Kurios: Hecking konnte bei Kramers Gaga-Tor nicht hinsehen
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Mönchengladbach - Der VfL Wolfsburg hat nach der Pleite in Gladbach unter Trainer Bruno Labbadia weiter erst einen Sieg auf dem Konto. Am Samstag droht der Absturz auf den Relegationsplatz.

Dem VfL Wolfsburg droht auf dem Weg zum angepeilten Klassenerhalt in der Bundesliga erneut das Nachsitzen in der Relegation. 

Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia unterlag nach einer nicht erstligareifen Leistung bei Borussia Mönchengladbach mit 0:3 (0:3) und könnte am Sonntag auf Relegationsrang 16 abrutschen. (Die Tabelle der Bundesliga)

Die Highlights des 31. Spieltags bei SPORT1 am Sonntag, ab 9.30 Uhr, in "Bundesliga Pur"

Wölfe zerfleischen sich selbst

"So ein Auftritt - das geht gar nicht. Es sieht so aus, als ob wir uns der Situation nicht bewusst sind. Dafür habe ich keine Erklärung, das müssen wir jetzt erst einmal verdauen", polterte Kapitän Paul Verhaegh am Eurosport-Mikro. 

Ins gleiche Horn blies Maximilian Arnold. "Das war heute ein bodenloser Auftritt, da muss sich jeder hinterfragen. Wir haben Mist gespielt", sagte der Mittelfeldspieler. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Durch die Wolfsburger Niederlage gibt es für den Hamburger SV und den 1. FC Köln zumindest eine Gnadenfrist. Die beiden Traditionsklubs können an diesem Wochenende unabhängig ihrer eigenen Ergebnisse noch nicht absteigen.

Gladbach schnuppert am Europapokal 

Die Gladbacher haben durch ihren erst vierten Sieg im 14. Rückrundenspiel noch einmal die Europacupplätze ins Visier genommen.

Durch die Tore von Lars Stindl (8.), Raffael (35.) und Schlitzohr Christoph Kramer (44.) verkürzte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking den Rückstand auf Platz sieben, der für die Teilnahme an der Europa League genügen dürfte, zumindest vorübergehend auf drei Punkte. 

"Wir haben sehr bissig und aggressiv nach vorne gespielt, vieles richtig gemacht. Daher ist der Sieg auch in der Höhe verdient", sagte Hecking nach dem Abpfiff. "Aber wir sollten nicht den Fehler machen, jetzt sofort wieder von Europa zu reden." (Alle Stimmen zum Spiel)

Kramers Geniestreich überrumpelt Wölfe

Kramer sorgte dabei vor 47.797 Zuschauern im Borussia-Park für einen kuriosen Treffer.

Als VfL-Torwart Koen Casteels nach einem Freistoßpfiff noch seine Mauer stellte, reagierte der Weltmeister nach der Freigabe durch Schiedsrichter Tobias Stieler sofort und schoss den Ball ins Wolfsburger Tor. Casteels stand da noch am anderen Pfosten.

"Ich bin ein Fan von schnell ausgeführten Freistößen", sagte Kramer anschließend. "Da ist immer sehr viel möglich. Nicht immer, wenn jeder deutsche Beamte sich schon hingestellt hat. Ich habe den Schiedsrichter gefragt, ob er pfeift und er hat gesagt: 'Nein'. Dann habe ich die Lücke gesehen und sie genutzt."

Alles zum 31. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 mit den Gästen Jörg Schmadtke und Arnd Zeigler

Hecking veränderte sein Team im Gegensatz zur 1:5-Niederlage bei Bayern München nur auf einer Position. Der zuletzt gelbgesperrte Kapitän Stindl ersetzte Josip Drmic.

Bei den Gästen kam Abwehrchef John Anthony Brooks nach überstandener Zehen- und Knieverletzung erstmals in der Rückrunde zum Einsatz.

Stindls Strahl als Dosenöffner

Stindl stand sofort im Mittelpunkt. Nach einem Fehlpass von Riechedly Bazoer hämmerte der Nationalspieler den Ball zur frühen Führung ins Netz. Es war der sechste Saisontreffer des Offensivspielers.

Wolfsburg zeigte sich über das erste Gegentor nach 282 Minuten geschockt. Die Niedersachsen waren hinten konfus und vorne harmlos. Labbadia reagierte und nahm den unsicheren Brooks bereits in der 28. Minute vom Feld.

Das Spiel der Gäste gewann durch diese Maßnahme aber nicht an Sicherheit - im Gegenteil. Raffael erzielte seinen ersten Treffer seit dem Rückrundenauftakt in Köln im Januar.

Der Brasilianer traf im Nachschuss, zuvor war Jonas Hofmann noch an Casteels gescheitert. Noch vor der Pause sorgte Kramer mit seinem kuriosen Tor für die Entscheidung, daran änderten auch die Wolfsburger Proteste nichts.

Arnold wütend auf Video-Schiedsrichter

Ebenso wenig wie in der 60. Minute, als Raffael Arnold nach einer Diskussion absichtlich trat und dafür nicht vom Platz gestellt wurde.

"Wir haben hier gefühlt 50 Millionen Zuschauer und einen Videoschiedsrichter, wo sind die denn alle? Wer das nicht sieht, da weiß ich nicht, wo die Tomaten dann liegen", wütete Arnold im Nachhinein. 

Die nicht geahndete Tätlichkeit wollte Arnold aber nicht als Ausrede für die Niederlage gelten lassen.

Von den enttäuschenden Gästen kam einfach zu wenig. Häufig versuchte es der VfL mit hohen Bällen auf Landry Nany Dimata, der dabei gegen Gladbachs Innenverteidiger Jannik Vestergaard auf verlorenem Posten stand.

"Wir haben als Mannschaft nicht funktioniert", erkannte Trainer Labbadia nach dem Spiel. "Wir müssen die Dinge jetzt klar ansprechen." Sonst droht die Relegation. Schon wieder. (Der Tabellenrechner der Bundesliga)

Das Restprogramm

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH (4./31/42:48/43)
   (A) Schalke 04
   (H) SC Freiburg
   (A) Hamburger SV

VFL WOLFSBURG (14./31/30:40/30)
   (H) Hamburger SV 
   (A) RB Leipzig 
   (H) 1. FC Köln

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