Nach Bayern-Wirbel: Kovac offenbart Seelenleben
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Leverkusen - Einen Tag nach der Bekanntgabe, dass er zum FC Bayern wechselt, verliert Eintracht-Coach Niko Kovac das wichtige Spiel gegen Leverkusen deutlich.

Der künftige Bayern-Trainer Niko Kovac verliert mit Eintracht Frankfurt die Champions-League-Qualifikation aus den Augen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Der 46-Jährige, dessen Wechsel zum deutschen Rekordmeister Bayern München am Vortag offiziell bestätigt worden war, unterlag mit den Hessen bei seinem Ex-Klub und direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen verdient 1:4 (1:1).

Die Eintracht fiel durch ihre fünfte Auswärtsniederlage in Serie auf Rang sechs zurück. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Die Highlights des 30. Spieltags bei SPORT1 am Sonntag, ab 9.30 Uhr in "Bundesliga Pur"

Auf die Frage, ob die Bekanntmachung von Kovac eine Auswirkung auf die Mannschaft hatte, antwortete Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky bei Sky: "Soll ich lügen, dass es keine hat? Es sind viele Sachen passiert, der Trainer geht weg. Es war ein ganz komischer Moment."

Kovac selbst wirkte nach der Niederlage gereizt, wollte auf die Problematik nicht weiter eingehen. Für ihn sei die Anspannung "nicht mehr und nicht weniger gewesen", so der Eintracht-Trainer. "Wir sind heute hier gewesen, um Bayer Leverkusen zu besiegen. Alles andere spielt keine Rolle. Mein Seelenleben ist in Ordnung."

Bobic glaubt nicht an Ablenkung

"Ich habe gesehen, dass die Jungs heute alles aus dem Tank rausgeholt haben. Sie haben eine überragende erste Halbzeit gespielt, in der wir alles im Griff hatten. Nur das Ergebnis hat nicht gepasst", sagte Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic. "Sie sind am Schluss auf der Felge raus gegangen. Und das ist das Entscheidende."

Von einer Beeinflussung durch den Kovac-Deal glaubt er im Gegensatz zu Hradecky nicht. "Es wird viel versucht, da etwas rein zu interpretieren. Jeder versucht, diese Ergebnisse in Kombination damit zu bringen. Das ist für mich sehr billig. Ich hatte bei der Mannschaft keine Bauchschmerzen", sagte Bobic. 

Bayer festigte hingegen Rang vier und feierte zudem eine gelungene Generalprobe für das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Rekordchampion Bayern München am Dienstag.

Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt, der einen Tag später in der Vorschlussrunde bei Schalke 04 zu Gast ist, blieb dagegen nach starkem Beginn auswärts mal wieder vieles schuldig. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

Hattrick von Volland

Torjäger Kevin Volland mit einem Hattrick (71., 77. und 88.) sowie Julian Brandt (20.) trafen für die Werkself, die fünf Tage nach ihrem 4:1 bei Vizemeister RB Leipzig einen weiteren Kontrahenten im Kampf um ein Königsklassen-Ticket zunächst mal abschütteln konnte.

Der mexikanische Nationalspieler Marco Fabian (23.) hatte mit seinem ersten Saisontreffer für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. (SERVICE: Tabellenrechner der Bundesliga)

Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena musste Kovac auf seinen zuletzt treffsicheren Stürmer Luka Jovic verzichten, der wegen Kniebeschwerden nicht in der Startelf stand. Bei Bayer ersetzte Panagiotis Retsos in der Viererkette den verletzten Wendell.

Zudem musste Bayer-Coach Heiko Herrlich kurzfristig Nationalspieler Jonathan Tah ersetzen, der sich beim Warmmachen verletzt hatte. Für ihn rückte Kapitän Lars Bender in die Innenverteidigung, Benjamin Henrichs bekleidete die Außenposition.

Alles zum 30. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 mit den Gästen Max Eberl und Bernd Storck

Eintracht beginnt gut

Frankfurt war zunächst tonangebend und drängte Bayer immer wieder in deren Hälfte zurück. Die erste gute Gelegenheit hatte aber Leverkusen durch seinen Torjäger Volland, der in der 14. Minute an Eintracht-Torwart Lukas Hradecky scheiterte.

Sechs Minuten später machte es Nationalmannschafts-Kollege Brandt besser. Nach einer guten Flanke von Kai Havertz, der mit 18 Jahren und 307 Tagen als jüngster Spieler die Marke von 50. Bundesligaeinsätzen erreichte, gelang Brandt per Kopf sein achter Saisontreffer.

Leverkusen erhöht Druck

Nur drei Minuten später ließ dann Fabian nach starkem Zuspiel von Marius Wolf Leverkusens Nationaltorwart Bernd Leno keine Chance. Brandt verbuchte anschließend noch eine weitere gute Möglichkeit für die Gastgeber.

Nach der Pause erhöhte die Werkself deutlich die Schlagzahl und stürzte die Hessen von einer Verlegenheit in die andere. In der 52. Minute hatten die Gastgeber Pech, dass der Ball nach einem prächtigen Distanzschuss von Leon Bailey nur am Querbalken landete. Wenig später scheiterte Volland erneut an Hradecky.

Mit seinen Saisontreffern 12 bis 14 belohnte sich Volland dann aber für seinen unermüdlichen Einsatz und bescherte seiner Elf den verdienten Sieg.

Das Restprogramm

BAYER LEVERKUSEN (4./30/55:37/51)
   (A) Borussia Dortmund
   (H) VfB Stuttgart 
   (A) Werder Bremen 
   (H) Hannover 96

EINTRACHT FRANKFURT (6./30/41:37/46)
   (H) Hertha BSC 
   (A) Bayern München 
   (H) Hamburger SV  
   (A) Schalke 04

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