BVB wirft Aubameyang aus Kader
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München und Dortmund - Pierre-Emerick Aubameyang tritt eine Rassismus-Debatte los und wird nach einer neuen Disziplinlosigkeit suspendiert. Der Anfang vom Ende seiner Zeit beim BVB?

Michael Zorc wirkte angefressen und ratlos zugleich.

"Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht", sagte der Sportdirektor von Borussia Dortmund bei Sky zum jüngsten Wirbel um Pierre-Emerick Aubameyang. Er habe mit dem Stürmer am Sonntag "ein sehr kontroverses Gespräch geführt", ergänzte Zorc.

"Diese Verhaltensweise habe ich über Jahre hinweg bei ihm nicht gesehen. Er war sonst immer diszipliniert und sehr professionell. Irgendwann kommt der Punkt, an dem du das nicht mehr tolerieren kannst. An diesem Punkt sind wir heute angekommen."

Zum dritten Mal seit November 2016 war Aubameyang in Dortmund aus dem Kader gestrichen worden. Dieses Mal, weil er am Samstag eine Mannschaftssitzung vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg geschwänzt hatte.

So erklärt Stöger die Aubameyang-Suspendierung

"Es war eine relativ wichtige Sitzung und er ist ihr ferngeblieben. Das hat zur Folge, dass ich die Einschätzung habe, dass es ihm momentan nicht so wichtig ist, dass er nicht fokussiert war auf das wichtige erste Spiel", sagte Trainer Peter Stöger dazu bei Sky: Deshalb habe der Verein die Konsequenzen gezogen.

Auf die Frage, ob und wie sich Aubameyang entschuldigt habe, antwortete Stöger: "Er hat kurz angedeutet, dass er es vergessen hätte. Aber ich glaube, wir wissen alle, dass das nicht der Fall ist."

Wirbel um Rassismus-Anschuldigung

Der Torjäger hält den BVB mit seinen Eskapaden immer mehr in Atem. Bevor die Suspendierung am Sonntag öffentlich wurde, hatte der Gabuner mit einer Rassismus-Anschuldigung gegen einen Journalisten für Wirbel gesorgt.  

Provoziert Aubameyang möglicherweise seine Flucht? "Ich kann nicht beurteilen, ob er seinen Abgang erzwingen will", meinte Stöger. 

Ein Instagram-Post von Aubameyangs Vater legt die Vermutung allerdings durchaus nahe. "Ich glaube ganz einfach, dass der kleine Affe und seine Familie von hier verschwinden müssen, denn hier kann man nicht mehr leben", schrieb Pierre Francois Aubameyang.

"Affenzirkus": Rassismus-Wirbel um Aubameyang

"Affenzirkus" als Stein des Anstoßes

Die Aussage von Aubameyang senior, der den Post am Montag wieder löschte, ist eine Anspielung auf die "Affenzirkus"-Kritik von kicker-Chefreporter Carlo Wild.

Dieser hatte den Dortmunder Torjäger in der Sendung Kicker.tv scharf kritisiert und gesagt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Auba diesen Affenzirkus in München aufziehen könnte."

Das Wort "Affenzirkus" hatte Aubameyang als rassistische Beleidigung interpretiert. In seinem Post schrieb er: "Ich denke, dieser Reporter hätte ein anderes Wort als 'Affenzirkus' verwenden können."

Dazu fügte Aubameyang den Screenshot einer Google-Suche des Wortes "Affenzirkus" bei. Der erste Bild-Treffer war dabei ein Schimpanse, der einen Hitlergruß zeigt. 

Auch wenn Aubameyang das Affen-Bild falsch verstanden hatte - dass er von der Wortwahl wenig angetan war, lässt sich nachvollziehen. Sein erneutes Fehlverhalten vor dem Wolfsburg-Spiel aber nicht.

Dritte Suspendierung seit November 2016

Aubameyang war in dieser Saison bereits von Stögers Vorgänger Peter Bosz suspendiert worden. Und im November 2016 hatte ihn der damalige Trainer Thomas Tuchel vor dem Champions-League-Gruppenspiel gegen Sporting Lissabon aus dem Kader gestrichen.

Damals war Aubameyang trotz Verbots einen Tag nach Mailand geflogen. Nach seiner Denkpause traf er im anschließenden Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV beim 5:2-Sieg vier Mal.

Noch eine Chance?

Auch von Stöger wird er eine neue Chance bekommen.

"Er kann sich nächste Woche wieder ganz normal für die Mannschaft qualifizieren", meinte der Trainer.

Ob Aubameyang diese Möglichkeit aber überhaupt nutzen will, wird jedoch immer zweifelhafter. Er wäre nicht der erste BVB-Spieler, der einen Wechsel provoziert. Ousmane Dembele hatte vor seinem Transfer zum FC Barcelona sogar das Training geschwänzt, um den Wechsel zu forcieren.

Arsenal macht Ernst bei Aubameyang

Bei Aubameyang könnte es auch ganz schnell gehen. Der in England bestens vernetzte spanische Journalist Guillem Balague berichtet, der FC Arsenal mache jetzt im Werben um Aubameyang Ernst.

Die Londoner sollen 60 Millionen Euro bieten und seien sehr zuversichtlich, den Deal in den nächsten Tagen unter Dach und Fach zu bekommen.

"Wir brauchen jetzt keine Transferspekulationen anzustellen", meinte Zorc zum unvermeidlichen Thema, "aber klar ist auch: So kann es nicht weitergehen."

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