Magath rechnet mit Chaos-HSV ab
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Felix Magath schmerzt der Niedergang des Hamburger SV. Hinter den Kulissen herrschten teils chaotische Zustände. Bernd Hollerbach tut ihm Leid.

Felix Magath hat eine lange Vergangenheit beim Hamburger SV. Als Spieler lief er zehn Jahre mit der Raute auf der Brust auf, holte drei deutsche Meisterschaften und einen Pokal der Landesmeister.

Nach seinem Karriereende kehrte er als Trainer in die Hansestadt zurück, stieg vom Trainer der zweiten Mannschaft zum Chefcoach auf und führte den Klub bis ins Achtelfinale des UEFA Cups.

Nach wie vor ist der 64-Jährige Hamburg sehr verbunden, die Krise des HSV macht Magath deshalb zu schaffen: "Es ist ein Jammer, was in Hamburg passiert. Aus meiner Sicht ist es unvorstellbar und mir fehlen da auch die Worte, wie man so einen guten, starken, schönen Verein in so einer wunderbaren Stadt so zerstören kann", gestand der Meistertrainer im ARD Sportschauclub.

Chaos hinter den Kulissen

Magath verriet auch Details über das Chaos hinter den HSV-Kulissen: "Ich habe in der Vergangenheit versucht, zu helfen. Ich wurde zweimal von den Aufsichtsratsvorsitzenden angesprochen, allerdings haben die es nie hingekriegt, eine Mehrheit zu haben, um mich wirklich zu holen. Ich weiß nicht, was da hinter den Kulissen los ist."

Es hätte immer wieder andere Ausreden gegeben, die gegen seine Verpflichtung gesprochen hätten: "Ich war früher schon immer umstritten, weil ich immer gesagt habe, ich möchte die sportlichen Entscheidungen treffen. Die verantworte ich dann auch. Aber ich möchte nicht über jedes Thema mit allen Beteiligten diskutieren."

© imFootball

Zuletzt wurde er Ende Januar zurückgewiesen, als er Anteile am HSV erwerben wollte, um mehr Einfluss zu nehmen. Der Verein und Mäzen Klaus-Michael Kühne blockten aber ab.

Trotz der schlechten Erfahrungen bot Magath dem Bundesliga-Dino weiterhin seine Hilfe an: "Selbstverständlich würde ich gerne helfen, es schmerzt ja, wenn man diesen HSV sieht." Aktuell gebe es allerdings keinen Kontakt zu den Verantwortlichen. 

Mitleid für Hollerbach

Für Trainerkollege Bernd Hollerbach, der beim Hamburger SV nach nur sieben Wochen im Amt seinen Hut nehmen musste, empfindet Magath Mitleid: "Er hatte nie eine echte Chance, weil er nicht die Unterstützung von den HSVern gehabt hat. Das Schlimme ist, dass im Verein Leute bezahlt wurden und ihn gar nicht unterstützt haben.

Er wurde geholt von Vereinsvertretern, aber auf der Pressekonferenz war Bernd Hollerbach der einzige, der sich gefreut hat. Ansonsten hatten die HSV-Verantwortlichen Totenmienen aufgesetzt."

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