Heidel: "Haben alle Wünsche von Goretzka erfüllt!"
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München - Der Poker ist beendet: Leon Goretzka verlässt Schalke 04 im Sommer und wechselt zum FC Bayern. Ein Zitat von Christian Heidel sorgt allerdings für Wirbel.

Der Wechsel von Leon Goretzka von Schalke 04 zum FC Bayern München ist perfekt.

Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler unterschreibt zur kommenden Saison beim Rekordmeister einen Vierjahresvertrag bis zum 30. Juni 2022. 

Laut Schalke-Manager Christian Heidel sei allerdings "nicht auszuschließen", dass der Wechsel sogar noch in der aktuellen Wintertransferperiode vonstatten geht. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Fans, die in den Sozialen Netzwerken alles andere als begeistert auf die Entscheidung ihres langjährigen Publikumslieblings reagieren.

"Wir müssen gucken, was das Beste für Schalke 04 ist", sagte Heidel bei Reviersport. Und weiter: "Wenn Karl-Heinz Rummenigge anruft, sprechen wir. Es geht immer darum, was das Beste für den Verein ist."

"Weiß, dass ich euch alle enttäuscht habe"

Ob sich die Bayern auf ein solches Szenario einlassen würden, ist jedoch mehr als fraglich. Schließlich müssten sie bei einem sofortigen Wechsel noch eine Ablösesumme für Goretzka bezahlen.

Abgesehen davon hat der Nationalspieler selbst nicht vor, Gelsenkirchen vorzeitig zu verlassen. Er will die empörten Fans zum Abschied mit einem Titel versöhnen.

"Ich weiß, dass ich damit Euch alle enttäusche und ihr wenig Verständnis dafür aufbringen werdet. Aber ich will Schalke 04 wieder in die Champions League zurückführen und möchte am 19. Mai in Berlin den DFB Pokal gewinnen", schrieb Goretzka bei Facebook.

Schalke vermeldet Goretzka-Wechsel

"In einem Gespräch am Mittwoch hat mich insbesondere der Trainer (...) in die absolute Pflicht genommen und baut zu 100% auf mich. Ich will und werde das zurückgeben."

Lob von Rummenigge und Heynckes

Pikant: Schalke-Manager Heidel verriet bei der Verkündung des Wechsels, dass Goretzka sich eigentlich schon mit dem Klub auf eine Vertragsverlängerung geeinigt hatte.

Man habe Goretzkas Entscheidung "mit Bedauern zur Kenntnis genommen", sagte Heidel. Am Donnerstag habe Bayerns Vorstandsboss Rummenigge "uns informiert, dass Leon den Medizincheck absolviert hat."

Der FC Bayern bestätigte den Deal etwa eine Stunde später und postete bei Twitter ein Bild mit Goretzka und Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

"Wir sind sehr froh, dass sich mit Leon Goretzka ein deutscher Nationalspieler mit großer Perspektive trotz namhafter Konkurrenz aus dem Ausland für den FC Bayern entschieden hat. Damit ist gewährleistet, dass Leon Goretzka der Bundesliga erhalten bleibt", sagte Rummenigge.

Ähnlich äußerte sich am Freitagmittag Trainer Jupp Heynckes auf Bayerns Pressekonferenz: "Es gab internationale Konkurrenz aus Spanien und England. Dass er sich für den FC Bayern entschieden hat, ist gut für die Bundesliga." Heynckes hob auch hervor, dass Goretzka "einen einwandfreien Charakter hat, sehr ehrgeizig ist".

Tedesco appelliert an die Fans

Die Stimmung auf Schalke ist dagegen getrübt. "Wir haben alles dafür getan, Leon auf Schalke zu halten. Im Sommer gab es eine Einigung mit ihm und seinem Berater. Er wollte dennoch Zeit, um die sportliche Entwicklung abzuwarten", sagte Heidel.

Trainer Domenico Tedesco stimmte ein: "Wir sind traurig und enttäuscht, dass wir Leon als Spieler und Typen verlieren, aber haben die Entscheidung zu akzeptieren. Es steht außer Frage, dass Leon ein wichtiger Baustein ist."

Im Sommer 2013 war Goretzka vom VfL Bochum nach Gelsenkirchen gewechselt. Dem Schalker Schlüsselspieler, der auch von zahlreichen internationalen Spitzenklubs umworben war, gelangen in 130 Spielen für Schalke 19 Tore.

Beim Confed-Cup-Sieg im vergangenen Sommer war der Mittelfeldspieler einer der deutschen Leistungsträger und drängte sich für eine WM-Nominierung auf.

"Wir hoffen nicht, dass die Fans am Sonntag negativ reagieren", appellierte Trainer Tedesco im Hinblick auf die kommende Aufgabe gegen Hannover.

"Unsere Anhänger haben das Team immer unterstützt und Leon gehört auch in der Rückrunde natürlich weiterhin zur Mannschaft." Es sei denn, Karl-Heinz Rummenigge ruft noch einmal bei Christian Heidel an.

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