Darum ist James für Heynckes ein "Volltreffer"
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München und Mainz - James Rodriguez ist beim FC Bayern derzeit der Mann für die besonderen Momente - dank seiner neuen Rolle. Sich selbst bleibt der Kolumbianer aber treu.

Ein Mann großer Worte ist James Rodriguez nicht.

Viel lieber lässt der Kolumbianer in Diensten des FC Bayern München Taten sprechen.

So wie am Samstag in Mainz, als er mit seiner technisch herausragenden Kombination aus Ballannahme mit der Brust und platziertem Volley-Abschluss für das Glanzlicht beim letztlich unspektakulären 2:0-Pflichtsieg sorgte.

Das Mainzer Stadion verließ James schweigend, sein einziger Kommentar zum Spiel via Social Media fiel kurz und prägnant aus: "Welch gute Partie, läuft gut."

Nach dem achten Sieg in Serie und dem auf 18 Punkte angewachsenen Vorsprung auf Platz zwei klingt "gut" da doch nach reichlich Understatement.

Heynckes gerät ins Schwärmen

Deutlicher wurde Jupp Heynckes, der den 26-Jährigen auf der Pressekonferenz vor dem Pokal-Viertelfinale gegen den SC Paderborn (Di., ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) als "Volltreffer" für den Rekordmeister bezeichnete.

"Wie er agiert und sich integriert hat, wie er wieder lacht und locker ist trotz anfänglicher Schwierigkeiten... er ist angekommen und glücklich in München. Man darf auch nicht vergessen, dass es nicht leicht ist, in ein anderes Land mit einer anderen Kultur, einer anderen Mentalität und einer anderen Sprache zu kommen", schwärmte der Bayern-Trainer.

Auch die internationale Presse rückte James ins Zentrum ihrer Jubelarien. "James glänzt bei Bayerns Sieg in Mainz mit einem Volley-Traumtor", schrieb die kolumbianische Zeitung El Tiempo. Auch für Gol Caracol war James der "Mann des Spiels".

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"Bayerns Star hat einen Namen"

Die Madrider Sportzeitungen verfolgen die Entwicklung des für 13 Millionen Euro bis 2019 von Real ausgeliehenen James ebenfalls genau. Auch wenn eine Rückkehr zu den Königlichen eher unwahrscheinlich ist.

2019 greift eine Kaufoption der Bayern für 42 Millionen Euro, auch im Trainingslager in Katar hatte James schon seinen Verbleib bei Bayern angekündigt.

"James zeigt die nächste Fußball-Lektion und trifft spektakulär. Bayerns Star hat einen Namen, und der heißt James Rodriguez. Gegen Mainz hat der Kolumbianer sein ganzes Repertoire gezeigt", schrieb die Marca und kürte ihn zum "König der Bundesliga". Und die AS berichtete von "James in unverbesserlicher Form".

Achter mit besonderem Offensiv-Drang

Dabei agierte der WM-Torschützenkönig von 2014 zuletzt nominell etwas defensiver als Achter.

In Abwesenheit des verletzten Taktgebers Thiago sowie der in Mainz kurzfristig fehlenden Arturo Vidal und Javi Martinez tat sich aber vor allem James im Aufbauspiel als Ideengeber hervor.

Eine Laufleistung von über elf Kilometern, die meisten Ballaktionen aller Spieler (101) und eine für einen Offensiven starke Zweikampfquote von 65 Prozent dokumentieren seine herausragende Leistung.

Bei der Interpretation seiner Rolle ist James' offensive Denkweise darüber hinaus unverkennbar.

James stellt Hinrunden-Bilanz ein

Das lässt sich auch an den Zahlen festmachen: In der Rückrunde kam James in drei der vier Partien zum Einsatz und lieferte in jedem seiner Spiele mindestens eine Torbeteiligung. Insgesamt bringt es James allein im Jahr 2018 auf drei Assists und zwei Tore.

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Damit hat James in nur drei Spielen die gleiche Bilanz erreicht wie in seinen elf Einsätzen in der Hinrunde.

Nach seinen Startschwierigkeiten - auch bedingt durch seine Muskelverletzung in der Vorbereitung - zeigte James' Formkurve zuletzt steil nach oben.

Heynckes erwartet aber noch mehr von seinem Fixstern: "James macht es sehr gut. Er kann es aber noch besser." Worte, die sich fast schon wie eine Drohung lesen.

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