So hat FCB-Trainer Heynckes Alaba wieder stark gemacht
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München - Im SPORT1-Interview erklärt David Alaba seine Rückkehr zu alter Stärke und lobt den Bayern-Trainer dafür. Die Hoffnung auf dessen Verbleib hat er noch nicht aufgegeben.

David Alaba ist einer der größten Gewinner unter Jupp Heynckes.

Seit der Trainer Anfang Oktober zum FC Bayern zurückkehrte, zeigt die Formkurve des 25-Jährigen kontinuierlich nach oben.

So wie in den ersten Jahren seiner rasant verlaufenen Karriere, die aber seit rund zwei Jahren stagnierte. Dem Vorrunden-Aus mit Österreich bei der EM 2016 folgte trotz der Meisterschaft eine persönlich eher durchwachsene letzte Saison.

Und beim 0:3-Debakel gegen Paris St. Germain Ende September, dem die Entlassung von Carlo Ancelotti folgte, ging der Linskverteidiger im Sturmwirbel von Neymar und Co. genauso unter wie der Rest des Teams.

Dann kam Heynckes zurück und nannte als eine seiner wesentlichen Aufgaben, "den kleinen Alaba" wieder auf das Top-Niveau der Triple-Saison 2012/13 zu bringen.

"Viele Gespräche mit dem Trainer"

"Natürlich habe ich in erster Linie viele Gespräche mit dem Trainer gehabt. Er hat mir einfach sein Vertrauen geschenkt", nennt Alaba den Chefcoach im Gespräch mit SPORT1 als entscheidenden Faktor für seine Rückkehr zu alter Stärke:

"Er versucht einen immer weiterzubringen, zu fordern, aber auch zu fördern. Das hat mir sehr gut getan. Diesen Weg möchte ich natürlich weitergehen."

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Vor fast genau acht Jahren feierte der damals 17-jährige Alaba unter Louis van Gaal sein Profi-Debüt bei Bayern, wurde aber zur Rückrunde der folgenden Saison an Hoffenheim ausgeliehen. Nach seiner Rückkehr zum FCB startete der Youngster dann unter Heynckes durch und wurde zu einem der weltbesten Außenverteidiger.

"Er ist auf jeden Fall ein wichtiger Mann in meiner Karriere", weiß Alaba. "Wir haben schon damals sehr, sehr gut und erfolgreich zusammengearbeitet. Er hat mir in meiner Entwicklung sehr geholfen und dafür bin ich ihm sehr dankbar."

Bayerns Triple-Jahr 2013 und heute: Der Vergleich

Seit der 72-Jährige im Oktober noch einmal das Ruder bei Bayern übernommen hat, ist Alaba wieder zur sicheren Bank in der Defensive geworden und setzt auch offensiv deutlich mehr Akzente als unter Ancelotti. Anfang Februar feierte er bereits seinen 200. Bundesliga-Einsatz - als jüngster ausländischer Spieler der Geschichte.

Noch Hoffnung auf Heynckes-Verbleib

Da verwundert es nicht, dass der gebürtige Wiener wie seine Teamkollegen und die Vereinsführung die Hoffnung auf einen Verbleib von Heynckes noch nicht aufgegeben hat.

"Es ist natürlich seine Entscheidung. Aber man sieht, dass er uns als Mannschaft sehr gut tut. Deshalb wäre es schön, wenn er bleibt", sagte er SPORT1.

Schließlich sprechen nicht nur die Ergebnisse und die souveräne Tabellenführung in der Bundesliga eine eindeutige Sprache. Auch spielerisch sieht Alaba einen deutlichen Fortschritt:

"Ich denke, es hat sich einiges geändert. Wenn man sich unsere Spiele seitdem ansieht, erkennt man, wie wir uns als Mannschaft weiterentwickelt haben und einfach hervorragend Fußball spielen. Auf diesem Weg muss es weitergehen."

"Triple ist nicht in unseren Köpfen"

An der sechsten Meisterschaft in Folge zweifelt angesichts des riesigen Vorsprungs niemand mehr, doch Alaba nimmt noch keine Gratulationen entgegen. Und auch den nahe liegenden Vergleich mit dem Triumph 2013 kann er zwar nachvollziehen, macht sich aber angeblich keine Gedanken darüber.

"Das Triple ist nicht in unseren Köpfen. Wir wollen einfach diesen Weg weitergehen", meinte er.

"Dass es gerade in der Champions League keine einfachen Spiele gibt, ist uns allen bewusst. Da müssen wir uns als Mannschaft nochmal steigern, um erfolgreich zu sein. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg."

Bayern wartet auf den nächsten Alaba

Ein weiter Weg ist es offenbar auch vom Nachwuchs des FC Bayern zu den Profis. Jedenfalls hat seit Alaba kein Talent mehr den Sprung in die erste Mannschaft geschafft.

Daher hofft der österreichische Nationalspieler, der im Sommer zehn Jahre in München ist, dass in naher Zukunft endlich ein Nachfolger aus dem eigenen Stall gefunden wird. Die Voraussetzungen dafür hat der deutsche Rekordmeister mit Millioneninvestitionen geschaffen.

Kürzlich besuchte Alaba den im Sommer neu eröffneten Nachwuchs-Campus und war begeistert. "Zwischen früher und heute liegen Welten", sagte er mit Blick auf seine eigene Zeit im FCB-Jugendinternat.

"Da hat der Klub eine sehr gute Lösung gefunden, die Jungs weiterzuentwickeln und hoffentlich kommt davon dann bald einer nach oben", erklärte Alaba bei SPORT1:

"Ich glaube, dass der Nachwuchs auf einem sehr, sehr guten Weg ist und dass der Verein mit dem Campus einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass es nicht einfach ist, zu den Profis zu stoßen. Wir hoffen darauf."

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