Blitz-Titel verpasst! Heynckes ist's egal
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Leipzig - Der FC Bayern muss die erste Niederlage in diesem Jahr hinnehmen. Vizemeister RB Leipzig dreht nach einem frühen Tor der Bayern die Partie.

Während die Spieler des FC Bayern geknickt zu den Fans in der Gästekurve schlichen, fiel Ralph Hasenhüttl nach der Krönung einer historischen Woche jedem seiner Schützlinge einzeln um den Hals.

Der erste Sieg in der Vereinsgeschichte von RB Leipzig über den großen FCB ließ den Trainer nach dem Schlusspfiff ungewohnt emotional zurück. Zugleich verpasste der Vizemeister mit dem 2:1 (1:1)-Erfolg dem designierten Titelträger einen Denkzettel vor der Länderspielpause.

Heynckes: "Solche Spiele hat man"

Bei 17 Punkten Vorsprung und nur noch sieben Spielen ist das Titelrennen längst entschieden, daher sparte sich Jupp Heynckes große Kritik an seinem Team und lobte im Sky-Interview lieber den Gegner.

"Leipzig war sehr laufstark, sehr aggressiv und hat gut gepresst", sagte der 72-Jährige: "Solche Spiele hat man. Wir haben nicht wie in den letzten Wochen gespielt. Daher muss ich klar sagen: Leipzig hat verdient gewonnen."

Rangnick: "Hätten mehr Tore schießen können"

Das sahen auch die Gastgeber so, die drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der UEFA Europa League mit viel Herzblut auftraten. "Bis auf die ersten zehn Minuten waren wir in allen Bereichen dominant. Wir hätten nur mehr Tore schießen können. Aber der Gesamtauftritt war richtig klasse", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick.

SPORT1 zeigt Leipzigs Hinspiel im Viertelfinale der Euroap League gegen Olympique Marseille am Donnerstag, 5. April, und das Rückspiel am Donnerstag, 12. April, LIVE im Free-TV!

Im Duell der letzten verbliebenen deutschen Europapokalteilnehmer drehten Naby Keita (37.) und Nationalstürmer Timo Werner (56.), der erstmals nach 543 Minuten wieder in der Liga traf, die Partie. Sandro Wagner (12.) hatte die Bayern vor 42.558 Zuschauern in Führung geschossen.

FCB kann gegen BVB Titel perfekt machen

Die Münchner Meisterfeier könnte nach der dritten Saisonniederlage damit erneut auswärts stattfinden. Denn auch bei einem Sieg über den alten Rivalen Borussia Dortmund wäre der Rekordchampion auf Schützenhilfe angewiesen, um bereits am kommenden Spieltag den 28. Titelgewinn perfekt machen zu können.

Den starken Torwart Sven Ulreich ärgerte aber vor allem das Auftreten seiner Vorderleute bei klirrender Kälte in Leipzig. "Wir haben von Anfang an nicht zu unserem Spiel gefunden, wir hatten viele Ballverluste im Mittelfeld", sagte Ulreich: "Leipzig hat zudem sehr gut gepresst, und wir waren in der Defensive nicht so wach wie gewohnt."

Ganz anders RB: Hasenhüttl hatte nach dem 1:1 bei Zenit St. Petersburg und dem Viertelfinaleinzug in der Europa League kräftig durchgewechselt und in der Defensive auf die ungewohnte Dreierkette gesetzt. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten zahlten sich die taktischen Änderungen aus.

Sabitzer muss verletzt raus

Seinen Matchplan musste Hasenhüttl aber früh umstellen. Der gerade erst wiedergenesene Sabitzer knickte in einer seiner ersten Aktionen um, der Österreicher wurde durch Werner ersetzt (10.).

Der frühe Wechsel und auch das Gegentor sorgten keinesfalls für einen Bruch im Leipziger Spiel. RB kombinierte sich gut durch das anfällige Münchner Mittelfeld und hätte noch früher im ersten Durchgang ausgleichen müssen.

Sowohl Yussuf Poulsen (14.), Werner (19.) und Bruma (27.) scheiterten aber am starken Sven Ulreich. Als Werner den Ball doch einmal am Bayern-Keeper vorbeigeschoben hatte, rettete Niklas Süle auf der Linie (27.).

Lewandowski erst spät eingewechselt

Ohne erst später eingewechselten Top-Torjäger Robert Lewandowski, über dessen möglichen Wechsel zu Real Madrid in spanischen Medien spekuliert wird, fand München offensiv so gut wie gar nicht statt. Der Ausgleich noch vor dem Seitenwechsel war überfällig. Mit dem Remis zur Pause war der FC Bayern noch gut bedient.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielverlauf. RB hielt an seiner offensiven Ausrichtung fest, gewann im Mittelfeld viele entscheidende Zweikämpfe und kam zu diversen Großchancen. Nachdem Bruma (53.) zunächst noch scheiterte, war Bayern-Keeper Ulreich gegen Werners gezielten Schuss ins lange Eck machtlos.

Mit der Führung im Rücken zog sich RB in der Folge etwas zurück. Die Bayern kamen dennoch nicht wirklich ins Spiel, auch wenn der eingewechselte Franck Ribery für etwas Schwung sorgte. Fünf Minuten vor Schluss forderten die Bayern Elfmeter, nachdem Stefan Ilsanker der Ball im Strafraum an die Hand gesprungen war. Schiedsrichter Marco Fritz entschied sich mit Hilfe des Videoassistenten allerdings gegen einen Strafstoß.

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