Verunglückte Rettungstat: Ulreich patzt gegen Juve
teilenE-MailKommentare

Miami - Serge Gnabry will beim FC Bayern durchstarten - und wieder zurück in die Nationalmannschaft. Dafür schuftet er unter Niko Kovac und lernt von den Oldies.

Es ist "das Wetter", der "Vibe" und das "Chillige", was Serge Gnabry so an Amerika gefällt. Vor allem in Los Angeles, wo der Bayern-Neuzugang seinen Sommerurlaub verbrachte - aber auch in Miami. Dort, wo Gnabry mit dem Rekordmeister am Sonntag (ab 1.05 Uhr, LIVE im TV auf SPORT1) auf Manchester City trifft und den nächsten Schritt in Richtung Stammplatz machen will.

Den visiert der 23-Jährige an, denn über die Bayern will der Offensiv-Mann zurück in die Nationalmannschaft und sich für Bundestrainer Joachim Löw empfehlen.

"Jetzt zählt für mich, erst mal fit zu werden und alle Spiele mitnehmen. Ich hoffe natürlich, dass ich auch wieder in die Nationalmannschaft berufen werden, wenn ich hier performe", sagt Gnabry.

Verletzung bremst zur Unzeit Gnabry aus

Kaum zu glauben, dass der Rechtsfuß ohnehin erst zwei A-Länderspiele vorweisen kann. Seinen vorerst letzten Einsatz hatte Gnabry Mitte November beim 0:0 gegen Italien. Ein Muskelbündelriss in den Adduktoren, zugezogen Ende April, verhinderte dann auch seine Chancen auf eine WM-Teilnahme.

Besonders bitter: Zum Zeitpunkt seiner Verletzung war er in Topform, acht Tore und sechs Assists verbuchte er für die TSG Hoffenheim allein in der Rückrunde.

Serge Gnabry war in der vergangenen Saison an die TSG Hoffenheim verliehen
Serge Gnabry war in der vergangenen Saison an die TSG Hoffenheim verliehen © SPORT1

Um für das erste Länderspiel nach dem WM-Debakel am 6. September gegen Frankreich dabei zu sein und damit einer derjenigen, die beim DFB den Umbruch einleiten, soll ihm auch das harte Training unter Niko Kovac verhelfen. "Er legt viel Wert auf Disziplin und darauf, dass hart gearbeitet wird. Aber die Vorbereitung ist die Zeit, in der man härter trainieren muss", sagt der gebürtige Stuttgarter.

Gnabry will unberechenbar sein

Bei den Bayern muss sich Gnabry nun vor allem gegen Arjen Robben durchsetzen. Im ersten Spiel des International Champions Cup gegen Paris (3:1) ersetzte er Robben auf der rechten Seite. Gegen Juventus Turin (0:2) begann der 23-Jährige auf der rechten Außenbahn, wurde dann für Robben in der Halbzeit ausgewechselt. In beiden Partien war Gnabry einer der auffälligsten Akteure auf dem Platz. "Ich versuche, mich viel in den Lücken anzubieten, ich will unberechenbarer sein", beschreibt Gnabry sein Spiel.

Robben trotz Pleite gegen Juve zufrieden

Dass er sich auf rechts durchbeißt, zeigt auch, dass Gnabry dabei ist, sich vermeintlichen Komfortzonen zu entziehen. Denn seine Wunschpositionen sind eigentlich andere: "Linksaußen oder auf der Zehn", sagt er. Seiner neuen Position gewinnt er aber durchweg Positives ab: "Das bringt neuen Wind und tut mir gut. Ich kann Neues dazulernen, was mich noch stärker macht."

Im Speziellen meint Gnabry das, was vor allem Robben seit Jahren auszeichnet: Über rechts auf die Innenbahn ziehen und mit links den Torabschluss zu suchen. Gnabry trainiert diesen Ablauf und hofft, dass "es dadurch noch schwieriger wird für die Gegner". Seine persönlichen "Skills" wolle er aber beibehalten: Seinen Zug zur Grundlinie, seinen Willen, sich im Eins gegen Eins durchzusetzen und seinen Torabschluss mit rechts.

Sein Verhältnis zur Konkurrenz beschreibt Gnabry als kollegial. Zwar sei man dabei, sich kennenzulernen, man mache aber untereinander Späße und verstehe sich gut, so Gnabry. 

Gnabry lernt von den Oldies

Insbesondere Robben und Franck Ribery bewundert er: "Ihre Karriere sprechen für sich, ihre Qualität auch. Sie haben mit vielen Spielern zusammengespielt, die nicht mehr auf der Fläche sind. Sie aber schon. Daher muss man ihre harte Arbeit bewundern." Gnabry gibt sogar zu, sich von den "technischen Fähigkeiten" der Bayern-Oldies etwas abzuschauen. "Man versucht natürlich, das ein oder andere an Tricks oder Bewegungen der beiden mitzunehmen."

Seine ersten Auftritte im Bayern-Dress lassen erkennen, dass ihm das schon gut gelingt. Insbesondere Sportdirektor Hasan Salihamidzic erwartet von dem Leih-Rückkehrer aus Hoffenheim - Gnabry wurde bereits 2017 für acht Millionen Euro aus Bremen verpflichtet - aber noch mehr: "Er ist eine große Hoffnung für uns. Er ist ein Spieler, der besondere Stärken hat: Speed und Power. Ich erwarte mir besonders viel von ihm - ohne ihn unter Druck zu setzen."

Dass sich Gnabry angesichts seiner Vorlieben zur amerikanischen Leichtigkeit jedoch unter Druck setzen lässt, scheint ausgeschlossen. Vielmehr scheint seine Unbeschwertheit sein großes Plus zu sein.

-----

Lesen Sie auch:

Der FC Bayern erfindet sich neu

So denkt Kovac über Ribery

Nächste Artikel
previous article imagenext article image