Wieder Hopp-Schmähungen: Nagelsmann spricht Klartext
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Sinsheim - Einige Anhänger von Borussia Dortmund lassen Worten Taten folgen. Beim Bundesliga-Spiel in Hoffenheim gibt es erneut Anfeindungen gegen Dietmar Hopp.

Borussia Dortmund und vor allem einigen BVB-Fans droht erneut Ärger. Vor dem Anpfiff des Punktspiels bei der TSG Hoffenheim (1:1 - Spielbericht) hielten die Zuschauer im Auswärtsblock ein riesiges Banner über ihre Köpfen, auf dem TSG-Mehrheitseigner Dietmar Hopp in einem roten Fadenkreuz zu sehen war.

Darüber hinaus wurde nach dem Spiel bekannt, dass Toiletten im Bereich des Dortmunder Fanblocks zerstört worden sind.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc verurteilte die Geschehnisse. "Wir haben in der vergangenen Woche gemeinsam mit Hoffenheim versucht, deeskalierend zu einzuwirken. Aber für das, was wir heute gesehen haben, gibt es keine Entschuldigung", sagte er bei Sky.

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Reus verurteilt Aktionen

Auch TSG-Trainer Julian Nagelsmann gehen derartige Aktionen zu weit. "Der Fußball lebt von Emotionen, aber die Dinge, die da teilweise passieren, sind ja selten aus der Emotion heraus, sondern sind geplante Sachen. Und ich finde, die gehören sich nicht", hatte Nagelsmann bereits vor Anpfiff der Partie bei Sky erklärt und appelliert: "Man spricht immer davon, dass sich der Fußball von den Fans wegbewegt, vielleicht sollten sich auch die Fans wieder mehr zum Fußall hinbewegen."

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Hopp wollte sich nach dem Spiel in der Mixed Zone nicht zu den neuerlichen Anfeindungen äußern. Marco Reus kritisierte die eigenen Anhänger nach dem Abpfiff. "Für persönliche Beleidigungen ist kein Platz im Fußball. Nicht auf dem Platz, aber auch nicht im privaten Leben. Deshalb unterstützen die Mannschaft und ich das natürlich nicht", sagte der Nationalspieler dem Hörfunk der ARD.

Reus kritisiert BVB-Fans

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ergänzte in den Funke-Medien: "Das ist nicht zu akzeptieren! Ich werde mich in der kommenden Woche auch noch persönlich an Dietmar Hopp wenden und diese Entschuldigung vorbringen." Schon im Laufe der Woche habe der BVB "versucht zu deeskalieren und habe mit allen Parteien gesprochen", so Watzke: "Leider waren wir dabei nicht erfolgreich. So ein Verhalten entspricht in keinster Weise den Werten von Borussia Dortmund."

Ermittlungen gegen BVB-Fans

Strafanzeige von Hopp

Bereits in der Vergangenheit waren BVB-Fans negativ mit Schmähgesängen in Richtung Hopp aufgefallen, der daraufhin gegen über 30 Dortmunder Anhänger Strafanzeige erstattet hatte.

Das wollte das Fanbündnis "Südtribüne Dortmund" nicht auf sich sitzen lassen und veröffentlichte bereits am Freitag eine Mitteilung.

"Was Hopp mit seinen Anzeigen und Hausverboten erreichen will, wissen wir nicht. In seiner Welt ist es vielleicht möglich, Unruhe und kritische Stimmen mit ein bisschen autoritärem Gehabe und Druck von oben zu ersticken", schrieb das Fanbündnis.

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BVB-Fans drohen Hopp

Und weiter: "Wir geben einen Scheiß auf das, was ein alter, reicher Mann in seinem Elfenbeinturm von uns hält. Und sollte Hopp tatsächlich glauben, er könne uns mit seinen Verboten mundtot machen, zeigen wir ihm am Samstag, wie falsch er damit liegt!"

Hopp hatte das Spiel am Ende der letzten Saison in seiner Loge in Sinsheim verfolgt, die Gäste-Fans hatten ihn unter anderem als "Sohn einer Hure" bezeichnet.

"Unsere Meinung über Dietmar Hopps Mutter ist mittlerweile selbst dem letzten Menschen in dieser Republik bekannt und wird von uns auch nicht mehr geändert", erklärt das Fanbündnis weiter."Wobei selbst szenefremden Menschen bewusst sein wird, dass uns seine Frau Mutter herzlich egal ist und es vielmehr darum geht, unsere Ablehnung gegenüber dem Retortenclub TSG Hoffenheim kurz und drastisch kundzutun."

Übeltäter wurden identifiziert

Die Polizei hatte nach der Partie im Mai Ermittlungen eingeleitet. Dank hochauflösender Kameras im Stadion und Zivilbeamten der Polizei im Fanblock konnten die Übeltäter identifiziert werden.

"Es wurde immer schlimmer. Irgendwann ist dann auch mal Schluss. Es ist ein klares Zeichen an jene Sorte Fans, die meint, die Kurve sei ein rechtsfreier Raum", erklärte Hopps Anwalt Christoph Schickhardt zu den Vorfällen. Wer sich daneben benehme, müsse damit rechnen, dass er bestraft wird.

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