebendiger, spritziger spielen müssen, besseres Passspiel, das Spiel verlagern, über außen kommen", bemängelte Heynckes im Nachhinein.

Die erste Szene der zweiten Halbzeit gehörte Klünter, der Weltmeister Jerome Boateng sowie Nationalspieler Niklas Süle stehen ließ und erst von Rafinha gestoppt wurde (47.).

David Alaba (48.) und Lewandowski (51.) vergaben weitere Großchancen, ehe der Pole nach kluger Kopfballverlängerung von Müller aus fünf Metern zur mühsam erspielten Führung traf.

Starke im "sechsten Frühling"

In der Schlussphase rettete Starke sehenswert gegen Klünter (87.) und sicherte den Bayern damit den Sieg.

"Man sieht es ihm nicht an, aber er ist noch taufrisch. Er hat seinen sechsten Frühling. Er ist ein super Typ. Und er hält auch noch gut. Das ist ja Wahnsinn", lobte Müller den 36 Jahre alten Schlussmann. (REAKTIONEN: Stimmen zum Spiel)

Not-Stürmer Klünter verblieb mit dem Positiven: "Wir haben gut gearbeitet als Team. Man hat heute klar gesehen, dass wir nicht tot sind." 

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