Leipzig trennt sich von Hasenhüttl
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Leipzig - Ralph Hasenhüttl und RB Leipzig gehen getrennte Wege. Nach den gescheiterten Gesprächen bittet der Österreicher um eine Vertragsauflösung.

Das Aus von Trainer Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig ist besiegelt.

Das teilte der Verein am Dienstagnachmittag mit. Die Parteien einigten sich auf Hasenhüttls Wunsch auf eine Vertragsauflösung.

Die Trennung erfolgte einen Tag, nachdem dem Österreicher in einem Treffen mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Sportdirektor Ralf Rangnick am Dienstag nach SPORT1-Informationen kein neues Vertragsangebot unterbreitet worden war.

Hasenhüttls Vertrag lief noch bis Sommer 2019.

Rangnick: Ein weiteres Jahr hätte gereicht

"Ich wäre sehr gerne gemeinsam mit Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer in die nächste Saison gegangen. Diesen Wunsch habe ich ihm gegenüber in persönlichen Gesprächen deutlich zum Ausdruck gebracht", sagte Sportdirektor Rangnick. 

Der 59-Jährige ergänzte: "Im Gegensatz zum Winter bin ich allerdings mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass ein weiteres gemeinsames Jahr zunächst einmal ausgereicht hätte. Für Ralph gab es jedoch keinerlei Alternative zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung. Es war daher sein ausdrücklicher Wunsch, den Vertrag aufzulösen. Diesem Wunsch haben wir schweren Herzens entsprochen."

"Es ist völlig legitim, dass sich der Klub entschieden hat, keine Verlängerung anzustreben. Wir haben jedoch auch betont, dass es für beide Seiten nicht wünschenswert wäre, ohne eine langfristig geklärte Zukunft in ein letztes Vertragsjahr zu gehen", sagte Hasenhüttl.

Eine nachhaltige Vertragslösung sei daher seiner Meinung nach von großer Bedeutung. "Nach gemeinsamen Erfolgen sollte man deshalb ehrliche Worte an den Tag legen können und auch ein klares Nein statt ein beschwichtigendes Ja wählen dürfen", sagte der 50-Jährige.

Hasenhüttl zögerte mit Unterschrift

Hasenhüttl hatte RB zur Saison 2016/17 übernommen und den Aufsteiger auf Anhieb zur Vizemeisterschaft geführt. In der abgelaufenen Saison verpasste Leipzig die erneute Qualifikation für die Champions League, sicherte sich als Sechster aber die Teilnahme an der Europa League.

Auch die Zukunft von Co-Trainer Zsolt Löw ist ungewiss, er ist bei Paris Saint-Germain als neuer Assistent von Thomas Tuchel im Gespräch.

Grund für das Ende der Zusammenarbeit ist allem Anschein nach das lange Hickhack um eine vorzeitige Verlängerung des Kontrakts. Zwischen den Verhandlungspartnern hatte es zuletzt häufiger Unstimmigkeiten gegeben.

Der Cheftrainer hatte seinerseits im Winter, als er unter anderem mit Bayern München in Kontakt gebracht worden war, mit einer Unterschrift gezögert. Als Auslaufmodell in die kommende Saison zu gehen, kam für Hasenhüttl offenbar nicht infrage.

Der frühere Profi war im Sommer 2016 vom FC Ingolstadt nach Leipzig gewechselt.

Hasenhüttl-Nachfolger? Thon legt sich fest

Nachfolge offen - macht es Rangnick?

Dabei hatte Rangnick erst am vergangenen Wochenende gesagt: "Er wird auf jeden Fall nächstes Jahr unser Trainer sein, daran gab es noch nie irgendeinen Zweifel."

Nun könnte der 60-Jährige erneut auf die Trainerbank zurückkehren. Schon vor zwei Jahren hatte Rangnick die Sachsen in die Bundesliga geführt, ehe Hasenhüttl als Chefcoach übernahm.

Als Kandidat wird außerdem Roger Schmidt gehandelt, dem ein sehr gutes Verhältnis zu den RB-Verantwortlichen nachgesagt wird.

Allerdings hat der Ex-Trainer von Bayer Leverkusen einen laufenden und sehr gut dotierten Vertrag bei Beijing Sinobo Guoan.

Auch Marco Rose, der Schwesterklub Red Bull Salzburg ins Halbfinale der UEFA Europa League geführt hatte, gehört zu den Kandidaten.

Zuletzt dementierte Rose zwar einen Kontakt, aber nach Hasenhüttls Aus stellt sich die Frage neu.

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