Stöger schwärmt über Sahins Startelf-Comeback
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Dortmund - Ein Zufallstreffer bringt den BVB gegen Stuttgart auf die Siegerstraße. Anschließend schwört Nuri Sahin seine Teamkollegen auf den Saisonendspurt ein

Christian Pulisic ließ sich vor der Südkurve feiern, während sich die BVB-Fans schon auf das Revierderby beim Erzrivalen Schalke 04 (Sonntag, 15.30 Uhr im LIVETICKER) einstimmten.

Eine verunglückte Flanke des US-Amerikaners half Borussia Dortmund bei der Frustbewältigung nach der 0:6-Klatsche bei Bayern München. Doch der letztlich souveräne 3:0 (1:0)-Sieg gegen den VfB Stuttgart täuschte nicht über die weiterhin vorhandenen Dortmunder Unzulänglichkeiten hinweg.

"In den ersten 25 Minuten hat man noch den Rucksack gesehen, den das 0:6 ausgelöst hat", sagte Sportdirektor Michael Zorc anschließend bei Sky. "Wir werden bis Saisonende wahrscheinlich keine großen Galavorstellungen mehr liefern, aber jetzt geht es ums Ergebnis und das haben wir erreicht."

"Das war kein Leckerbissen"

Erst nach dem Zufallstreffer von Pulisic (38.) befreiten sich die Dortmunder allmählich von der Last. Michy Batshuayi legte mit seinem siebten Saisontor nach (48.), Maximilian Philipp (59.) sorgte für die Entscheidung.

"Das nehmen wir gerne mit, bis dahin war es kein Leckerbissen", kommentierte Nuri Sahin den Dosenöffner von Pulisic. "Aber danach waren wir die bessere Mannschaft." (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Das Team von Peter Stöger fügte Tayfun Korkut die erste Niederlage als VfB-Coach zu und rückte eine Woche vor dem Revierderby bis auf einen Punkt an den Tabellenzweiten aus Gelsenkirchen heran. Mit einem Sieg könnten die Dortmunder am Erzrivalen vorbeiziehen. (Die Tabelle der Bundesliga)

BVB benötigt weitere Leistungssteigerung

"Wir sind sehr heiß", sagte Zorc - wusste aber auch: "Da brauchen wir natürlich noch eine weitere Leistungssteigerung." (Spielplan und Ergebnisse)

Der BVB agierte mit Rückkehrer Marco Reus, der Mario Götze auf die Bank verdrängte, zunächst behäbig, ohne Tempo und Spielwitz. Die Schwaben hielten die Dortmunder weit vom eigenen Tor weg und waren zunächst das spielbestimmende Team.

Die Fans wurden langsam unruhig, Stöger schickte seine Ersatzspieler bereits nach einer halben Stunde zum Aufwärmen, doch dann kam Pulisic. Seine Flanke rutschte ihm über den Fuß und schlug hinter dem chancenlosen Ron-Robert Zieler im Stuttgarter Tor ein.

Sahins flammender Appell

Die etwas glücklichen Umstände des Sieges bleiben auch Sahin nicht verborgen.

"Fakt ist, dass vieles besser werden muss - nur haben wir jetzt keine Zeit", setzte Sahin zu einem flammenden Appell an. "Jetzt brauchen wir jeden einzelnen. Wir können jetzt keine Transfers machen, wir können jetzt keine Spieler rausschmeißen, wir können nicht irgendjemand drei Wochen aufbauen. Im Moment gilt es, Punkte einzufahren. Und das muss man mit der Mannschaft machen. Das ist mein Appell an alle, die es gut mit Dortmund meinen. Wir brauchen jeden einzelnen. Wir brauchen das Stadion, die Leute drumherum, damit wir unser Ziel erreichen."

Schonungslose Analyse steht bevor

Das lautet: Qualifikation für die Champions League, möglichst als Tabellenzweiter. Und danach erwartet Sahin eine schonungslose Analyse der turbulenten Saison. "Ich nehme uns Spieler auch in die Pflicht, da würde ich mich niemals rausziehen. Ich stelle mich der Kritik", sagte Sahin.

Um seine eigene Zukunft in Dortmund mache er sich aber keine Sorgen. "Ich bin schon so lange dabei, ich weiß, dass ich auf der XXL-Streichliste stehe, die in der Presse stand. Aber ich kann damit leben. Wichtig ist, was meine Chefs sagen, was ich fühle und wie ich auf dem Platz spiele."

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