So geriet Götzes Karriere ins Stocken
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Dortmund - Mario Götze steckt erneut in einer komplizierten Phase. BVB-Trainer Peter Stöger gibt ihm kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Die Zeit bis zur WM läuft langsam ab.

Zu beneiden ist Mario Götze momentan nicht. Der WM-Held ist das Thema in der schwarzgelben Presse. Und das keinesfalls aufgrund grandioser sportlicher Leistungen. Viele Medienvertreter kümmern sich um das "Rätsel Götze", den "Träumer", sein persönliches "WM-Drama".

Götze durchlebt freilich weiterhin die wohl komplizierteste Phase seiner bisherigen Karriere. Der 25-Jährige, vor vier Jahren bei der WM noch als "Held der Nation" gefeiert, steht beim BVB im Dauerfokus. Erst seine Stoffwechselerkrankung wegen der er monatelang pausieren musste, dann die durchwachsenen sportlichen Auftritte.

Gerade einmal 20 Bundesligaeinsätze (zwei Tore, drei Vorlagen) stehen in dieser Saison zu Buche, nur sieben davon über 90 Minuten. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte zuletzt in einem FAZ-Interview: "Irgendwie fehlt etwas. Zumindest haben ihn die drei Jahre in München nicht weitergebracht."

Götze reagiert irritiert

Götze reagierte darauf eher irritiert, sagte vergangene Woche in einem seiner seltenen Interviews zur Bild-Zeitung: "Was er konkret meint, weiß ich natürlich nicht. Klar ist aber, dass wir als Mannschaft in dieser Saison natürlich nicht allen Ansprüchen gerecht werden konnten."

Götze fühlt sich ungerecht behandelt

Das gilt in erster Linie jedoch für einen eigentlichen Leistungsträger wie ihn. Auch unter Peter Stöger ist Götze - wie schon unter Thomas Tuchel und Peter Bosz - kein unangefochtener Stammspieler.

Bestes Beispiel: Im Derby am vergangenen Samstag wurde Götze vier Minuten vor Schluss eingewechselt - beim Stand von 0:2. Ein sportlicher Vertrauensbeweis des Trainers sieht anders aus.

Stöger findet Götze "talentiert"

Stöger begründete seine Maßnahme nach dem Spiel simpel mit dem Faktor "Vertrauen in elf andere Profis" und schob im Bezug auf Götze hinterher: "Mario ist ein talentierter Spieler, ein guter Spieler". Nicht wenige Beobachter deuteten diese allgemeine Fußball-Floskel als verbale Ohrfeige für den Weltmeister.

Stögers Misstrauen könnte Götze das Highlight im Sommer kosten: Die Weltmeisterschaft in Russland. Götze betonte zwar zuletzt: "Der Bundestrainer kennt mich seit vielen Jahren und weiß, welche Qualitäten ich habe." Er sei sich deshalb sicher, dass er der Mannschaft helfen könne den Titel zu verteidigen.

Trotz aller Löw-Wertschätzung erscheint es aktuell allerdings fraglich, ob der Bundestrainer den kriselnden Mittelfeldspieler wirklich mit nach Russland nimmt. Aktuell sind Spieler wie Julian Brandt, Serge Gnabry oder auch Kevin Volland zweifelsfrei besser in Form.

Batshuayis Verletzung als Chance

Götze, dem WM-Helden von 2014, droht also ein Sommer ohne Turnier.

Eine Chance, dies doch noch zu ändern, könnte nun das bittere Saisonaus von Michy Batshuayi sein. Rückt Marco Reus in die vorderste Sturmspitze, könnte Götze dessen Posten auf der "Zehn" einnehmen.

Wenn Trainer Peter Stöger ihm denn das Vertrauen schenkt.

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