Das ist Bayerns neues Wunderkind Davies
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München und Vancouver - In Vancouver wird Alphonso Davies verehrt, ab Januar will er bei Bayern durchstarten. SPORT1 sprach mit zwei Weggefährten - die seine größte Leidenschaft kennen.

Plötzlich stieg der Geräuschpegel im BC Palace Stadium sprunghaft an. Und das nur, weil sich ein 17-Jähriger namens Alphonso Davies in der MLS-Partie seiner Vancouver Whitecaps unmittelbar vor dem Strafraum gegen Minnesota United den Ball geschnappt hatte.

"Wenn er am Ball ist, reißt es alle Zuschauer von den Sitzen. Die Gegner merken das auch und bekommen fast ein wenig Angst vor ihm", sagt sein Teamkollege und bester Kumpel Russell Teibert zu SPORT1.

Ab Januar will Davies im Trikot des FC Bayern für Furore sorgen, 19 Millionen Euro ließen sich die Münchner das Juwel kosten. Einen Vorgeschmack, auf was sich die Fans des Rekordmeisters freuen dürfen, lieferte der Teenager aus Kanada am Wochenende bei seiner Gala gegen Minnesota. Zum 4:2-Sieg steuerte er zwei Tore und zwei Assists bei.

Begleitet von immer lauteren Jubelschreien auf den Rängen dribbelte sich Davies vor seinem ersten Tor trickreich durch die Abwehr. Bei seinem zweiten Treffer wählte er einen stark an Arjen Robbens Vorlieben erinnernden Laufweg vom rechten Flügel zur Mitte, wobei er wieder die gesamte Defensive austanzte.

Davies: Leidenschaftlicher Tänzer und Zocker

Auch abseits des Rasens ist er für seine Dance-Moves bekannt. Insbesondere Hip-Hop und Rap haben es ihm angetan. "Immer wenn die Musik angeht in der Kabine, im Zimmer auf Auswärtsreisen oder im Bus fängt er an zu tanzen und sich zu bewegen", sagt Teibert. "Er tanzt exakt so, wie er Fußball spielt. Sehr leidenschaftlich und mit viel Gefühl."

Ihre Freizeit verbringen die beiden Freunde gerne auch mal vor der Konsole. Auch sie sind dem Hype um Fortnite nicht entkommen. "Wenn wir unterwegs sind auf der ganzen Welt kann es schon passieren, dass die Nächte etwas kürzer sind, weil wir auf dem Zimmer zocken", so Teibert.

Er beschreibt Davies als "lebendig, clever und bodenständig", der mit seiner lockeren Art dem Team guttue. "Er läuft den ganzen Tag mit einem breiten Grinsen im Gesicht herum und diese gute Laune ist ansteckend".

Davies' Vorgänger: Tops und Flops der Bayern-Talente

Ein Kicker mit großer Demut

Zu Davies' Geschichte gehört aber auch seine bewegte Kindheit. Geboren und aufgewachsen in einem Flüchtlingscamp in Ghana, floh er mit seinen Eltern als 5-Jähriger nach Kanada. "Das prägt diesen Jungen natürlich", sagt Gordon Forrest im Gespräch mit SPORT1.

Der Schotte arbeitet seit 2014 als Offensivcoach der Whitecaps und kennt Davies genau. "Meiner Einschätzung nach spielt Alphonso ein wenig so, wie er auch menschlich tickt. Mit großer Demut und Leidenschaft", sagt Forrest. "Er will auch seinen Eltern etwas zurückgeben und arbeitet dafür extra hart, absolviert Sondereinheiten im Training."

Der Wechsel zu den Bayern ist für ihn eine Bestätigung, dass sich der Aufwand gelohnt hat – auch wenn er damit seine Mutter zunächst in einen Schockzustand versetzte. "Sie hat geweint und kann es immer noch kaum glauben", erzählte Davies. "Sie war aber auch sehr glücklich und stolz." 

Diese Nummer wünscht sich Davies bei Bayern

Auch sein Zimmerkollege Teibert gönnt ihm den Wechsel von ganzem Herzen. "Er hat sich in kürzester Zeit fantastisch entwickelt. Aber er verdient das alles. Er arbeitet so hart und steht völlig zurecht da, wo er derzeit ist", sagt der 25-Jährige und verrät, an welchem großen Vorbild er sich orientiert. "Wenn wir zusammen im Zimmer sind, schaut er sich immer Videos mit den größten Highlights von Lionel Messi an."

Davies "optimal für den FC Bayern"

Seine enge Ballführung und der schnelle Antritt weisen durchaus Parallelen zum Superstar des FC Barcelona auf.

"Auf dem Platz ist er sehr athletisch, körperlich trotz des Alters schon sehr stark und vor allem schnell", sagt Offensiv-Coach Forrest über seinen Schützling. "Im Spiel nach vorne ist er schwer auszurechnen und aufzuhalten, gerade bei Kontersituationen."

Sein Ziel verliert Davies dabei nie aus den Augen: "So schnell wie möglich in den Strafraum einzudringen", ergänzt Forrest - kurzum: "Ein optimaler Flügelspieler für den FC Bayern, um Gegner zu überraschen und aus der Ordnung zu bringen."

Oder einfach auszutanzen.

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