Sieg gegen Liverpool - aber Favre noch nicht zufrieden
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München - Der neue Hoffnungsträger bei Borussia Dortmund heißt Lucien Favre. Bei SPORT1 spricht Ex-Schützling Arne Friedrich über seine Erfahrungen mit dem Fußballlehrer.

Wenn in der Fußballbranche der Name Lucien Favre fällt, hört man von allen Seiten nur Positives. Arne Friedrich gerät sogar ins Schwärmen, wenn er über den Schweizer spricht.

"Lucien Favre war für mich einer der Coaches, bei dem ich am meisten gelernt habe", sagt der frühere Nationalspieler im Gespräch mit SPORT1.

"Er war für meine Karriere extrem wichtig. Er brachte uns damals mit der Hertha ganz nach oben. Am Ende ging uns leider etwas die Luft aus, sonst wären wir wahrscheinlich Meister geworden."

Von 2007 bis 2009 war Favre Friedrichs Trainer bei Hertha BSC. Danach war er bei Borussia Mönchengladbach (Februar 2011 bis September 2015) und beim französischen Erstligisten OGC Nizza (2016 bis 2018) tätig. Seit 1. Juli ist Favre Chefcoach von Borussia Dortmund.

Favres Plan beim BVB: Das soll anders werden

"Unglaubliches Fachwissen"

Und die Schwarz-Gelben können sich glücklich schätzen. Favre habe ein "unglaubliches Fachwissen, was er den Spielern auch weitergeben kann", lobt Friedrich.

Den Wechsel des 60-Jährigen zum BVB sieht der ehemalige Hertha-Profi nur positiv. "Ich wünsche mir natürlich, dass er in Dortmund einen richtig guten Start hinbekommt, auch damit die Meisterschaft wieder spannender wird."

Friedrich lobt Favre-Verpflichtung

Für Friedrich war es eine "Top-Entscheidung" der BVB-Bosse, Favre zu holen.

Zu den Qualitäten als Trainer kommen auch aber zwei Schwachstellen des Menschen Favre.

Das sind Favres Schwächen

"Ich glaube, dass er das selber weiß, dass Menschenführung und Kommunikation nicht unbedingt zu seinen größten Stärken gehört. Natürlich gab es damals in Berlin auch mal Meinungsverschiedenheiten zwischen uns, ich war der Kapitän. Aber am Ende war dann alles okay", meint Friedrich.

"Jeder Mensch macht Fehler und lernt daraus. Auch Favre kann noch dazu lernen. Natürlich hat er kleine Makel, aber als Trainer war er ganz hervorragend."

Im Umgang mit den Menschen im Verein sei Favre nie negativ aufgefallen, betont Friedrich. 

"Favre ist immer respektvoll mit den Menschen im Klub umgegangen - auch mit der Putzfrau. Ich persönlich kann nichts Negatives über ihn sagen, was außerhalb des Platzes passiert ist."

Favre sorgt für gute Laune bei BVB-Auftakt

Schwierige Momente

Friedrich erinnert sich dennoch an schwierige Momente mit Favre, findet dies aber ganz normal. "Es muss auch Reibung entstehen, um Energie zu gewinnen. Kein großer Trainer ist einfach. Und einen perfekten Coach gibt es nicht."

Friedrich sei immer wichtig gewesen "einen Trainer zu haben, der das Bestmögliche aus dem Team rausholt und uns weiterbringt. Favre sagte immer, er wolle alle Spieler ein paar Prozent besser machen. Dann wird auch das Gesamtkonstrukt besser."

Dies habe der erfahrene Fußballlehrer hinbekommen. "Im Training war immer alles super penibel. Selbst der Einwurf war bei Favre eine Wissenschaft", erinnert sich Friedrich.

"Taktisch war er perfektionistisch. Und diese kleinen Details haben uns damals weitergebracht. Am Anfang war das natürlich ein Overload an Informationen. Aber genau das bringt ein Team weiter."

Favre lege Wert auf eine "sehr gute Struktur auf dem Rasen" und arbeite immer wieder daran. "Manchmal war es für uns Spieler etwas anstrengend die Grundabläufe zu trainieren", so Friedrich.

"Aber das ist das, worauf es ankommt: Die besten Spieler der Welt wiederholen immer wieder die Basics."

Favre kann auch mit schwierigen Typen

Dass Favre auch mit schwierigen Typen klar komme, zeige die Tatsache, "dass er in Nizza mit Mario Balotelli gut konnte". 

Der BVB sei für Favre nun "der nächste logische Schritt".

Friedrich hat mit einer Rückkehr nach Deutschland gerechnet: "Ich wusste, dass er gerne wieder in die Bundesliga zurück wollte, und der BVB ist ein Riesenverein. Es gab in der vergangenen Saison bei den Dortmundern einige Probleme. Aber in der jetzigen Situation kann Favre nur gewinnen. Ich wünsche ihm alles Gute."

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