"Sind Freiwild!" Kovac stocksauer wegen Verletzten
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München - Der FC Bayern verliert gegen Leverkusen erst Tolisso und dann Rafinha. Am Abend gibt der Verein die Diagnosen bekannt. Beide fallen für längere Zeit aus.

Die schlimmsten Befürchtungen des FC Bayern bei Corentin Tolisso haben sich bestätigt. Der Weltmeister hat beim 3:1-Erfolg gegen Bayer Leverkusen einen Kreuzband- und Außenmeniskusriss im rechten Knie erlitten. Das teilte der Klub nach eingehender Untersuchung durch die medizinische Abteilung am Samstagabend mit. Der Mittelfeldspieler wird am Sonntag operiert und den Bayern mehrere Monate fehlen.

Tolisso war bei einem Zweikampf in der 39. Minute mit Leverkusen-Stürmer Kevin Volland zusammengestoßen. Er wälzte sich anschließend vor Schmerzen am Boden, zeigte gleich an, dass er nicht mehr weiterspielen kann. Volland traf indes keine Schuld.

Von Bayern-Doc Peter Ueblacker und Mitspieler Serge Gnabry gestützt, verließ er anschließend den Platz und ging direkt in die Kabine. Landsmann Franck Ribéry war zuvor von der Ersatzbank aufgesprungen und hatte bei den Sanitätern eine Trage gefordert.

Für Tolisso kam James Rodriguez in die Begegnung.

Kovac: Kreuzbandriss "sehr schlimm"

Während der Achter in der Kabine behandelt wurde, bangten erst außerhalb des Stadions vorm Spielereingang, später dann im Kabinentrakt Mutter Marie-Chantal, Vater Vincent und Tolissos Freundin und warteten auf den 24-Jährigen, der schließlich gegen 18.15 Uhr auf Krücken das Stadion verließ und im Mannschaftsbus Richtung MRT an die Säbener Straße fuhr. 

"Wir haben uns die Sequenz nochmal angeschaut", meinte Bayern-Trainer Niko Kovac nach der Partie. Angesprochen auf die Möglichkeit einer Kreuzbandverletzung sagte er schon da: "Es könnte sein. Wenn es sich bestätigen würde, wäre es sehr schlimm." Jetzt ist der schlimmste Fall eingetroffen.

Tolisso trifft zum 1:1 

Noch in der 10. Minute hatte die Welt für Tolisso besser ausgesehen. Da hatte er den Führungstreffer der Gäste durch seinen Linksschuss zum 1:1 ausgeglichen – sein erstes Saisontor beim ersten Startelfeinsatz in dieser Saison.

Vincent Tolisso, Vater von Bayern-Mittelfeldmann Corentin, telefonierte in der Halbzeit der Münchner Partie gegen Leverkusen eifrig vor der Allianz Arena
Vincent Tolisso, Vater von Bayern-Mittelfeldmann Corentin, telefonierte in der Halbzeit der Münchner Partie gegen Leverkusen eifrig vor der Allianz Arena © Plettenberg

Auch Rafinha fällt aus

Doppelt bitter für die Bayern: Nach Tolisso traf es auch Rafinha. Der Brasilianer musste zehn Minuten vor dem Ende der Begegnung ebenfalls verletzt ausgewechselt werden.

Rafinha war von Gegenspieler Karim Bellarabi böse an der Achillessehne getroffen worden. Bellarabi sah für die Aktion die Rote Karte. Rafinha erlitt dabei einen Teilriss des Innenbandes im linken Sprunggelenk und muss ebenfalls mehrere Wochen pausieren.

"Das Foul von Bellarabi war geisteskrank. Das ist vorsätzliche Körperverletzung", kritisierte Bayern-Präsident Uli Hoeneß die Aktion. "So was gehört drei Monate gesperrt. Und zwar für Dummheit, nicht für Foul. So etwas macht man nicht. An der Mittellinie, wo es um gar nichts geht, hinterher laufen und in die Knochen hauen." 

Den Bayern stehen nach den Verletzungen somit aktuell nur noch 16 gesunde Feldspieler zur Verfügung. Bereits am ersten Spieltag gegen Hoffenheim erlitt Kingsley Coman nach einem Foul einen Syndesmoseriss im linken Sprunggelenk.

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